Ruhe und Respekt im Umgang mit dem Tod

Elias Rapaic ist Bestattungsgehilfe und hat in diesem Beruf seine Erfüllung gefunden.
Hard Der 22-jährige Elias Rapaic strahlt mit seiner ruhigen und respektvollen Art eine besondere Gelassenheit aus. Gekleidet in Hemd, Krawatte und Arbeitsjacke sorgt der gebürtige Hohenemser dafür, dass Verstorbene ihre letzte und würdige Ruhe finden. Er weiß genau, was im Trauerfall zu tun ist. „Ich arbeite seit einem Jahr beim Bestattungsunternehmen Reumiller. Angst vor dem Tod habe ich durch diese Arbeit nicht mehr“, sagt er ruhig. Als Bestatter ist er für das Abholen, Ankleiden und Überführen der Verstorbenen sowie die Beerdigung zuständig und eine wichtige Stütze für die Hinterbliebenen in den ersten Stunden der Trauer.

Berufung gefunden
„Eigentlich bin ich gelernter KFZ-Mechaniker. Doch nach dem Zivildienst beim Roten Kreuz habe ich gemerkt, dass ich Menschen helfen möchte“, erinnert er sich. Während dem Zivildienst kam er mit dem Tod in Berührung und konnte damit gut umgehen. Da sein Vater Alexander seit 27 Jahren als Bestatter tätig ist, entschied er sich, ebenfalls in diese Branche hineinzuschnuppern. „Mein Papa hat nie viel von der Arbeit erzählt, nur wenn wir nachgefragt haben.” Der Wunsch, den Beruf kennenzulernen, blieb und so begleitete er ihn eines Tages zur Arbeit. „Ich habe gleich gespürt, dass es das ist, was ich machen möchte. Die Arbeit ist sehr würdevoll und die Angehörigen sind unendlich dankbar.“ Für ihn bedeutet der Tod nicht das Ende: „Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es in irgendeiner Form weitergeht.“ Aus diesem Grund werden die Verstorbenen auch immer schön gekleidet. Für jene, die keine eigene Kleidung haben, gibt es das sogenannte Sterbehemd, den Talar.

Würdevoller Umgang mit Verstorbenen und Angehörigen
Wenn Elias zu einer Abholung gerufen wird, bringt er immer einen Sarg mit. „Das ist für die Hinterbliebenen schöner, als wenn wir den Verstorbenen auf einer Trage abholen.“ Während des Ankleidens spricht er mit den Verstorbenen und bereitet sie behutsam für die letzte Reise vor. Sanft bettet er sie in den Sarg, deckt sie zu und faltet die Hände. So können die Angehörigen in Ruhe Abschied nehmen. Auch bei der Trauerfeier hilft er mit: „Wir versuchen, den Angehörigen so viel wie möglich abzunehmen, wenn sie das wünschen.“ Seine Arbeit erfüllt ihn. Neben der großen Trauer erlebt er auch schöne, dankbare Momente. Sein Wissen erhält er von seinem Vater und seinen Kollegen, denn der Beruf des Bestatters ist ein klassischer „Anlernberuf“. Nach zwei Jahren kann er zur Bestatterprüfung antreten.

Umfeld reagiert mit Respekt
Seit sechs Jahren ist Elias mit seiner Freundin zusammen, die ihn in seinem Berufswunsch unterstützt. „Anfangs war sie schon etwas skeptisch, aber jetzt ist das für sie in Ordnung.“ Im Freundeskreis begegnet man ihm mit großem Respekt für seinen ungewöhnlichen Beruf. „Sie fragen nach, wie das so ist, könnten sich aber selbst nicht vorstellen, diese Arbeit zu machen“, erzählt er schmunzelnd. Den Ausgleich zum Berufsalltag findet er beim Fußballspielen im Verein FC Götzis oder beim Treffen mit Freunden. BVS
Zur Person
Elias Rapaic
Geboren am 22. Juni 2003
Arbeit Bestattungsgehilfe bei Reumiller
Wohnort Götzis
Partnerschaft mit Freundin Nina
Hobbys Fußballspielen, sich mit Freunden treffen