Kein Feuerwerk, mehr Datenschutz: Das ändert sich dieses Jahr beim Schaaner-Ried-Fahren

Beim traditionellen Nachtumzug am Rosenmontag setzt Frastanz dieses Jahr neue Akzente. Das Schaaner-Ried-Fahren kommt erstmals ohne Pyrotechnik aus. Auch beim Ausrufen der Namen gibt es eine Änderung.
Frastanz Das traditionelle Schaaner-Ried-Fahren in Frastanz am Rosenmontag bringt heuer gleich zwei Neuerungen mit sich. Zum einen verzichtet das Faschingskomitee Frastanz erstmals bewusst auf ein Feuerwerk, zum anderen werden jene Personen, deren Namen traditionell ausgerufen werden, im Vorfeld um ihr Einverständnis gebeten. Dieser Schritt soll auch dem Datenschutz Rechnung tragen.

“Wir wollten heuer bewusst zeigen, dass das ‚Schaaner-Ried-Fahren‘ aus sich selbst heraus wirkt”, erklärt Alexander Payer, Obmann des Faschingskomitees Frastanz, in einer Aussendung. “Das Schaaner Ried braucht kein großes Feuerwerk – es lebt vom Brauchtum.”

Für Payer ist der bewusste Verzicht auf Pyrotechnik ein klares Bekenntnis zu einem zeitgemäßen Umgang mit der Tradition: “Wir möchten noch intensiver ins eigentliche Brauchtum des Nachtumzugs eintauchen. Lärm, Masken und Bewegung erzählen genug – das ist moderner Fasching mit Wurzeln.”

Unterstützung für diese Entscheidung kommt auch aus dem Rathaus. Der Frastanzer Bürgermeister Walter Gohm sieht im Schaaner-Ried-Fahren ein wichtiges kulturelles Erbe der Gemeinde. “Dieser Nachtumzug ist ein Stück Frastanzer Identität. Dass der Brauch weiterentwickelt wird, ohne seinen Charakter zu verlieren, zeigt, wie lebendig unsere Traditionen sind”, so Gohm in der Aussendung.

“Ausrufen” der Ledigen und Datenschutz
Ein zentrales Element bleibt das Ausrufen der Namen lediger Frastanzerinnen ab 30 Jahren und lediger Frastanzer ab 35 Jahren. Diese Aufgabe übernehme erneut Vereinsmitglied Stefan Heinzle. Neu ist dieses Jahr, dass die Betroffenen im Vorfeld persönlich um ihr Einverständnis gebeten wurden.
Die Neuerung ist auch vor dem Hintergrund der Diskussionen des vergangenen Jahres zu sehen. Damals war das Schaaner Ried wegen möglicher datenschutzrechtlicher Bedenken beim Ausrufen lediger Frastanzer in den Fokus geraten – die VN berichteten. Mit der nun eingeführten Einholung des Einverständnisses reagiert das Faschingskomitee auf diese Debatte, ohne den Kern des Brauchs infrage zu stellen. “Das Ausrufen gehört einfach dazu. Es ist Teil unserer Dorfkultur und wird mit Respekt, aber auch mit einem Augenzwinkern gelebt”, sagt Heinzle.