Welches eingespielte Team auf der Weißenfluh jetzt Wanderer und Biker empfängt

Am Berg oberhalb von Dornbirn stellt sich seit Juni ein neues Pächter-Duo der Herausforderung Alphütte und kredenzt eine herzhafte Jause.
Dornbirn Auf einem Hochplateu oberhalb von Dornbirn, dort liegt die Alpe Weißenfluh. “Der Rundumblick ist schon etwas Besonderes”, ist sich Johanna Fröwis (41) sicher und lässt ihren Blick rund um die umliegenden Berge und die Alpwiesen schweifen.

Seit Juni sind die Hütte neben dem Gipfelkreuz und das Alpgebiet sozusagen der neue Lebensmittelpunkt von Johanna Fröwis, Thomas Ender und Olivia (fast 2). Dabei kümmern sich Johanna und Thomas abwechslungsweise um Gäste und Kinderbetreuung.

Da die Jausenstation ein beliebtes Ziel von Radfahrern und Wanderern ist, gibt es laufend Besuch. “Biker”, hat auch schon die kleine Olivia im geblümten Outfit in ihren Wortschatz integriert und zeigt mit dem Finger in Richtung Terrasse. Die Sonnenplätze mit Panoramablick dort sind vor allem an Wochenenden heiß begehrt.

“Vor allem die Biker haben uns sehr freudig begrüßt”, erzählt Johanna. Da andere Pacht-Interessierte für die Sommersaison kurzfristig abgesagt hätten, wären die Pforten der Hütte nämlich beinahe zu geblieben.
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“Meine Karenzzeit ging dem Ende zu und wir haben im Mai von der Situation auf der Weißenfluh erfahren. Dann haben wir spontan entschieden, die Herausforderung anzugehen.”

Johnanna hat bereits vor 20 Jahren mit einer Freundin einen Sommer auf der Weißenfluh verbracht. Außerdem sammelte die gelernte Masseurin bereits Alperfahrung im liechtensteinischen Malbun, war vor der Babypause zwei Jahre auf der nahegelegenen Kobelalpe im Einsatz und legte die Konzessionsprüfung ab.

“Wir sind gut in die Saison gestartet”, berichtet die 41-Jährige. Das Konzept ist einfach gehalten. Für Hungrige gibt es unter anderem eine Brettljause, Ziegenkäse oder Lumpensalat. Eingekauft wird nur bei regionalen Kleinproduzenten. Weder Fleisch aus Massentierhaltung noch Getränkeflaschen aus Plastik kommen bei den neuen Pächtern auf den Tisch. Auch beim Brot wird auf Bio gesetzt und auf Kaffee aus nachhaltiger Produktion Wert gelegt.

“Wir spüren schon, dass die Menschen grundsätzlich verhaltener geworden sind beim Konsumieren. Und 14,70 Euro für eine Bretteljause sind nicht ganz billig”, sagt Johanna und fügt hinzu: “Aber wir müssen ja auch noch was verdienen.” Zweimal pro Woche geht es mit einem Auto mit Allrad ins Tal zum Einkaufen und Wäsche waschen. Kündigen sich Gruppen an, geht es mit Olivia ebenso nach Hause.

Für die Herausforderung Weißenfluh hat Thomas seinen Job als Unternehmensberater im Softwarebereich gekündigt. “Das Arbeitsumfeld ist hier natürlich ein ganz anderes. Die Menschen bringen Zeit mit”, berichtet der Höchster von seinen ersten Erfahrungen. Für Thomas und Johanna bleibt mit dem neuen Job auf der Alpe nun ebenso genügend Zeit, um mit Olivia die Natur zu erkunden.

“Wir werden aber schon auch auf Veranstaltungen setzen müssen, damit das für uns hier rentabel ist”, meint Thomas. So feilt das eingespielte Duo im Moment an Plänen für eine Schlachtpartie, eine Alpmesse oder ein Sommernachtsfest und hofft auf Schönwetter und zahlreiche Gäste auf dem Plateau oberhalb von Dornbirn.
Alpe Weissenfluh
Lage Hochplateau östlich von Dornbirn (1368 m)
Erreichbarkeit zu Fuß oder mit dem Rad
Besonderheit Rundumblick
Öffnungszeiten Dienstag (16 bis 21 Uhr), Mittwoch bis Freitag (10 bis 21 Uhr); Samstag, Sonntag und Feiertag (9 bis 18 Uhr) und nach Vereinbarung
Webseite www.weissenfluh.at