Willkommener Regen im Anmarsch, doch vor etwas haben Landwirte Angst

Vorarlberg / 31.05.2026 • 15:19 Uhr
Regen stört Reparatur Karrenseilbahn
Regen zieht übers Land. Damit endet eine längere Schönwetterphase mit Temperaturen an die 30 Grad.VN/Rauch

Die warme Trockenphase ist vorbei. Eine Kaltfront bringt Wolken und Niederschläge.

Bregenz, Höchst, Au Ein Tag schöner als der andere, Temperaturen, die an der 30-Grad-Marke kratzten oder diese sogar überschritten, Badefreuden und doch auch Sorgen wegen anhaltender Trockenheit: Der Sommer setzte ein erstes kräftiges Ausrufezeichen. Am Bodensee kletterte die Wassertemperatur innerhalb einer Woche von 17,8 Grad auf nahezu 23 Grad (Sonntag), die Bäder vermeldeten Rekordfrequenz für den Wonnemonat Mai.

Willkommener Regen im Anmarsch, doch vor etwas haben Landwirte Angst
So früh wie heuer verzeichneten die Freibäder noch kaum eine derart hohe Besucherfrequenz. Auch Christina zog es ins Schwimmbad. Damit ist es vorläufig vorbei. VN/Steurer

Regen und Gewitter

Doch damit ist es vorläufig vorbei. “Jetzt kommt Abkühlung”, bringt es Simon Hölzl, Meteorologe bei der Geosphere Austria in Innsbruck, auf den Punkt. Dafür verantwortlich ist eine Nordwestströmung. Sie bringt Regen übers Land, zum Teil verpackt in Gewitter. Die Niederschläge wechseln in den kommenden Tagen mit trockenen Phasen, einhergehend mit einem Temperatursturz. “Schon am Montag hat es nur noch 24 Grad”, prognostiziert Hölzl. Nach einer sonnigen und föhnigen ersten Tageshälfte am Dienstag zieht es anschließend wieder zu. In der Nacht auf Mittwoch ist mit zum Teil starken Regenfällen zu rechnen. Am Mittwoch erreicht die Quecksilbersäule kaum noch die 20-Grad-Marke.

Wechselhaft geht es aus heutiger Sicht auch in der zweiten Wochenhälfte weiter. Langzeitmodelle kündigen danach eine weitere Woche mit durchwachsenem Wetter an.

Zu wenig Wasser

Wasser ist willkommen. Laut Daten der Niederschlagmessstationen in Bregenz und Langen am Arlberg fehlen 2026 bisher fast 150 Liter Regen. “Das wird auch durch die angesagten Niederschläge nicht aufzuholen sein”, betont Meteorologe Hölzl.

Willkommener Regen im Anmarsch, doch vor etwas haben Landwirte Angst
Für den Obstbauer Jens Blum aus Höchst kommt der Regen gerade recht. Nur keinen Hagel sollte es geben. VN/Steurer

“Regen können wir gut gebrauchen”, erklärt Jens Blum (60), größter Apfelbauer im Land. Trotzdem ist ihm etwas bange. Der Grund: Angst vor Hagel. “Wenn kalte Luftmassen auf heiße Luft am Boden prallen, ist die Gefahr von Hagelbildung groß”, weiß der erfahrene Landwirt. Blum steckt noch eine böse Überraschung in den Knochen, die er unlängst auf seinen Feldern erleben musste. “Mich hat’s mit dem Feuerbrand noch ordentlich erwischt. Ein ganzer Hektar Anbaufläche mit Wellant-Äpfeln und Conference-Birnen fiel der Infektion zum Opfer. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.”

Älpler sind froh

Erleichtert wegen der nassen Wetteraussichten zeigt sich auch Andreas Simma (59), im Hinteren Bregenzerwald für die Alpwirtschaft zuständig. “Der Umzug vom Maisäß auf die Alpen in der Höhe steht für die meisten Herden unmittelbar bevor. Wir stehen in den Startlöchern. Den Regen brauchen wir dringend. Die Feuchtigkeit durch den geschmolzenen Schnee ist aufgebraucht. Es wurde langsam wirklich zu trocken”, berichtet der erfahrene Älpler.

Willkommener Regen im Anmarsch, doch vor etwas haben Landwirte Angst
PrivatAndreas Simma vertritt die Alpwirtschaft im Hinteren Bregenzerwald. “Es wurde zuletzt sehr trocken. Der Regen tut uns gut.”

Bezüglich Hitzeeinsätze von den Startlöchern weg begeben können sich vorerst die vielen Mitarbeiter des Roten Kreuzes. “Vereinzelt gab es deswegen schon Notfalleinsätze. Die große Masse war es noch nicht. Jetzt wird das vorläufig wohl gar kein Thema sein”, sagt Janine Gozzi (43), Geschäftsführerin des Roten Kreuzes in Vorarlberg.