Grippewelle belastet Spitäler

Allein in Vorarlberg müssen 50 Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden.
SCHWARZACH. Schier jede Person im Land kennt eine, die mit Grippe im Bett liegt; sofern sie es nicht selbst tut. Zufall ist das keiner: Österreich und Vorarlberg sind von einer „starken Grippewelle“ betroffen, wie die Virologin Monika Redlberger-Fritz erklärt, die das bundesweite Geschehen überwacht. Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher lässt wissen, dass sich die Anzahl der Infizierten innerhalb einer Woche beinahe verdoppelt habe. Allein die ÖGK verzeichne hunderte Versicherte, die wegen einer echten Influenza (Grippe) krankgeschrieben seien sowie Tausende weitere, die aufgrund grippaler Infekte bei der Arbeit fehlen würden.

Eine echte Grippe sei nicht lustig, heißt es in einer Informationskampagne des Gesundheitsministeriums. Es gibt Leute, denen setzt sie so sehr zu, dass sie ins Spital gebracht werden müssen, um dort stationär behandelt zu werden. Auch in Vorarlberg kommt das zunehmend öfter vor: „Mitte Dezember ist es schlagartig von einzelnen auf rund 30 Fälle gegangen“, berichtet Oberärztin Gabriele Hartmann, Leiterin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektionsvorsorge der Vorarlberger Landeskrankenhäuser. Zuletzt habe man bei rund 50 Patientinnen und Patienten gehalten. Wobei es laufend welche gebe, die wieder in die häusliche Pflege entlassen werden können, zugleich aber andere, die neu aufgenommen werden müssen.

Es sei kein Vergleich zur Grippewelle des vergangenen Jahres. Diese sei kaum feststellbar gewesen. Bei rund 50 Patientinnen und Patienten, die zugleich behandelt werden müssen, werde es für das Personal „herausfordernd“. Es müsse schließlich aufgepasst werden, dass es zu keinen Ansteckungen komme. Die Betroffenen müssten isoliert werden. In den Abteilungen seien Umschichtungen und Zusammenlegungen notwendig.
Die meisten Betroffenen seien „hochaltrig“, also 80, 90 oder älter, so Hartmann. Auffallend sei, dass viele nicht geimpft sind: „Vier, fünf, maximal zehn von 50.“ Tatsächlich ist die Durchimpfungsrate in der Bevölkerung niedrig. Laut Landessanitätsdirektor Amann beträgt sie weniger als zehn Prozent.

Noch sei es allerdings nicht zu spät: „Impfungen sind noch möglich und noch sinnvoll“, so Grabher. Redlberger-Fritz kann das nur unterstreichen: „Eine Grippewelle dauert durchschnittlich zwölf bis 14 Wochen. Wir stehen zurzeit bei der Hälfte, und ein Schutz tritt gut eine Woche nach der Impfung ein.“ Besonders empfohlen wird eine solche Älteren und Menschen mit einer chronischen Erkrankung.

Angetrieben wird die aktuelle Grippewelle durch einen neuen Virusstamm namens „Subklade K“. Er dürfte nicht zu schwereren Erkrankungen führen, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass er ansteckender ist als andere Stämme. Jedenfalls hat die Welle früher begonnen und könnte daher auch früher enden. Wobei laut Redlberger-Fritz entscheidend wird, wie sich der Schulbeginn nach den Weihnachtsferien auswirkt; es werde sich erst in den nächsten Tagen zeigen, ob sich das Virus dadurch noch stärker ausbreitet und sich die Welle weiter vergrößert oder nicht.