Vogelgrippealarm am Bodensee: “Panik ist überhaupt nicht angebracht”

Experten sind wegen des aktuellen Funds in der Schweiz aber sensibilisiert.
Triboltingen Vogelgrippealarm am Bodensee: In Triboltingen (Kanton Thurgau) am Untersee wurde bei einer Mittelmeermöwe das Vogelgrippevirus nachgewiesen. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hat umgehend reagiert und drei Kilometer um die Fundstelle ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Laut der Behörde handelt es sich um den zweiten Vogelgrippefall bei Wildvögeln in diesem Jahr in der Schweiz.
In Vorarlberg liegt der letzte Vogelgrippefall rund eineinhalb Jahre zurück. Walter Niederer, Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta, ist wegen des aktuellen Fundes in der Schweiz sensibilisiert, Panik sei deswegen aber überhaupt nicht angebracht. Zumal man auch nicht wisse, wo die in der Schweiz tot aufgefundene Mittelmeermöwe genau war und wie lange sie sich schon am Bodensee aufgehalten hat.

„Wir sind mit den Bauhöfen, Hafenmeistern oder Restaurantbesitzern am See gut vernetzt. Auch die Sensibilität in der Bevölkerung ist groß. Ich denke, wenn etwas herum wäre, dann wüsste ich es“, hält er fest. Sollte jemand einen toten Wasservogel finden, würde man diesen sofort nach Wien zur Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) schicken. Die Bodenseeanrainerstaaten seien außerdem gut vernetzt. “In einem europaweiten Projekt werden Proben gesammelt. Wir schauen, dass wir immer möglichst viel Wissen generieren, damit wir dann die bestmöglichen Entscheidungen treffen können”, ergänzt der Vogelexperte.

Das Vogelgrippevirus ist laut Ages hochansteckend und kann sehr leicht von infizierten Wildvögeln bzw. ihrem Kot auch auf Hausgeflügel übertragen werden. Bei engem Kontakt mit infizierten Vögeln ist in seltenen Fällen auch eine Übertragung auf den Menschen möglich.
Beim letzten Vogelgrippeausbruch im Frühling 2023 sind in Vorarlberg rund 500 Lachmöwen und Flussseeschwalben verendet. „Das war aber während der Brutzeit. Da sitzen die Kolonienbrüter alle zusammen auf demselben Floß oder auf derselben Insel”, merkt der Geschäftsführer des Naturschutzvereins Rheindelta an.