Rekordjahr für das Kriseninterventionsteam

Vorarlberg / 17.03.2026 • 11:09 Uhr
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Das Kriseninterventionsteam rund um Thomas Stubler leistet ehrenamtlich wichtige Hilfestellung in Krisenzeiten.privat/Thomas Stubler

Sie kommen seit 1999, um Betroffene und Hinterbliebene durch Krisen zu helfen. 2025 leisteten die hundert ehrenamtlichen Helfer mehr Stunden als in jedem Jahr zuvor.

Feldkirch Die Krisenintervention & Notfallseelsorge Vorarlberg (KIT) hat im Jahr 2025 mit 312 Einsätzen einen Höchststand erreicht. Noch nie seit der Gründung 1999 mussten die rund 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter so oft ausrücken, um Menschen nach plötzlichen Todesfällen oder schweren Unfällen zu betreuen.

51 Prozent der Einsätze gehen auf Anforderungen der Polizei zurück, gefolgt von der Rettung und Notärzten. Am häufigsten muss das Team rund um KIT-Koordinator Thomas Stubler zur Betreuung der Angehörigen nach plötzlichen Todesfällen, etwa nach Unfällen, oder zur Überbringung von Todesnachrichten ausrücken. 71 Einsätze standen in Verbindung mit Suiziden. Insgesamt leistete das Kriseninterventionsteam 1899 ehrenamtliche Stunden zur Betreuung von Hinterbliebenen und Betroffenen.

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Das KIT habe sich als Einsatzorganisation etablieren können, erklärt Stubler die Einsatzzahlen. privat/Thomas Stubler

Die Rekordzahl der Einsätze erklärt sich Stubler nicht mit einem besonders herausfordernden Jahr, sondern durch die gute Arbeit des KIT: “Wir sind im Vergleich zu den anderen Einsatzkräften noch eine relativ junge Organisation und konnten uns immer stärker etablieren.” Sprich, durch die anhaltende Bewusstseinsbildung bei den anderen Einsatzorganisationen von Feuerwehr über Polizei bis zur Rettung werde man immer öfter angefordert.

100 ehrenamtliche Einsatzkräfte

Die Helfer stehen Betroffenen in akuten Ausnahmesituationen bei und leisten psychosoziale Unterstützung direkt nach belastenden Ereignissen. Im vergangenen Jahr wurden zudem zwölf neue Einsatzkräfte ausgebildet, gleichzeitig gab es erstmals keinen einzigen Austritt aus dem Team.

KIT-Koordinator Thomas Stubler sieht darin ein positives Signal: “Das zeigt einerseits die hohe Motivation und das große Engagement unserer Ehrenamtlichen und ist andererseits ein schöner Beleg für die gute Stimmung und das angenehme Miteinander im Team.”

Kostenlos für Betroffene

Die Einsätze sind für Betroffene kostenlos und werden durch Spenden sowie Mittel des Vorarlberger Sozialfonds getragen. KIT-Obfrau Janine Gozzi betont die Bedeutung dieser Hilfe: “Es ist sehr erfreulich, dass wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten den nötigen finanziellen Rückhalt bekommen.”

Um die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern, ist für 2027 ein neuer Ausbildungslehrgang geplant. Interessierte können sich bereits beim Koordinationsbüro unter office@kit-vorarlberg.at melden.

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