Mehr als ein Aktionstag: Wie Frauen bei VN und VOL.AT Selbstbestimmung leben

Vorarlberg / 06.03.2026 • 17:00 Uhr
Mehr als ein Aktionstag: Wie Frauen bei VN und VOL.AT Selbstbestimmung leben
Starkes Team im Newsroom: (v.l.n.r., stehend): Valentina Dotlic, Pia Prodinger, Mona Pfefferkorn, Franziska Eckert, Paloma Mock, Anna Weissenbach, Tanja Schwendinger, Karoline Kuca, Bettina Swete-Gasser, Mirjam Mayer, Dominique Sohm, Eileen Fink, Nikola Längle, Isabel Lochbühler, Hanna Reiner. (v.l.n.r., sitzend): Mirijam Haller, Isabel Russ, Lena Leibetseder. Roland Paulitsch

VN und VOL.AT setzen rund um den Weltfrauentag einen Schwerpunkt auf Frauen und ihre Stimmen.

Schwarzach Die Vorarlberger Nachrichten und VOL.AT begleiten die Menschen Tag für Tag im Land. Hinter den Geschichten, Recherchen, Interviews und Reportagen stehen viele engagierte Journalistinnen, Redakteurinnen, Fotografinnen, Gestalterinnen und Organisatorinnen. Sie prägen den Blick auf die Themen und bringen ihre Perspektiven ein.

Zum Weltfrauentag am Sonntag, 8. März, rücken wir dieses Jahr die Frage in den Mittelpunkt: Was bedeutet Selbstbestimmtheit als Frau? Kolleginnen aus unterschiedlichen Ressorts kommen zu Wort und erzählen, was Selbstbestimmtheit in ihrem beruflichen und privaten Alltag heißt: Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, eigene Wege zu gehen, Grenzen zu setzen oder sich Gehör zu verschaffen.

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Mehr als ein Aktionstag

Selbstbestimmtheit ist dabei kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. In den Redaktionen arbeiten Frauen unterschiedlichen Alters. Sie recherchieren, moderieren, leiten Teams, gestalten Inhalte und prägen die öffentliche Diskussion im Land mit.

Gleichzeitig wissen wir: Selbstbestimmung ist nicht für alle Frauen selbstverständlich. Sichtbarkeit, gleiche Chancen, faire Bezahlung und echte Teilhabe sind Themen, die über einen Aktionstag hinausgehen. Deshalb setzen die VN nicht nur am Weltfrauentag ein Zeichen, sondern widmen auch in den kommenden Wochen jenen Frauen verstärkt Raum, die oft weniger im Mittelpunkt stehen.

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Zum Weltfrauentag rücken VN und VOL.AT jene in den Fokus, die sonst hinter den Geschichten stehenRoland Paulitsch

Mitarbeiterinnen erzählen, was Selbstbestimmtheit für sie persönlich bedeutet

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Evelin Angerer: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, mein Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten – frei von Erwartungen, Rollenbildern oder gesellschaftlichem Druck. Es heißt, Entscheidungen bewusst zu treffen, Verantwortung für mich zu übernehmen und meine Stimme zu nutzen. Selbstbestimmt zu sein bedeutet auch, Grenzen zu setzen, Chancen einzufordern und mir selbst zu erlauben, groß zu denken.
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Julia Böcken: In meinem Schlafzimmer hängt ein Schild mit der Aufschrift “Geh deinen Weg” – und genau nach diesem Motto lebe ich. Ich will nicht die Erwartungen anderer erfüllen, sondern so leben, wie ich es für richtig halte. Ich weiß, was ich will und was ich nicht will: keine Hausfrau sein. Nicht in Teilzeit arbeiten. Keine Kinder. Ich sage bewusst nicht, dass ich keine Mama sein will, denn das bin ich. Eine stolze Hundemama.
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Franziska Eckert: Selbstbestimmtheit heißt für mich, dass ich mein Leben unabhängig und nach meinen eigenen Vorstellungen leben kann. Für mich ist es unfassbar, dass Frauen in Österreich bis vor ein paar Jahrzehnten noch unter der Vormundschaft ihres Mannes standen. Frauen wurden erst in den 1970ern dem Mann rechtlich gleichgestellt! Ich bin froh, dass wir nicht mehr in dieser rechtlichen Abhängigkeit leben.
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Katja Grundner: Die aktuelle Lage im Iran ist erschütternd – besonders, wenn ein Freund vor Ort kein Lebenszeichen mehr von sich gibt. Doch auch als es im Ausland noch halbwegs still um das Land war, litten viele Menschen: an unsagbarer Unterdrückung, massiver Freiheitseinschränkung und Missachtung der Menschenrechte. In Österreich wird oft vergessen, wie privilegiert wir sind, zum Beispiel im Hinblick auf Selbstbestimmung – egal welchen Geschlechts.
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Patrizia Gunz: Für mich ist der Weltfrauentag ein wichtiger Tag. Er erinnert an all die Rechte, für die Frauen gekämpft haben und noch immer kämpfen. Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, über meine Bildung und meinen Körper selbst zu entscheiden, meine Gefühle offen zeigen zu dürfen und selbst zu entscheiden, wie ich leben, lieben und arbeiten will. Selbstbestimmtheit ist für mich kein Privileg, sondern ein Recht.
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Mirijam Haller: Selbstbestimmung sollte kein Luxus sein, sondern das Recht, das eigene Leben frei von stereotypen Rollenbildern und fremden Erwartungen zu gestalten: Karriere machen – oder mich vorrangig Familie und Freunden zu widmen. Mutter sein – oder nicht. Mehr verlangen – ohne als schwierig zu gelten. Diese Freiheit sollte keine Ausnahme sein, sondern selbstverständlich.sams-foto.com
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Natalie Hell: Der Duden definiert Selbstbestimmung als “Unabhängigkeit des/der Einzelnen von jeder Art der Fremdbestimmung (z. B. durch gesellschaftl. Zwänge, staatl. Gewalt)”. Sie ist ein Grundrecht – unabhängig vom Geschlecht – und gehört für mich zum Kern des Menschseins. Wirklich selbstbestimmt leben können wir jedoch erst, wenn gleiche Chancen so selbstverständlich sind, dass darüber nicht mehr gesprochen wird.
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Martina Kuster: Als junge Frau sagte ich mir: Martina, du musst schauen, dass du finanziell immer auf eigenen Beinen stehst. Das Leben hat mir diesen Wunsch glücklicherweise erfüllt. Ich habe ein selbstbestimmtes Leben führen können, weil ich meinen Lebensunterhalt immer selbst verdient habe. Deshalb war ich auch wirtschaftlich nie von einem Mann abhängig. Das hat mir ein Gefühl von Freiheit gegeben.
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Lena Leibetseder: Frei und unabhängig über meinen Körper, meine Identität, Beziehungen und Beruf zu entscheiden, ist ein Menschenrecht. Deshalb darf Selbstbestimmung nicht ein rein individuell erstrebbares Schlagwort sein, sondern muss politisch abgesichert werden. Als Gesellschaft haben wir die Verantwortung, allen Menschen dieses Selbstbestimmungsrecht politisch, sozial und ökonomisch zu garantieren.Nilay Türkyilamz
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Isabel Lochbühler: Ein selbstbestimmtes Leben ist für mich die Freiheit, unabhängig entscheiden zu können, welche Ausbildung und welchen Job ich wähle und meine Lebensplanung nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Mir ist ein wohlwollendes Miteinander wichtig: Männer und Frauen bringen unterschiedliche Blickwinkel in Themen ein und gehen sie anders an – ergänzen sich dabei aber wunderbar und brauchen einander.
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Geraldine Reiner: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, selbst zu denken, sich nichts diktieren zu lassen, Haltung zu zeigen und für die Dinge zu kämpfen, die einem wichtig sind. Manche nennen es stur. Andere nennen es meinungsstabil. Die Philosophin Hannah Arendt sagte: “Niemand hat das Recht zu gehorchen.” Genau deswegen sollten wir auch ein bisschen mehr Pippi Langstrumpf sein, frei nach dem Motto: “Das habe ich noch nie vorher versucht. Also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe!”
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Hanna Reiner: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, seinen eigenen Weg zu gehen. Nicht Quoten machen uns stark, sondern Mut, Kompetenz und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und zu zeigen, was man kann. Gleichzeitig heißt Selbstbestimmtheit auch, in Freiheit und Sicherheit leben zu können. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist, sehen wir täglich in Ländern wie dem Iran.
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Isabel Russ: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, Entscheidungen frei zu treffen, Verantwortung zu übernehmen und meinen Weg konsequent zu gehen. Sie heißt auch, Grenzen zu setzen, Erwartungen zu hinterfragen und sich nicht in Rollen drängen zu lassen. Und sie heißt, mir Fehler zu erlauben und trotzdem weiterzugehen. Selbstbestimmt zu sein ist kein Zustand, sondern ein täglicher Anspruch an mich selbst.
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Katharina Schad: Selbstbestimmtheit heißt für mich, das eigene Leben aktiv gestalten zu können – im Beruf, in der Familie und im Alltag. Nicht Erwartungen zu erfüllen, sondern Entscheidungen bewusst zu treffen. Dazu braucht es Mut, aber auch gesellschaftliche Strukturen, die Frauen echte Wahlmöglichkeiten lassen. Wir leben in einer Zeit, in der die Türen für Frauen so weit offen stehen wie nie zuvor. Selbstbestimmung heißt deshalb für mich auch, den Mut zu haben, durch diese Türen zu gehen. 
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Julia Schilly: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, meine Stimme als Journalistin klar und unabhängig einzusetzen. Dazu gehört, Themen zu wählen, die auch für unsere Leserinnen relevant sind. Gleichzeitig heißt es für mich, nicht zwischen Job und meinem Kleinkind wählen zu müssen, sondern Strukturen vorzufinden, die Vereinbarkeit ermöglichen – und eine Arbeitskultur, die beides als selbstverständlich anerkennt.
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Tanja Schwendinger: Selbstbestimmtheit bedeutet für mich, mich nicht in Rollenbilder pressen zu lassen, sondern mein Leben so zu gestalten, wie es für mich passt. Mutig den eigenen Weg zu gehen und alles tun zu können, ohne mich rechtfertigen zu müssen. Und auch Stärken und Schwächen zeigen zu dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden.VN
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Dominique Sohm: Selbstbestimmung bedeutet für mich, mein Leben eigenverantwortlich zu gestalten – beruflich wie privat. Entscheidend ist, dass Frauen ihr Wissen weitergeben, einander fördern und – soweit möglich – wirtschaftliche Unabhängigkeit erreichen. Als Alleinerzieherin von zwei wunderbaren Kindern war mein eigenes Einkommen für mich stets ein wichtiger Faktor, selbstbestimmt zu handeln. Selbstbestimmtes Denken und Handeln bilden zudem die Grundlage für ein gesundes und erfülltes Leben.
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Bettina Swete-Gasser: Für mich bedeutet Selbstbestimmtheit als Frau, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen: finanziell unabhängig zu sein, meinem Herzen zu folgen und meine Entscheidungen nach meinen eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Vorstellungen zu gestalten. Um Michelle Obama zu zitieren: “Lass dir von niemandem vorschreiben, wer du bist, und erwarte nicht, dass andere für dich kämpfen.”Bernd Hofmeister