Grippewelle verzieht sich

Vorarlberg / 30.01.2026 • 16:20 Uhr
Grippewelle verzieht sich
Die aktuelle Grippesaison hat früher begonnen und geht auch früher zu Ende. Auch in den Spitälern ist die Entspannung bereits angekommen. Foto: APA

Höhepunkt überschritten: Deutlich weniger Spitalspatienten als noch Anfang Jänner.

SCHWARZACH. Früher als in vergangenen Jahren hat die saisonale Grippewelle ihren Höhepunkt überschritten und ist dabei, sich zu verziehen: „Wir haben nur noch ganz, ganz wenige Fälle in unserer Ordination“, sagt Hubert Dünser, der als Arzt die Vorderlandpraxis in Röthis betreibt: Influenza sei eher nur noch die Ausnahme. 

Hubert Dünser
„Wir haben nur noch ganz, ganz wenige Fälle in unserer Ordination”, berichtet Hubert Dünser von der Vorderlandpraxis in Röthis. Foto: Dünser

Angetrieben worden ist das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen durch eine neue Virusvariante, nämlich die sogenannte „Subklade K“. Sie gilt als hochansteckend, und daher ist es schon im Advent zunehmend zu Grippefällen gekommen. Auch in den Spitälern mussten da österreichweit wie in Vorarlberg mehr und mehr Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden. Hierzulande vervielfachte sich die Zahl der Neuaufnahmen von drei in der ersten Dezember-Woche auf 56 in der ersten Jänner-Woche. Es waren vergleichsweise viele und doch weniger als ursprünglich befürchtet worden waren. Wichtiger ist jedoch, dass sich die Lage insgesamt seither entspannt.

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Überall ist dieser Trend noch nicht angekommen. Rainer Taferner, Kinderarzt in Bregenz, ist nach wie vor mit vielen Kindern mit Grippe konfrontiert, wie er berichtet. Zunehmend gebe es daneben aber auch RSV-Infektionen. RSV steht für „Respiratorisches Synzytial-Virus“. Als klassische Symptome dafür gelten Schnupfen, Husten, Hals- und Kopfschmerzen sowie leichtes Fieber.

Der Komplexitätsforscher Peter Klimek, der an der Medizinischen Universität Wien tätig ist und das Geschehen verfolgt, bestätigt, dass die Grippewelle ihren Höhepunkt überschritten hat. Bilanz: Sie sei stärker gewesen als in den letzten Jahren, das „aber nicht wesentlich“.

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Auffallend sei, was sich in Bezug auf Corona tue: Die Virenkonzentration im Abwasser lasse darauf schließen, dass das Infektionsgeschehen vergleichbar sei mit dem in vergangenen Wintern. Es gebe aber wesentlich weniger schwere Erkrankungen. Das ist ein gutes Zeichen: In der Bevölkerung hat die Immunität demnach weiter zugenommen.

Vorarlberger des Tages Fotos von Christoph Scheffknecht, seit einem Jahr Leiter des Umweltinstituts Vorarlberg
In Vorarlberg kümmert sich Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts, um das Abwassermonitoring: Zumindest in Meiningen ist die Entspannung feststellbar. Foto: VN/Paulitsch

In Vorarlberg kümmert sich Christoph Scheffknecht, Leiter des Umweltinstituts des Landes, um das Abwassermonitoring. Dabei werden in den Kläranlagen Hofsteig und Meiningen regelmäßig unterschiedliche Virenkonzentrationen gemessen. Sie zeigen an, wie es um das Infektionsgeschehen in den Einzugsgebieten bestellt ist. In Hofsteig ist laut Scheffknecht „eher eine Seitwärtsbewegung“ zu beobachten, während es in Meiningen sowohl bei der Grippe als auch bei Corona einen Rückgang gebe.