Exklusive Bilder: Die abgespeckte S18 nimmt Formen an

Unterirdisch, weniger Anschlussstellen und Auf- bzw. Abfahrten: Erste Bilder zeigen, wie eine redimensionierte S18 ausschauen könnte.
Bregenz Die Evaluierung der Riedstraßenpläne endete im Jänner dieses Jahres in einem Paukenschlag. Im Land und der benachbarten Schweiz war der Unmut jedenfalls groß, als Wien plötzlich eine Südvariante (intern als 3.1 bezeichnet) aus dem Hut gezaubert hatte und diese als beste Lösung favorisierte. Die Interpretation der Ergebnisse stieß im Landhaus auf heftigen Widerstand. Tatsächlich schneidet die neu ins Spiel gebrachte “Gewessler-Variante” in der Evaluierung längst nicht so gut ab, weist vor allem für Lustenau eine deutlich geringere Entlastungswirkung auf und ließe sich auch nicht schneller umsetzen als die zuletzt diskutierte Riedstraße (S18 CP-XR).


Für ebendiese Variante sahen die Experten bei der Evaluierung eine deutliche Redimensionierung vor, an der seither im Hintergrund gearbeitet wird. Den VN liegen jetzt Bilder vor, die einen ersten Eindruck der abgespeckten Riedstraße vermitteln. So kommt die Straße mit weniger Fahrbahnen, Anschlussstellen und Rampen aus und wird gänzlich unterirdisch durchs Ried geführt. Die Anschlussstelle Lustenau Mitte beim Betriebsgebiet “Rasisbündt” findet in den Plänen keine Berücksichtigung mehr. Lustenau würde unterirdisch umfahren. “Das Ried wäre damit nicht mehr durch eine Straße getrennt”, beschreibt der zuständige Landesrat Marco Tittler (46, ÖVP) im Gespräch mit den VN.


Zur Verkleinerung des Projekts zählt zudem ein flächenschonender Ausbau des Autobahnknotens Dornbirn-West und vier statt sechs Fahrstreifen von Dornbirn nach Lustenau zum Millenium Park und zur Anschlussstelle Lustenau Süd. Nächste Auf- und Abfahrten gäbe es dann bei der Anschlussstelle Lustenau-Nord unweit des Rheins, der ebenfalls in einem Tunnel unterirdisch gequert würde. Danach sieht die Evaluierung entgegen ursprünglichen Überlegungen in Höchst nur noch einen Halbanschluss vor. Aber selbst dieser stehe, wie Landesrat Tittler den VN bestätigte, mittlerweile zur Diskussion.


Die abgespeckte CP-Variante könnte demnach noch kleiner ausfallen. Die ASFINAG prüft jedenfalls. Auch die Gemeinde ist informiert. Die Meinungsfindung ist allerdings erst in einem Anfangsstadium. “Die ASFINAG muss diese Redimensionierungen ins Vorprojekt einarbeiten und im Zuge dessen auch mit den Gemeinden Gespräche führen”, beschreibt Tittler die weitere Vorgangsweise. Dann gelte es zu schauen, ob ein einreichfähiges Projekt ausgearbeitet werden könne. Vor nächstem Jahr rechne er jedenfalls nicht damit.


Eine S18 mit nur mehr zwei Anschlussstellen? Für Tittler ist das grundsätzlich denkbar, vorbehaltlich einer Zustimmung aus Höchst. “Der dortige Verkehr müsste über die Rheinbrücke zum Anschluss Lustenau Nord”, so der Landesrat. Dass eine insgesamt deutlich abgespeckte Variante noch die erwartete Leistungsfähigkeit haben könnte, bezweifelt Tittler nicht. “Es bleibt trotzdem eine vierspurige Straße.” Im Zuge des Vorprojekts müsse freilich noch eine verkehrliche Prüfung erfolgen und die Variante dieser auch standhalten.

Das viel diskutierte Straßenprojekt nimmt jedenfalls Formen an. “Wenn sich diese Redimensionierung ins Projekt einarbeiten lässt und die Leistungsfähigkeit der Straße weiterhin gegeben ist, dann wäre das ein guter nächster Schritt”, so Marco Tittler. Ob die CP-Variante schließlich machbar sei, das werde das Verfahren zeigen müssen. “Für uns ist es jedenfalls die Variante mit der höchsten Umsetzungsmöglichkeit.” Am unmissverständlichen Nein zur 3.1-Variante aus dem Gewessler-Ministerium in Wien hat sich im Landhaus jedenfalls nichts geändert.
