Größte Wehranlage in Mitteleuropa

Vorarlberg / 09.09.2022 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Größte Wehranlage in Mitteleuropa
VN/Hartmann, Ledoldis

Die Burg Alt-Ems war über 800 Meter lang und bis zu 85 Meter breit.

Hohenems Auf dem Schlossberg in Hohenems, etwa 300 Meter über dem Rheintal, befindet sich die weitläufige Ruine der Burg Alt-Ems. Im 12. Jahrhundert wurde sie, genauso wie die Ruine Neuburg in Koblach, durch Herzog Welf VI. errichtet und gehört damit zu den ältesten Wehranlagen in Vorarlberg.

Auf der Ruine genießt man einen Blick über den Bodensee nach Deutschland.
Auf der Ruine genießt man einen Blick über den Bodensee nach Deutschland.

Rudolfus und Gosvvinus de Amides (von Ems) waren zwischen 1170 und 1191 die Ersten, die sich nach ihr benannten. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg allerdings erst im Jahre 1195, als Kaiser Heinrich VI. den Königssohn Wilhelm von Sizilien auf ihr gefangen halten ließ. Gegen Ende des Jahrhunderts gelangte die Burg in den Besitz der Staufer.

Als 1407 der Appenzellerkrieg wütete, belagerten die aufständischen Bauern auch Alt-Ems. Diese nahmen die Anlage schließlich ein und zerstörten sie. In den Jahren 1415 und 1416 wurde die Burg jedoch wieder aufgebaut. Kaiser Ferdinand I. erhob 1560 die Reichsritter von Ems in den Reichsgrafenstand. In der Folge baute Graf Jakob Hannibal I. die Burg zu einer mächtigen Festung aus. Im Auftrag von Graf Kaspar von Hohenems fanden 1618 einige Ergänzungs- und Ausbesserungsarbeiten statt. Mit sieben Toren, einer Zugbrücke und 47 Räumlichkeiten war Alt-Ems im 17. Jahrhundert die größte Burganlage in Mitteleuropa.

Nach dem Aufstieg fällt der Blick auf die wunderbar erhaltene Barbakane. 
Nach dem Aufstieg fällt der Blick auf die wunderbar erhaltene Barbakane. 

1759 starb mit Franz Wilhelm Maximilian der letzte Graf von Hohenems. Um 360 preußische Gefangene unterzubringen, wurde die Burg 1760 notdürftig in Stand gestellt. Fünf Jahre später übernahm Österreich die Grafschaft. In der Folge verkaufte man 1770 die Festungsartillerie. 1792 wurde die Anlage letztendlich versteigert und anschließend abgebrochen. Seit 1940 steht die Ruine Alt-Ems unter Denkmalschutz.

Größte Wehranlage in Mitteleuropa

Erhaltungsmaßnahmen

Die Ruine Alt-Ems befindet sich in Privatbesitz. Deshalb gibt es bereits seit den 90er-Jahren Vereinbarungen zu den Erhaltungsmaßnahmen mit der Familie Waldburg-Zeil. Hauptbestandteil ist, dass der Verkehrsverein Hohenems Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine organisiert und ausführt, im Gegenzug dazu wird die Ruine kostenlos öffentlich zugänglich gehalten.

Bereits seit 1940 werden in unregelmäßigen Abständen Erhaltungsmaßnahmen an der Ruine Alt-Ems durchgeführt. Fast 1,1 Millionen Euro wurden während der 16 Bauetappen in die Ruine investiert. „An der ganzen Anlage zu arbeiten ist schlichtweg unmöglich, deshalb konzentrieren wir uns auf den ältesten Teil der Ruine, welcher über 850 Jahre alt ist“, erklärt Dieter Heidegger, Obmann vom Verkehrsverein Hohenems.

Über eine Eisentreppe im Palas gelangt man zum Aussichtspunkt.
Über eine Eisentreppe im Palas gelangt man zum Aussichtspunkt.

„Wir konzentrieren uns auf den ältesten Teil der Ruine, der über 850 Jahre alt ist.“

Dieter Heidegger, Obmann Verkehrsverein Hohenems

Ausflugsziel Ruine Alt-Ems

Unsere Ruinen-Wanderung startet beim Parkplatz am Schlossplatz in Hohenems. Dort entdecken wir bereits Wegweiser, die uns über mehrere Varianten zur Ruine Alt-Ems führen. Wir entscheiden uns für den Zick-Zack-Weg und den Rückweg über den Winzersteig zu bestreiten. Die Wege sind sehr gut beschildert und so auch für Ortsunkundige leicht zu finden.

Größte Wehranlage in Mitteleuropa

Ruine Alt-Ems, Hohenems

GEHZEIT 1 Stunde 35 Minuten

KILOMETER 3,35

HÖHENMETER 220

PARKMÖGLICHKEIT Parkplatz Schlossplatz

ÖFFENT. VERKEHRSMITTEL Bushaltestelle Hohenems Schlossplatz

EINKEHRMÖGLICHKEITEN Landgasthof Hirschen

SONSTIGES Grillstelle vorhanden

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Quelle: Die Vorarlberger Burgen – Alois Niederstätter