Ein zähes Ringen um Pädagogen

Vorarlberg / 14.06.2022 • 18:34 Uhr
LehrerInnen und FreizeitpädagogInnen braucht das Land. Gegen den Personalmangel in diesem Bereich sind alle Anstrengungen notwendig. Symbol /APA
LehrerInnen und FreizeitpädagogInnen braucht das Land. Gegen den Personalmangel in diesem Bereich sind alle Anstrengungen notwendig. Symbol /APA

Land wehrt sich gegen die Mangelberechnung der Lehrervertretung.

Bregenz Kürzlich wurde das Projekt “Arbeitsplatz Schule” von Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink vorgestellt. Zweck: Ein Bündel von Maßnahmen sollen dazu beitragen, die immer dramatischer werdende Personalsituation am PädagogInnenmarkt zu entschärfen. Dennoch schlug die Lehrervertretung Alarm: 255 Lehrerinnen und Lehrer fehlen laut ihrer Rechnung zur Aufrechterhaltung des regulären Schulbetriebs im neuen Schuljahr.

Hochwillkommene Neue

Diese Rechnung lässt man im Ressort der Schullandesrätin nicht gelten. “Von den 255 Stellen im Ausmaß von 4 und 22 Stunden können 61 offene Klassenlehrerstellen im Primarstufenbereich bis zur Hälfte mit neu eintretenden Lehrpersonen besetzt werden”, heißt es in einer Aussendung. Und weiter: “Alle anderen Klassenlehrerstellen werden schulintern besetzt werden. Insgesamt fehlen an den Sonderschulen und Volksschulen derzeit rund 12 klassenführende Lehrpersonen.”

Anfrage

Die Grünen als Regierungspartner der ÖVP und die FPÖ als Oppositionspartei nehmen die aktuelle Situation trotzdem zum Anlass, um Fragen zu stellen bzw. scharfe Kritik zu üben. So sorgt sich Grünen-Bildungssprecherin Eva Hammerer um den Personalmangel an den heimischen Kindergärten und Schulen und bezeichnet diesen wörtlich als “verheerend”. Sie fordert unter anderem die Miteinbindung von anderen Berufsgruppen in die Betreuungsarbeit an Kindergärten und Schulen. “Eine enge Zusammenarbeit von Vereinen, Musikschulen, SportlerInnen, TrainerInnen oder Künstlerlnnen mit pädagogischen Einrichtungen könnte die Personalkrise teilweise erleichtern.” Vor diesem Hintergrund übermittelte Hammerer an die Schullandesrätin einen prall gefüllten Anfragenkatalog.

Mit heftiger Kritik an der Bildungspolitik der Bundes- und Landesregierung wartet FPÖ-Bildungssprecherin Andrea Kerbleder auf. Bezugnehmend auf den im VN-Bericht erwähnten Rücktritt des Direktors der Sonderschule Jupident spricht Kerbleder von “großen Versäumnissen der letzten Jahre seitens der Verantwortlichen von Bund und Land. Die Schulleiter haben immer wieder auf die ständig zunehmende Problematik der überbordenden administrativen Aufgaben hingewiesen und dass ihnen dadurch wertvolle Zeit, die sie eigentlich in den Klassen bei ihren Schülern verbringen sollten, fehle. Erst auf massiven Druck hin wurden die Maßnahmen erhöht”.

Kerbleder teilt die Kritik mit der Lehrervertretung. So schließt sie sich etwa der Forderung an, die Bachelor-Ausbildung bereits nach drei Jahren abschließen zu können und den Master in zwei weiteren Jahren berufsbegleitend zu erlangen.

„Maßnahmen zur Unterstützung der Schulleitungen wurden immer erst auf Druck hin erhöht.“