100 Jahre für das Spiel der Könige

Vorarlberg / 16.06.2026 • 11:05 Uhr
100 Jahre für das Spiel der Könige
Großmeister David Baramidze am Brett mit Arian Mathis, Tim und Miroslav Bidenko. Verein

Schachklub Hohenems feierte hundertjähriges Jubiläum mit zwei Großmeistern.

Hohenems Der Schachklub Hohenems hat am vergangenen Freitag sein Jubiläum gefeiert. Vor Ort in der Cooltourszene Hohenems verband die Veranstaltung Vereinsgeschichte mit Nachwuchsarbeit: Junge Spieler traten am Brett gegen Großmeister David Baramidze (37) an.

100 Jahre für das Spiel der Könige
Moderator Dieter Monz.

Der 1926 gegründete Verein ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im heimischen Schach. Zum Jubiläum kamen Gäste aus Sport, Politik und zahlreichen Vorarlberger Schachvereinen nach Hohenems. Obmann Ingo Lais begrüßte unter anderem Sportlandesrätin Martina Rüscher und den Hohenemser Sportstadtrat Markus Klien. Auch der frühere Obmann Georg Mathis (86) war unter den Gästen.

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Moderator Dieter Monz mit dem lebenden Zeitzeugen Georg Mathis und Arian Mathis.

Mit David Baramidze (37) und Michael Bezold (54) waren zudem zwei Großmeister zu Gast, die früher für Hohenems in der Bundesliga gespielt haben. Baramidze gab eine Simultanvorstellung gegen mehrere Nachwuchsspieler.

Für Lais bringt ein Satz auf den Punkt, was den Verein ausmacht: “Uns alle eint die Liebe zu dem faszinierenden Spiel der Könige, ohne Vorbehalte gegenüber Geschlecht, Nationalität, Hautfarbe, Religion oder gesellschaftlichem Status.”

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Georg Mathis (Zeitzeuge und einziger noch lebender früherer Obmann) und Albert Baumberger (Ehrenpräsident vom Vorarlberger Schachverband).

Einen Wendepunkt in der Vereinsgeschichte sieht Lais im ersten fixen Klublokal – nicht als Eigentum, sondern als Raum, in dem der Verein jederzeit trainieren und zusammenkommen konnte. Erst dadurch sei nachhaltige Nachwuchsarbeit möglich geworden.

Der Schachklub zählt derzeit 83 Mitglieder. 1995 waren es 69, 2005 waren es 57. Die größte Herausforderung sieht Lais heute darin, Menschen zu finden, die ehrenamtlich Verantwortung übernehmen. Die Arbeit verteile sich auf wenige Engagierte. Mit den aktuellen Räumlichkeiten im GeDe-Park ist der Verein laut Lais perfekt aufgestellt.

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Landesrätin Martina Rüscher mit Obmann Ingo Lais.

Im Mittelpunkt stand beim Jubiläum aber nicht nur der Rückblick. Benjamin Kienböck (19), der beim Schachklub Hohenems selbst den Titel FIDE-Meister erreichte, sieht in der Nachwuchsarbeit eine der zentralen Zukunftsfragen des Vereins. Die meisten Kinder und Jugendlichen kämen heute über Familie, Freunde oder Online-Angebote zum Schach, sagt er. Über die Schule passiere das eher selten.

Schach vermittle dabei mehr als die Regeln am Brett: kritisches Denken, Geduld, Ausdauer, vorausschauendes Handeln, Mustererkennung und Kreativität. Damit mehr junge Spieler dabeibleiben, brauche es laut Kienböck vor allem mehr Trainingsangebote, die zum jeweiligen Niveau passen. So könnten Kinder in Gruppen trainieren, sich messen und gemeinsam besser werden.