Online-Einkäufe werden teurer

Vorarlberg / 29.09.2026 • 15:22 Uhr
Online-Einkäufe werden teurer
Pro Sendung wird die Paketsteuer zwei Euro betragen, inklusive Umsatzsteuer wird es sich um bis zu 2,40 Euro handeln. Auf das ganze Jahr gerechnet kann sich das läppern. APA

Zur Finanzierung einer Entlastung kommt mit 1. Oktober eine Paketsteuer. Was das bedeutet.

SCHWARZACH. Mit 1. Oktober gilt in Österreich eine Paketsteuer, und Dietmar Mostegl, Gremialobmann Onlinehandel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV), fordert, sie „komplett abzuschaffen“: „Das war ein Schnellschuss unserer lieben Regierung.“ Gedacht ist die Steuer zur Gegenfinanzierung der erst zu Beginn des Sommers erfolgten Reduktion der Umsatzteuer auf Grundnahrungsmittel. Problem: Diese wird dadurch zumindest teilweise aufgefressen. Außerdem trifft sie laut Mostegl nicht nur große Plattformen und Händler wie „Amazon“, „ebay“, „MediaMarkt“ und „Ikea“, die mehr als 100 Millionen Euro Umsatz machen und für die sie eigentlich gedacht ist, sondern auch kleine, die über diese tätig sind: „Ihnen wird das Geschäft erschwert.“

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Pro Sendung wird die Paketsteuer zwei Euro betragen. Dazu kommt die Umsatzsteuer, die vom Inhalt abhängig ist und meist 20 Prozent ausmacht. Summa summarum ergibt das in einem solchen Fall 2,40 Euro. Bezahlen müssen werden das wohl oder übel die Kundinnen und Kunden, also die Bestellerinnen und Besteller, warnt Mostegl: „Schlussendlich wird das an ihnen hängenbleiben.“

Online-Einkäufe werden teurer
“Das war ein Schnellschuss unserer lieben Regierung”, sagt Dietmar Mostegl, Gremialobmann Onlinehandel in der Wirtschaftskammer Vorarlberg (WKV). Mirjam Mayer

Statistik Austria hat gerade erhoben, wie viele Online-Einkäufe 16- bis 75-Jährige in den vergangenen drei Monaten getätigt haben. Bei den Vorarlbergerinnen und Vorarlbergern nannten ziemlich genau zwei Drittel zumindest einen. Bei jeweils einem Viertel handelte es sich um ein bis zwei oder drei bis fünf, bei jeweils einem Zwölftel um sechs bis zehn oder mehr als zehn. Was sie wo bestellt haben, ist nicht abgefragt worden. Bei einem beträchtlichen Teil handelte es sich ganz offensichtlich aber um ein oder zwei Einkäufe pro Monat.

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Laufen diese über einen der großen Plattformen und beträgt die Paketsteuer durchwegs 2,40 Euro, kommt bei einer Sendung eine jährliche Belastung von 28,80 Euro zusammen und bei zwei eine solche von 57,60 Euro. Das entspricht ziemlich genau der durchschnittlichen Entlastung eines Haushaltes durch die reduziere Umsatzsteuer, die das Marktforschungsinstitut OGM jüngst ermittelt hat; diese beträgt demnach 57 Euro.

OGM hat den Effekt auf Bais von 2009 Kassenzetteln von 868 repräsentativ ausgewählten Menschen berechnet. Für Oliver Picek, Chefökonom des gewerkschaftsnahen Momentum-Instituts, ist fraglich, ob diese Basis ausreicht, um zu aussagekräftigen Werten zu kommen. Viel größer ist der Effekt laut einer Berechnung des Budgetdienstes des Parlaments aber auch nicht: Beim Durchschnitt mache er 73 Euro pro Haushalt aus bzw. beim untersten Zehntel nach Einkommenshöhe 57 und beim obersten 87 Euro.

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Wenn man von den Annahmen des Finanzministeriums ausgehe, werde die Paketsteuer, die reduzierte Umsatzsteuer auf Grundnahrungsmittel zu 70 Prozent wieder auffressen, erklärt Picek. Insgesamt werde eine gewisse Entlastung bleiben, ist er überzeugt: „Aber ja, damit die Regierung die Preise bei Lebensmitteln stärker senkt, empfehlen wir, die Mehrwertsteuer auf alle Grundnahrungsmittel komplett zu streichen, und nicht nur zu halbieren. Das würde die Geldbörsen der Menschen schonen und die Teuerung stärker dämpfen.“