Ein Spenderherz rettete ihr das Leben

Nach einem Herzinfarkt benötigte Monika Ruech ein Spenderherz. Dieses schenkte ihr ein neues Leben.
Langen bei Bregenz Das Leben hat sie nicht verbittert. Trotz zahlreicher Schicksalsschläge ist Monika Ruech (55) ein positiver Mensch geblieben. Die gebürtige Dornbirnerin lebt nach dem Motto: Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.
Bereits in jungen Jahren wurde sie unheilbar krank. “Als ich 22 Jahre alt war, wurde bei mir Diabetes Typ 1 festgestellt. Seither muss ich mir jeden Tag Insulin spritzen.” Die Diagnose schockte die junge Frau. “Ich habe lange gebraucht, um in die Situation hineinzuwachsen.”
Einige Jahre später erlitt sie zwei Fehlgeburten und eine Totgeburt. Als die kinderlose Frau aus Langen bei Bregenz davon erzählt, treibt es ihr die Tränen in die Augen. “Fast jede Frau möchte Kinder haben”, entschuldigt sie sich und wischt sich die Tränen mit einem Taschentuch ab. Sie war 38 Jahre alt, als man ihr die Gebärmutter entfernen musste. Da zerplatzte der Traum vom Muttersein endgültig.

Auch der Tod ihres Vaters im Jahr 2021 setzte ihr hart zu. “Nach einem Sturz über die Stiege kam Papa ins Spital. Dort starb er.” Zwei Jahre später traf Monika erneut ein Schicksalsschlag. In der Nacht auf den 28. Februar 2023 kam es zu einem Notfall. “Ich bekam keine Luft mehr. Man brachte mich mit der Rettung ins Spital. Die Ärzte stellten fest, dass ich einen Herzinfarkt hatte. Es soll nicht mein erster gewesen sein.” Nach einem Untersuchungsmarathon kam heraus, dass die Blutgefäße, die das Herz versorgen, stark geschädigt waren. Außerdem wurde in ihrem Herzen ein Aneurysma entdeckt. “Meine Herzleistung lag nur noch bei 35 Prozent.” Die Ärzte sprachen mit Monika Klartext. “Sie teilten mir mit, dass nur noch eine Herztransplantation infrage komme.”
Monika musste einige Monate auf ein Spenderherz warten. Am 28. März 2024 war es so weit. “Ich bekam um 13:40 Uhr einen Anruf aus Innsbruck. Man sagte mir, dass mich die Rettung in 20 Minuten abholen kommt.” Nur wenige Stunden später, um 20 Uhr, lag Monika bereits auf dem OP-Tisch, bereit für die Transplantation. Die Ärzte operierten sieben Stunden. Die Operation verlief erfolgreich, es kam zu keinen Komplikationen. Monika konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Die Dankbarkeit darüber, eine zweite Chance bekommen zu haben, überwältigte sie.

Doch Monate später, im November 2025, verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. “Ich wurde immer schwächer und schaffte es kaum noch, Treppen zu steigen.” Ihr Körper stieß das Spenderherz ab. Monika bekam hoch dosiertes Cortison, um die Abstoßungsreaktion zu stoppen. “Im Februar 2026 beruhigte sich mein Herz wieder.” Aber die 55-Jährige lebt seither mit der Angst, dass ihr Herz aufhört zu schlagen. “Die Angst ist mein ständiger Begleiter.”
Trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen. “Ich bin eine Stehauffrau – egal, wie oft ich falle, ich stehe immer wieder auf. Aufgeben ist für mich keine Option.” Als ihre Freundin Manu im Vorjahr an Brustkrebs starb, trauerte Monika sehr. Aber mit der Zeit kehrte ihre Lebensfreude zurück. “Das Leben ist schön.” Heute erfüllt sie schon ein Sonnenaufgang mit tiefer Freude.
