Wildtierhilfe Vorarlberg: “Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt”

Vorarlberg / 16.01.2026 • 11:51 Uhr
Wildtierhilfe Vorarlberg: "Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt"
Katharina Feurstein setzt sich seit 2005 für verletzte und verwaiste Wildtiere ein.pem

Lange Zeit herrschte Ungewissheit, wie es mit dem Verein weitergeht. Nun steht ein entscheidender Schritt bevor.

Dornbirn Die Wildtierhilfe Vorarlberg blickt auf herausfordernde Jahre zurück. Jetzt lässt Obfrau Katharina Feurstein mit positiven Nachrichten aufhorchen. Der Verein wird mit dem Forster-Steinberg-Stiftungspreis ausgezeichnet, vergeben von der Vetmeduni Wien und der Tierärztlichen Fakultät der LMU München. Ausgezeichnet wird das langjährige, ehrenamtliche Engagement für verletzte und verwaiste heimische Wildtiere sowie das fachliche Konzept der geplanten Wildtierstation. “Wir sind unglaublich stolz und dankbar für diese Auszeichnung”, sagt Feurstein. “Dass unsere Arbeit nicht nur in Vorarlberg, sondern auch in der einschlägigen Fachwelt – und sogar über die Grenzen hinaus – Anerkennung findet, ist alles andere als selbstverständlich.” Der Preis sei eine große Wertschätzung für viele Jahre Einsatz, aber auch ein starkes Signal in einer Phase, in der der Verein vor enormen Herausforderungen gestanden sei.

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Die Wildtierhilfe Vorarlberg kümmert sich seit 2005 um Wildtiere in Not. Bisher betreuten die ehrenamtlichen Helfer ihre Schützlinge in ihren privaten Räumlichkeiten. Der Plan, eine zentrale und professionelle Wildtierstation zu errichten, begleitete den Verein daher über viele Jahre. Zwischenzeitlich schien das Projekt gescheitert, nachdem die zugesagten Fördermittel des Landes deutlich gekürzt worden waren. “Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen”, erinnert sich Feurstein. “Es gab Momente, in denen wirklich alles aussichtslos erschien.”

Wildtierhilfe Vorarlberg: "Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt"
Das Gebäude wird direkt neben dem Vorarlberger Tierschutzheim errichtet.roland paulitsch

Aufgegeben hat der Verein dennoch nicht. Für Katharina Feurstein und ihr Team sei vor allem der breite Rückhalt aus der Bevölkerung motivierend gewesen. “Die Solidarität war überwältigend”, sagt die Göfnerin. Förderungen von Liechtensteiner Stiftungen, private Spender sowie die Hilfe von Firmen und Einzelpersonen machten es schließlich möglich, den Bau finanziell abzusichern. Das Land Vorarlberg beteiligt sich mit einem jährlichen Beitrag am laufenden Betrieb.

Wildtierhilfe Vorarlberg: "Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt"
Die Fertigstellung ist für den Frühsommer 2026 geplant. Wildtierhilfe

Damit ist nun auch der Baustart fix: Am 26. Jänner fällt in Dornbirn-Martinsruh direkt neben dem Vorarlberger Tierschutzheim der Spatenstich für die erste offizielle Wildtierstation des Landes. Die Eröffnung und Inbetriebnahme sollen im Frühsommer 2026 erfolgen. Die Wildtierstation wird künftig professionelle Pflege- und Rehabilitationsbereiche für heimische Vögel und Kleinsäuger bieten. “Unser Ziel ist es, die Tiere fachgerecht zu versorgen und wieder in die Natur zu entlassen. Gleichzeitig soll die Station die bisherige ehrenamtliche Arbeit langfristig absichern und strukturieren”, erklärt die diplomierte Tierpflegerin.

Wildtierhilfe Vorarlberg: "Jetzt beginnt für uns ein neuer Abschnitt"
Die Pläne lagen lange in der Schublade, jetzt geht es für den Verein an den Bau. JK&P

Mit dem Baustart beginnt auch eine kostenintensive Phase. Für Bau, Ausstattung und den späteren Betrieb ist der Verein weiterhin auf Unterstützung angewiesen, sei es durch Sachspenden, handwerkliche Hilfe oder finanzielle Beiträge. “Der Spatenstich ist kein Abschluss, sondern der Beginn eines neuen Abschnitts”, sagt Feurstein. “Unser Ziel bleibt klar: Wildtieren in Vorarlberg eine verlässliche und fachgerechte Hilfe zu bieten.”

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Nach jahrelanger Planung fällt für das Projekt Wildtierstation nun der Startschuss. VN-Tas