Jarinas hoffnungsvolle Rückkehr nach Kiew. Doch dann …

Vorarlberg / 10.10.2022 • 19:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jarina Budmerchuk mit Söhnchen Mateo. Die 27-jährige Ukrainerin freute sich auf die Rückkehr in ein sicheres Kiew. Doch kaum war sie da, flogen schon die Bomben.<span class="copyright"> VN/Paulitsch</span>
Jarina Budmerchuk mit Söhnchen Mateo. Die 27-jährige Ukrainerin freute sich auf die Rückkehr in ein sicheres Kiew. Doch kaum war sie da, flogen schon die Bomben. VN/Paulitsch

Jarina Budmerchuk (27) reiste von Dornbirn voller Freude zurück nach Kiew. Kurz bevor Putins Bomben einschlugen.

Dornbirn Jarina Budmerchuk war mit ihrem wenige Wochen alten Baby Mateo eine von 13 ukrainischen Flüchtlingen, die Mitte März dieses Jahres in Dornbirn aufgenommen wurde. Ein halbes Jahr später freute sich die Kiewerin riesig, als es hieß: Rückkehr nach Kiew. Zurück in die Heimatstadt, zurück zum Ehemann, den sie so lange nicht mehr sah. Am Samstag war es so weit. Per Flugzeug ging es von Memmingen an die ukrainische Grenze nach Polen. “Von dort fuhr sie nach Kiew”, berichtet Schwester Albina, die in Vorarlberg lebt und verheiratet ist. “Jarina und Matteo kamen am Montag um vier Uhr früh in Kiew an, hofften auf ein ruhiges Leben. Um vier Uhr gingen Putins Bomben auf die Stadt herunter.”

“Das ist ja schrecklich”

Albina wusste bis Montagmittag nichts von der Bombardierung Kiews und anderer ukrainischer Städte. Nichts über die Gefahr, in der sich ihre Schwester mit ihrem Söhnchen befand. Sie erfuhr davon erst nach der Kontaktnahme durch die VN. “Ich war am ersten Tag in meinem neuen Job beim Arbeiten. Ich weiß nichts. Das ist ja schrecklich!”

Knapp eineinhalb Stunden später konnte Albina Erath bezüglich ihrer Schwester Entwarnung melden. “Jarina und Mateo sind wohlauf und in Sicherheit. Ich bin so erleichtert.”

Mann im Militäreinsatz

Leider mischten sich auch traurige Nachrichten. “Jarina traf ihren Mann nicht an. Er ist noch im militärischen Einsatz im Süden des Landes. Mehr konnte mir meine Schwester noch nicht berichten.” Inständig hofft die kleine Familie, dass der Vater jetzt zumindest kurzfristig Urlaub bekommt, um Frau und Baby in die Arme zu schließen.

Immerhin ist Jarinas Vater da. Er kann sich um seine Tochter und das kleine Enkelsöhnchen kümmern. Doch für die 27-Jährige ist dennoch nichts, wie sie erhofft hatte. In Kiew erlebt sie wieder Krieg statt Frieden, und das Wiedersehen mit ihrem Mann muss auf sich warten lassen. Die Angst ist omnipräsent.

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