Was die Blitzböller in der Bregenzer Silvesternacht anrichteten

Vorarlberg / 01.01.2024 • 15:50 Uhr
Gerhard Moriggl und Roman Linger sind am ersten Tag des neuen Jahres im Dienst. Die Spuren der Silvesterknallerei wollen beseitigt werden. <span class="copyright">VN/Paulitsch </span>
Gerhard Moriggl und Roman Linger sind am ersten Tag des neuen Jahres im Dienst. Die Spuren der Silvesterknallerei wollen beseitigt werden. VN/Paulitsch

Gesprengte Abfalleimer durch diese hochgefährlichen Feuerwerkskörper. Ansonsten blieb alles im Rahmen.

Bregenz Erich Knappitsch (56), Chef des Bauhofs in Bregenz, wird am Vormittag des 1. Jänner nur einmal kurz etwas erregt. “Also diese Blitzböller, die da manche aus der Schweiz geholt haben, sind schon hochgefährlich. Mit denen haben sie Abfallkübel gesprengt.” Zum Beweis zückt Knappitsch sein Smartphone heraus und zeigt die Folgen einer Blitzböllerattacke auf einen metallenen Abfalleimer im Vorkloster.

Unrat aller Art

Die Silvesternacht in Bregenz und ihre Spuren am Tag danach. “Es war vom Unrat her nicht so wild wie auch schon”, zieht Gerhard Moriggl (59), eine Zwischenbilanz. Mit Fahrer Roman Linger (60) ist er seit 6 Uhr in der Früh unterwegs. “Wir fangen immer an der Pipeline an. Danach geht’s zum Yachthafen, über das Seecamping, dem Wocherhafen, entlang des Achdamms bis zum Weidachknoten. Die Seeanlagen übernimmt die Stadtgärtnerei”, erklärt Linger. Nachsatz: “Aber wir arbeiten bestens zusammen.”

Die Männer des Bauhofs Bregenz machen die Landeshauptstadt wieder sauber. Das bedeutet nach der Silvesternacht viel Arbeit.
Die Männer des Bauhofs Bregenz machen die Landeshauptstadt wieder sauber. Das bedeutet nach der Silvesternacht viel Arbeit.

Auf der Ladefläche des Bauhof-Fahrzeugs staut sich der Müll: Feuerwekrsbatterien, Flaschen, Sektgläser, abgebrannte Raketen, Dosen, Plastikkübel, Papier.

Einer der berüchtigten Blitzböller hat den schweren Metallabfalleimer ziemlich verformt. Menschen kamen in der Bregenzer Silvesternacht nicht zu Schaden.
Einer der berüchtigten Blitzböller hat den schweren Metallabfalleimer ziemlich verformt. Menschen kamen in der Bregenzer Silvesternacht nicht zu Schaden.
Es gab in Bregenz aber durchaus Silvester-Feiernde, die wussten, was sich gehört und ihren Müll ordentlich entsorgten.
Es gab in Bregenz aber durchaus Silvester-Feiernde, die wussten, was sich gehört und ihren Müll ordentlich entsorgten.

Die Guten und die Bösen

Die Aufräummannschaft besteht aus mehreren Teams. Erich Knappitsch betreut seine Männer kumpelhaft. Die Stimmung ist gut. Für die Stadtmitarbeiter ist der Dienst am Neujahrstag Routine, die meisten von ihnen haben das schon öfters gemacht. Knappitsch spricht von guten und schlechten Beispielen des Silvester-Feierns mit Feuerwerkskörpern. “Es gibt auch solche, die wissen, wie man den Unrat ordnungsgemäß beseitigt.” Er zeigt ein Foto mit einem Abfalleimer, neben dem ein fein säuberlich bepackter Papiersack voll mit Überresten von Feuerwerkskörpern geparkt ist.

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Erich Knappitsch, Leiter des Bauhofs in Bregenz, hat mit seinen Mitarbeitern am Neujahrstag ganze Arbeit geleistet.
Erich Knappitsch, Leiter des Bauhofs in Bregenz, hat mit seinen Mitarbeitern am Neujahrstag ganze Arbeit geleistet.

Nicht alles auf einmal

Beim Bauhof trifft kurz vor elf Uhr Daniel Meusburger mit seinem Kleinlaster voll mit Silvestermüll ein. Auch er berichtet von einer nicht überdurchschnittlich großen Menge von Abfall, die er aufgeklaubt hat. “Es ist heuer punktuell ganz unterschiedlich. An gewissen Stellen war sehr viel Unrat, an anderen wiederum kaum etwas. Es war echt schon dramatischer.”

Endstation Bauhof Bregenz. Dorthin wurde der Silvermüll gebracht.
Endstation Bauhof Bregenz. Dorthin wurde der Silvermüll gebracht.

Den Großteil der Arbeit haben die Bauhofmitarbeiter schon hinter sich. “Wir können den letzten Rest auch am nächsten Tag beseitigen”, macht Knappitsch keinen Stress. Ihm ist wichtig, dass jeder seiner Männer gerade auch an diesen Tagen eine Portion Freizeit bekommt.