Forstexperte: „Der Wald dürstet“

Vorarlberg / 13.08.2022 • 05:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der letzte größere Waldbrand in Vorarlberg ereignete sich am 16. Juli dieses Jahres in Dünserberg. <span class="copyright">Hofmeister</span>
Der letzte größere Waldbrand in Vorarlberg ereignete sich am 16. Juli dieses Jahres in Dünserberg. Hofmeister

In Liechtenstein herrscht derzeit große Waldbrandgefahr. Doch wie sieht die Situation in Vorarlberg aus?

Schwarzach Eigentlich herrschen in Liechtenstein seit Längerem dieselben Wetterverhältnisse wie in Vorarlberg: ausgebliebene Niederschläge, anhaltende Trockenperiode. Deshalb warnt das Amt für Bevölkerungsschutz des Fürstentums vor großer Waldbrandgefahr im ganzen Land.

Aktuell wurde in Liechtenstein das Verbot erlassen, offenes Feuer im Wald und in Waldesnähe bis auf Widerruf zu entzünden. Eine Entspannung der Lage sei erst nach intensiven Regenfällen zu erlassen. Jetzt aber herrsche Stufe 4 von 5 auf der Skala der Waldbrandgefahr.

Auch im benachbarten Vorarlberg sei derzeit Vorsicht geboten, sagte am Freitag auf Anfrage der VN Andreas Amann, Vorstand der Abteilung Forstwesen in der Vorarlberger Landesregierung. „Wir müssen Obacht geben“, warnt er. Eine Gefahren-Stufenskala wie in Liechtenstein sei in Vorarlberg nicht üblich. Im gegebenen Fall aber sehr wohl eine offizielle Warnung seitens des zuständigen Landesrates.

„Moderate Temperaturen“

Von einer akuten Waldbrandgefahr müsse man im Ländle zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht ausgehen. „Wir haben derzeit moderate Temperaturen. Sollten aber auch nächste Woche Niederschläge ausbleiben, könnte es schon riskant werden“, sagt Amann.

Andreas Amann, Vorstand der Abteilung Forstwesen in der Landesregierung.  <span class="copyright">amann</span>
Andreas Amann, Vorstand der Abteilung Forstwesen in der Landesregierung. amann

Liechtenstein, wo die Lage derzeit besonders angespannt ist, habe eine andere Geologie und grundsätzlich mehr Föhnwind. Aber auch in Teilen Vorarlbergs, vor allem im Oberland, würden ähnliche Bedingungen herrschen.

Allgemeine Trockenheit

Gegenwärtig seien Laub und Äste überall im Ländle überaus trocken. „Ja, der Wald dürstet, an gewissen Stellen sollte man offenes Feuer vermeiden“, stellt der Forstexperte fest. Stichwort offenes Feuer: Das sei im Wald und auf Wiesen in Vorarlberg ohnehin verboten, möglich allenfalls nur mit Zustimmung des Grundeigentümers. Natürlich unter speziellen Sicherheitsmaßnahmen, etwa der Verwendung von Feuerschalen.