Feuerwehr hielt auch im zweiten Corona-Jahr Kurs

Vorarlberg / 12.04.2022 • 17:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Elmar Zech wurde von LFI Herbert Österle und BFI Reinhard Karg (l.) mit Dank verabschiedet und mit der Floriani-Plakette ausgezeichnet. <span class="copyright">stp (3)</span>
Elmar Zech wurde von LFI Herbert Österle und BFI Reinhard Karg (l.) mit Dank verabschiedet und mit der Floriani-Plakette ausgezeichnet. stp (3)

Kommandantentagung des Bezirks Bregenz: beeindruckende Bilanz.

Alberschwende 2020 wurde die traditionelle Kommandantentagung ganz abgesagt, im Vorjahr musste die Veranstaltung um ein halbes Jahr – von März bis September – verschoben werden, um improvisiert in einem „Corona-Fenster“ abgehalten zu werden. Da war es eine große Erleichterung, dass es diesmal in Alberschwende fast normal ablief und Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann als Gastgeberin der Tagung sogar den Musikverein zur musikalischen Umrahmung der Veranstaltung ausrücken lassen konnte.

Zeichen standen auf Wechsel

Auf das dem amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln zugeschriebene Sprichwort „Don‘t swap horses in the middle of the stream“ wonach die Pferde nicht mitten im Strom gewechselt werden sollten, konnte bei der Feuerwehr keine Rücksicht genommen werden, denn personelle Wechsel in ihren höchsten Funktionen musste die Feuerwehr ausgerechnet „mitten im Strom der Pandemie“ vollziehen. Und dabei war der Bezirk Bregenz am stärksten betroffen: Für Landesfeuerwehrinspektor Hubert Vetter, der seine Pension antrat, rückte im April 2021 der Bregenzer Bezirksfeuerwehrinspektor Hubert Österle nach. Das löste eine Kettenreaktion aus, denn seine Stelle im Bezirk Bregenz übernahm Reinhard Karg, der wiederum als Bezirksvertreter von Gallus Beer abgelöst wurde. Und schließlich kam es bei der Tagung im September 2021 auch noch zu bezirksinternen Veränderungen – den Abschnittsfeuerwehrkommandanten Norbert Meusburger und Max Bereuter folgten Raimund Giselbrecht und Manuel Schelling nach.

Um dem Wechselspiel auch bei der Tagung in Alberschwende noch eine weitere personelle Veränderung hinzuzufügen, wurde den Vertretern der über 3500 Feuerwehrleuten in den 56 Wehren des Bezirks Gernot Längle als designierter neuer Bezirkshauptmann vorgestellt. Längle wird am 1. Mai Elmar Zech ablösen, der nach fast 15 Jahren an der Spitze der BH in Pension geht.

Reibungsloser Übergang

Personalia bildeten denn auch einen Schwerpunkt im ersten Tätigkeitsbericht des neuen Bezirksfeuerwehrinspektors Reinhard Karg, der stolz darauf hinwies, dass es nicht nur einen reibungslosen Übergang gab, sondern erfreulich sei, „wie schnell wir uns an diese besondere Situation angepasst haben. Erfreulich ist, mit welcher außerordentlichen Disziplin die einzelnen Feuerwehren die Tätigkeiten abgehalten haben, um ein Ansteckungsrisiko zu minimieren und somit die Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten.“ Fazit: Auch in schwierigen Corona-Zeiten habe die Feuerwehr Kurs gehalten.

Abstand, Maske und Reduzierung der sozialen Kontakte seien zum Standard geworden, das sei auch das Erschreckende im Zusammenhang mit Corona: „Die Basis einer funktionierenden freiwilligen Feuerwehr ist nun mal der kameradschaftliche Zusammenhalt und der kann nur durch gemeinsame Erlebnisse gefestigt werden . . . Dass wir eine disziplinierte Einsatzorganisation sind, haben wir bewiesen. Beweisen wir nun wieder unsere kameradschaftlichen Fähigkeiten“, appellierte Karg und verband damit die Hoffnung, dass es bald wieder möglich sein werde, Feuerwehrfeste zu feiern, denn: „Wenn einer nichts erlebt, kann er auch nichts erzählen! In diesem Sinne wünsche ich Euch, dass ihr wieder jede Menge zum Erzählen bekommt!“

Jugend blieb motiviert

Wieder mehr zum Erzählen möchte auch Karg selbst bekommen, denn in der Pandemie gab es nur wenige Veranstaltungen, die in kurzen „Corona-Fenstern“ organisiert werden konnten.

Besonders erfreulich, dass die Jugend motiviert geblieben ist, denn in den 34 Jugendgruppen im Bezirk ist die Zahl der Jugendlichen auf 317 gestiegen. Karg dankte Bezirksjugendreferent Oliver Berger und den 177 Jugendbetreuern und deren Helfern, denen es trotz Corona-Einschränkungen gelungen ist, rund 700 meist kleine und feuerwehrintern organisierte Veranstaltungen durchzuführen.

Auch wenn der Großteil gesellschaftlicher Veranstaltungen abgesagt werden musste, war die Tätigkeitsbilanz auch so eindrucksvoll: Unter dem Motto „Grüscht si, zemma helfa, nit lugg lo“ wurden von den Ehrenamtlichen fast 95.000 Stunden in Ausbildung, Training und Einsätze investiert.

BH Elmar Zech, der mit der Floriani-Plakette geehrt wurde, bedankte sich für jahrelange gute Zusammenarbeit und gab sich zuversichtlich, dass dies unter seinem Nachfolger Gernot Längle gedeihlich fortgesetzt werden könne. STP

Dass zu einer Feuerwehr-Versammlung die Musik ausrückt ist in Zeiten wie diesen ein starkes Symbol für Hoffnung und Zuversicht auf ein Ende der Pandemie.
Dass zu einer Feuerwehr-Versammlung die Musik ausrückt ist in Zeiten wie diesen ein starkes Symbol für Hoffnung und Zuversicht auf ein Ende der Pandemie.
Am Ehrentisch mit Bgm. Angelika Schwarzmann, Ralph Pezzey (Brandverhütung) und Jürgen Barfuß (Polizei) auch Elmar Zech und Gernot Längle (Mitte).
Am Ehrentisch mit Bgm. Angelika Schwarzmann, Ralph Pezzey (Brandverhütung) und Jürgen Barfuß (Polizei) auch Elmar Zech und Gernot Längle (Mitte).

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