Seine Käse heißen Leopold, Katharina oder Giuseppe und gewinnen Preise

Vorarlberg / 01.07.2026 • 12:50 Uhr
Ritterschlag für einen Meistersenn: Johannes Fink wurde in Frankfurt mit Grand Gold ausgezeichnet.
Ritterschlag für einen Meistersenn: Johannes Fink wurde in Frankfurt mit Grand Gold ausgezeichnet.

Johannes Fink, am Freitag 26 Jahre jung, setzt in der Weichkäse-Landschaft neue Maßstäbe

Schoppernau, Schnepfau, Bezau Leicht möglich, dass sich Johannes Fink, der am Freitag, sein 26. Lebensjahr vollendet, einen freien Tag gönnt und mit Alpenkäse-Kolleginnen und -Kollegen auf seinen Geburtstag und auf seine sensationellen Erfolge bei Käseprämierungen anstößt. Vielleicht aber lässt er Geburtstag Geburtstag sein und tüftelt weiter am neuesten Projekt – der Kreation des “Gallus”, mit dem er die Palette der Weichkäse aus der Sennerei Schnepfau komplettieren will. Käse aus einer Sennerei, die eigentlich vor dem Aus stand und in der nun von Johannes Fink neue Maßstäbe gesetzt werden.

Denkwürdiger und einzigartiger Erfolg für Alpenkäse Bregenzerwald: Geschäftsführer Reiner Wolf und Celine Dünser (Marketing) mit ihren „Kasermandl-Senner“ Johannes Fink (r.) und Richard Flatz.
Denkwürdiger und einzigartiger Erfolg für Alpenkäse Bregenzerwald: Geschäftsführer Reiner Wolf und Celine Dünser (Marketing) mit ihrem “Kasermandl-Senner” Johannes Fink (r.) und Richard Flatz.

Etwas ganz Besonderes

Gallus soll die Krone seines Sortiments werden – ein ganz besonderer Weichkäse, mit dem die Sennerei Schnepfau an den Käsgrafen Gallus Moosbrugger erinnert. “Jöckles Galle”, 1810 in Schnepfau geboren, hat die Wälder Käsekultur ganz wesentlich mitgeprägt, entwickelt und in die Welt hinausgetragen. Als Chef eines Käseimperiums brachte es Käsgraf Moosbrugger etwa in Mailand bis in höchste Kreise der Gesellschaft.

Von Null auf Hundert – Johannes Fink erreichte mit der „neuen“ Weichkäse in rei Schnepfau auf Anhieb höchste Auszeichnungen in Wieselburg und Frankfurt. PETER STRAUSS
Von null auf hundert – Johannes Fink erreichte mit der “neuen” Weichkäserei Schnepfau auf Anhieb höchste Auszeichnungen in Wieselburg und Frankfurt. PETER STRAUSS privat

“Unsere Idee”, so Hermann Metzler, “war es deshalb, diesen großartigen Käsepionier mit einem besonderen Käse zu würdigen. Johannes Fink ist der geeignete Experte, um diesen außergewöhnlichen Käse zu kreieren.”

Hermann Metzler, „in den Ruhestand gleitender“ Alpenkäse-Geschäftsführer, setzte mit dem Umbau der Sennerei Schnepfau einen Markstein der Wälder Käsetradition – und fand mit Johannes Fink einen Meistersenn, der den Schnepfauer Betrieb in die höchste Liga führte.
Hermann Metzler, “in den Ruhestand gleitender” Alpenkäse-Geschäftsführer, setzte mit dem Umbau der Sennerei Schnepfau einen Markstein der Wälder Käsetradition – und fand mit Johannes Fink einen Meistersenn, der den Schnepfauer Betrieb in die höchste Liga führte.

Aktuell umfasst das Weichkäsesortiment fünf Kreationen: Leopold, Katharina, Riccardo, Giuseppe und erst seit wenigen Wochen Ambros. Für Katharina und Leopold gab es schon 2025 Gold in Wieselburg, heuer wurde dieses Ergebnis noch getoppt, für Giuseppe gab es das begehrte Kasermandl – Ritterschlag für jeden Meistersenn – weiters Goldmedaillen für Leopold und Ambros und Silber für Riccardo und Katharina.

Bei der feierlichen Eröffnung der Weichkäserei Schoppernau konnten vor gut einem Jahr bereits „Goldmedaillen-Käse“ präsentiert werden.   
Bei der feierlichen Eröffnung der Weichkäserei Schoppernau konnten vor gut einem Jahr bereits “Goldmedaillen-Käse” präsentiert werden.

Zur rechten Zeit am rechten Ort

Aber der Reihe nach: Der gebürtige Andelsbucher absolvierte die Landwirtschaftsschule in Hohenems und bildete sich bei Alpenkäse bis zum Meisterkurs weiter. In Toggenburg und in Graubünden sammelte er wichtige Erfahrungen und kam 2024 – “der Liebe wegen” – zurück in den Bregenzerwald.

Johannes Flatz hat bei der Neukonzeption der Sennerei Schnepfau als Weichkäse-Produktion maßgeblich mitgewirkt und war auf Anhieb überaus erfolgreich.   
Johannes Flatz hat bei der Neukonzeption der Sennerei Schnepfau als Weichkäse-Produktion maßgeblich mitgewirkt und war auf Anhieb überaus erfolgreich.

Zur rechten Zeit am rechten Ort, denn Alpenkäse-Geschäftsführer Hermann Metzler hatte 2024 die kleine Sennerei Schnepfau übernommen und plante, diese als spezielle Weichkäse-Sennerei zu positionieren. Johannes Fink mit seinem in der Schweiz geholten Weichkäse-Rüstzeug kam da “wie bestellt”. Von Anfang an “wurde ich in das Projekt eingebunden, durfte meine Ideen für die Ausstattung der Sennerei einbringen und dann die verschiedenen Käse nach meinen Vorstellungen entwickeln”, so der Weichkäsespezialist, dem nicht nur in Wieselburg von einer internationalen Jury mit dem Kasermandl bestätigt wurde, dass er in kürzester Zeit in den Käse-Olymp gelangt ist. Apropos Olymp: Inspiration und Ausgleich holt sich Fink beim Wandern, vorzugsweise in den Bergen, wobei es durchaus “heftig” werden kann, war er doch auch schon bei Seven Summits in Schröcken dabei.

Erstmals in der Geschichte der Wieselburger Käseprämierung gab es für eine Sennerei gleich zwei Kasermandl: Johannes Fink (l.) und sein Alpenkäse-Kollege Richard Flatz.
Erstmals in der Geschichte der Wieselburger Käseprämierung gab es für eine Sennerei gleich zwei Kasermandl: Johannes Fink (l.) und sein Alpenkäse-Kollege Richard Flatz.

 

Grand Gold in Frankfurt

Die Käseprämierung in Wieselburg war jedoch keine “Eintagsfliege”, denn eine zweite Auszeichnung wiegt ohne Zweifel noch mehr: “Wir haben uns auf die Frankfurt International Trophy gewagt – eine Käseprämierung, bei der es mehr als 600 Einreichungen aus Deutschland, Italien, der Schweiz, aus Spanien und Österreich und vor allem sehr viele aus dem ‚Weichkäse-Mutterland‘ Frankreich gab. Für meinen Giuseppe gab’s die höchste Auszeichnung Grand Gold”, erzählt der Meistersenn stolz. STP

Zur Person

Johannes Fink

geboren: 3. Juli 2000

Wohnort: Schoppernau

Familie: in fester Beziehung

Hobbys: Wandern, Berge

Lebensmotto: Wahre Männer werden Senner