Energieverbrauch geht zurück

Von den Haushalten bis zur Industrie: Insgesamt drei Prozent minus im vergangenen Jahr.
SCHWARZACH. In Vorarlberg ist der Energieverbrauch im vergangenen Jahr zurückgegangen. Und zwar um drei Prozent. Alles in allem hat sich damit ein Trend fortgesetzt. Die Gründe dafür sind zahlreich, wie Martin Reis, Geschäftsführer des Energieinstituts, bestätigt. Rückgange waren in allen großen Bereichen feststellbar, ob bei den Haushalten, beim Verkehr oder in der Industrie.
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Von der amtlichen Statistik Austria wird regelmäßig der gesamte Energieverbrauch ermittelt und in der Maßeinheit Terajoule ausgewiesen. Für 2023 und allein Vorarlberg ist dabei die Gesamtsumme von 37.748 im Jahr 2023 herausgekommen. Niedriger war sie zuletzt 2002, also vor 22 Jahren.
Rückgänge hat es 2023 in allen Bereichen gegeben. Unter anderem auch bei den Haushalten. Ein großer Einflussfaktor sind hier die Witterungsverhältnisse: „Ist es kalt, ist relativ viel Heizenergie nötig“, erklärt Reis. 2023 war es jedoch mild, also handelte es sich um weniger. Dazu kommt, dass Häuser immer besser isoliert sind. Das trägt ebenfalls zur Entwicklung bei.

Außerdem stellt Reis eine Entkoppelung zwischen dem anhaltenden Bevölkerungswachstum und vor allem auch den CO2-Emissionen fest. Viele Haushalte rüsten um. Zum Beispiel von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe.
Die Entkoppelung geschieht darüber hinaus im Verkehr: „Die gefahrenen Kilometer in Personenkraftwagen sind in den letzten Jahren leicht, aber doch zurückgegangen“, so Reis: „Es gibt eine ganz leichte Trendwende beim mobilisierten Verkehr.“
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Dazu passt, dass im Land weniger Sprit getankt wird. Rund 72.000 Tonnen Benzin im vergangenen Jahr entsprachen etwas weniger als im letzten Vor-Corona-Jahr (2019) und 209.000 Tonnen Diesel sogar um ein Fünftel weniger als damals. Hier kommt allerdings ein anderer Faktor mit ins Spiel, der erheblich ist: Tanktourismus. „Bei Diesel ist die Preisdifferenz zu Deutschland kleiner geworden. Daher kommen weniger, um zu tanken. Das betrifft vor allem auch den Güterverkehr“, so Reis.
Seit Jahren recht konstant und zuletzt rückläufig ist der Energieverbrauch in der Industrie. Wie private Haushalte rüsten auch Unternehmen um. Zusätzlich kommt es in ihrem Fall allerdings zu einem Rückgang aufgrund der Wirtschaftskrise: Es wird weniger produziert und daher weniger Energie benötigt. Für den Klimaschutz möge das gut sein, für die Gesellschaft insgesamt sei es das jedoch nicht, analysiert Reis: „Es wäre besser, wenn die Reduktion ausschließlich durch Effizienzgewinne zustande kommen würde.“
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Statistik Austria erfasst im Übrigen, wie viel Energie produziert wird. Unter anderem durch Photovoltaik. Da geht die Kurve in Vorarlberg steil nach oben. 2023 sind so 261.797 Megawattstunden Strom erzeugt worden. Das waren zwei Mal mehr als 2021 und ganze 20 Mal mehr als 2010. Reis: „Das macht die Bürger zu Energieproduzenten und sensibilisiert sie dafür, wann es am besten ist, zum Beispiel die Waschmaschine laufen zu lassen.“ Sodass sie am Ende auch noch weniger Strom verbrauchen.