Vergewaltigungsfall in Bludenz: Das sagt die Polizei zum Vertuschungsvorwurf

Vorarlberg / 13.07.2022 • 14:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vergewaltigungsfall in Bludenz: Das sagt die Polizei zum Vertuschungsvorwurf
VN

Fünf Afghanen als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Was die Polizei dazu sagt.

Bludenz, Bregenz Sowohl die Freiheitlichen wie auch die Boulevardpresse wundert sich, dass der Vorwurf zur im Februar geschehenen Tat erst jetzt bekannt wurde. Die Polizeidirektion Vorarlberg will den Vorwurf der Vertuschung nicht auf sich sitzen lassen.

Fünf Afghanen stehen nach einem Bericht der Online-Ausgabe des Mediums „eXXpress“ unter dringendem Tatverdacht, im Februar in Bludenz gemeinsam eine Vorarlbergerin vergewaltigt zu haben. Staatsanwaltschaft Heinz Rusch bestätigte gegenüber den Medien, dass sich die fünf Tatverdächtigen mittlerweile in der Feldkircher Justizanstalt in Untersuchungshaft befinden. Offiziell werde wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person ermittelt, so der Staatsanwalt. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Weder über das Opfer noch die Täter.

Da sich der Vorfall dem Vernehmen nach bereits im Februar ereignet hatte und keine Medienmitteilungen seitens der Polizei zu dem Fall hinausgingen, stellt „eXXpress“ die Frage: „Sollte der Fall vertuscht werden?“

Vergewaltigungsfall in Bludenz: Das sagt die Polizei zum Vertuschungsvorwurf
Polizeisprecher Horst Spitzhofer: “Haben von dem Fall nichts gewusst.” vn/gs

„Nichts davon gewusst“

Darauf hatte Polizeisprecher Horst Spitzhofer am Mittwoch gegenüber den VN eine klare Antwort: „Wir haben deshalb keine öffentliche Mitteilung versandt, weil wir schlicht und einfach nichts davon gewusst haben. Auch das Landeskriminalamt nicht. Wir haben erst heute von dem Fall erfahren.“

„Unklar und verwirrend“

Natürlich ging man bei der Landespolizeidirektion der Sache am Mittwoch sofort auf den Grund. Dazu Spitzhofer: „Es war so, dass sich im Februar ausschließlich die Polizeiinspektion Bludenz mit den Vorwürfen auseinandergesetzt hat. Doch waren die Fakten über die Tat damals noch so unklar und verwirrend, dass man weiter ermittelte und erst mal mit einer Anzeige zuwartete.“

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Die fünf Tatverdächtigen befinden sich in der Justizanstalt Feldkirch. vn/gs

Erst im Laufe der Zeit hätten sich die Fakten erhärtet, weshalb die Bludenzer Polizei den Sachverhalt schließlich direkt an die Staatsanwaltschaft übermittelte. Dass in solchen Fällen nicht auch das Landeskriminalamt und die Landespolizeidirektion informiert würden, sei grundsätzlich üblich. „Aus diesen Gründen wurde hier nichts verdunkelt“, stellt der Polizeisprecher klar.

Aussendung der FPÖ

Nach Bekanntwerden des Falls spricht FPÖ-Landesobmann Christof Bitschi dem Opfer sein Mitgefühl aus. „Unsere Gedanken sind beim Opfer dieses schrecklichen Verbrechens“, so Bitschi. Gegen die mutmaßlichen afghanischen Gewalttäter sei für ihn die volle Härte des Gesetzes notwendig. „Es muss klar sein, dass wir in unserem Land gewalttätige Asylanten solche schrecklichen Gewalttaten nicht akzeptieren.“ Gerade angesichts erneut steigender Asylzahlen fordert der FPÖ-Landesobmann einmal mehr „ein Ende der unverantwortlichen ’Willkommenspolitik’, die jetzt jahrelang auf dem Rücken der eigenen Bevölkerung vorangetrieben worden ist“.