Neustart für Betreuungspool

Vorarlberg / 28.05.2026 • 15:45 Uhr
Oft wird schon lange vor der ersten Pflegegeldeinstufung Betreuung und Pflege von Nahestehenden geleistet.  vn/hartinger
Die 24-Stunden-Betreuerinnen sind eine wichtige Stütze für viele Familien in Vorarlberg. VN/Hartinger.

Die connexia als Träger versorgt aktuell bereits über 600 Klientinnen und Klienten.

Bregenz Beinahe 20 Jahre lang war der Betreuungspool Vorarlberg eine fixe Größe im Bereich der 24-Stunden-Betreuung. Umso überraschender kam im vergangenen Sommer die Meldung über ein mögliches Aus. Als Grund gaben die Träger, Hauskrankenpflege und Mobile Hilfsdienste, die Streichung der Landesförderung in Höhe von rund 360.000 Euro an. Ohne diesen Zuschuss sei eine Weiterführung wirtschaftlich nicht möglich, hieß es vonseiten der Geschäftsführung. Das Ende betraf gut 980 Personen in 795 Haushalten und rund 1600 selbständige Personenbetreuerinnen. Einige Zeit später dann die Wende: Die Gesellschafter des Betreuungspools übertrugen ihre Anteile an die connexia. Seit November 2025 ist der Betreuungspool nun Teil der Gesellschaft für Gesundheit und Pflege. “Derzeit werden über 600 Klientinnen und Klienten betreut”, bilanziert Leiterin Reingard Feßler die ersten Monate positiv. Inklusive der Personenbetreuerinnen gilt es, über 1600 Kontakte zu koordinieren.

Lohnempfehlung

Wer Unterstützung für pflegebedürftige Angehörige sucht, steht häufig unter einem großen Druck. “Melden sich Familien bei uns, haben sie aber schon viel geschafft”, sagt Reingard Feßler. Sich einzugestehen, dass es ohne Hilfe nicht mehr geht, sei für viele ein schwerer, gleichwohl jedoch wertvoller und wichtiger Schritt: “Unsere Aufgabe ist es dann, sie professionell zu begleiten und rasch eine gute Versorgungssituation zu schaffen.” Wird ein Betreuungsbedarf gemeldet, erfolgt eine Abklärung vor Ort. “Alle unsere Beraterinnen verfügen über eine pflegerische Grundausbildung und können die Situation fachlich fundiert einschätzen”, betont Feßler. Der Betreuungspool fungiert jeweils als Vermittlungsstelle, denn bezahlt werden die Betreuerinnen direkt von den Familien. “Wir geben eine Empfehlung über die Höhe ab, die sich in der Praxis bewährt hat und meist auch so umgesetzt wird”, erläutert Reingard Feßler. Das mache die Abrechnung transparent und fair.

Betreuungspool
“Derzeit werden über 600 Klientinnen und Klienten betreut”, bilanziert Leiterin Reingard Feßler die ersten Monate positiv. Connexia

Der Betreuungspool selbst finanziert sich durch Verrechnung einer Vermittlungs- und Servicepauschale. “Wir erleben immer wieder, dass aus unterschiedlichen Gründen ein Wechsel bei Betreuerinnen erforderlich wird. In solchen Fällen garantieren wir eine Neubesetzung innerhalb von acht Tagen”, führt Feßler aus. Der Betreuungspool stellt auch alle erforderlichen Vertragsunterlagen bereit. Es geht bei Abschluss eines Betreuungsverhältnisses immer um zwei Verträge. Einer wird mit dem Betreuungspool für die Vermittlungs- und Serviceleistungen abgeschlossen, ein zweiter direkt mit den Betreuenden. Im Gegensatz zu pauschalen Gesamtabrechnungen bleibe die finanzielle Struktur damit für alle Beteiligten offen und nachvollziehbar.

Regelmäßige Überprüfungen

Reingard Feßler bekräftigt das Bemühen, auf das Wohl aller zu schauen: “Pflegebedürftige Menschen müssen sich an eine fremde Person gewöhnen, die Betreuerinnen arbeiten in einem fremden Land, verfügen oft über wenig soziale Anbindung und leisten anspruchsvolle Einsätze.” Das gelte es zu berücksichtigen. Dafür würden Betreuungssituationen regelmäßig überprüft und Kontakt mit den Familien bzw. pflegenden Zu- und Angehörigen gehalten