“Das wird man nicht vergessen!”

Initiatorinnen des abgeschmetterten Volksbegehrens wollen sich breiter aufstellen.
Schwarzach Wut? Zorn? Weder das eine noch das andere treibt die Initiatorinnen des Volksbegehrens, Miriam Capelli und Mechtild Bawart, nach der Abfuhr durch das Land zu weiteren Schritten an. Es ist schlicht “Fassungslosigkeit”. Die sitzt auch zwei Wochen nach der Ankündigung von Landesrätin Martina Rüscher, an den Plänen zur Verlegung von Abteilungen von Dornbirn nach Bregenz im Rahmen des Spitalcampus festzuhalten, tief. Die beiden Frauen wollen “diesen fragwürdigen Umgang mit einem demokratischen Instrument” nicht schweigend hinnehmen, wie sie im VN-Gespräch bekräftigten. “Das wird man nicht vergessen, dafür sorgen wir”, lautet die streitbare Ansage.
An Prüfung geglaubt
Mehr als 17.000 Unterschriften erbrachte das Volksbegehren zum Erhalt der Geburtshilfe, Gynäkologie und Kinderheilkunde am Krankenhaus Dornbirn. Zuvor hatte eine Online-Petition rund 57.000 Befürworterinnen und Befürworter mobilisiert. Dann das bittere Ende eines engagierten Einsatzes. Miriam Capelli sagt, sie habe das irgendwie erwartet. Mechtild Bawart geht härter mit sich ins Gericht: “Ich war trotz meiner politischen Erfahrung so was von naiv.” Sie habe, wie von Rüscher angekündigt, an eine genaue Prüfung des Anliegens geglaubt. Stattdessen sei nicht einmal zwei Tage nach der Anhörung die Absage gekommen. Dass sie es aus den Medien erfahren mussten, sorgte zusätzlich für Empörung. Die Frauen sprechen von einem untragbaren Vertrauensbruch.
Beispiellose Beteiligung
Was sie in der Besprechung, an der auch Landeshauptmann Markus Wallner und Landesstatthalter Christoph Bitschi teilnahmen, zu hören bekamen, regt Miriam Capelli und Mechtild Bawart immer noch auf. Man könne dem Volksbegehren nicht stattgeben, weil dann das nächste für Bregenz komme, wurde ihnen da unter anderem beschieden. “Solche Äußerungen sind blanker Hohn und ein Affront gegenüber den Menschen, die das Volksbegehren unterzeichnet haben.” Die Frauen halten mit ihren Emotionen nicht hinter dem Berg, auch weil das Volksbegehren ihrer Meinung nach für viele eine enorme Bedeutung habe. Die immens hohe Beteiligung sei beispiellos in der Geschichte und ein klarer Auftrag, den Kurs zu ändern. “Die da oben”, ärgert sich die ansonsten eher ruhige Capelli, “haben den Bezug zur Basis verloren.”

Netzwerk an Unterstützern
Die Forderung lautet auf Neustart mit interdisziplinärer und divers besetzter Expertise sowie einem transparenten, verbindlichen Fahrplan. Um dem Nachdruck zu verleihen, soll der Sommer dafür genützt werden, sich neu zu formieren und breiter aufzustellen. Miriam Capelli möchte aus familiären und beruflichen Gründen in die zweite Reihe zurücktreten. Es gebe jedoch bereits ein großes Netzwerk an Unterstützern. “Das, was da vorgefallen ist und wie mit uns umgesprungen wurde, muss hinaus”, wollen Bawart und Capelli nicht lockerlassen. Bis im Herbst sollen Aktionen stehen. In der Landtagssitzung im Oktober wird dann wohl auch das Volksbegehren auf der Tagesordnung stehen.