Ausbau von Sportanlage: Schlamperei im Amt kostet Lochau viel Geld

Dieser Fehler der eigenen Verwaltung kommt der Gemeinde teuer: Bürgermeister Matt erklärt den Grund mit “Unwissenheit und einer Verkettung unglücklicher Umstände”.
Lochau Die finanzielle Lage in Vorarlbergs Gemeinden ist zunehmend angespannt. Wo immer es geht, wird der Sparstift angesetzt. Das trifft auch auf Lochau zu. Umso ärgerlicher dürfte für die Verantwortlichen eine Verwaltungspanne im Zusammenhang mit einem Antrag auf Sportförderung des Landes sein, wie VN-Recherchen jetzt zeigen. Für den Umbau und die Erweiterung des Kabinentrakts der Sportanlage Hoferfeld war ein kraftiger Zuschuss aus dem Landhaus budgetiert. Damit wird es aber nichts. Bürgermeister Frank Matt räumt den Fehler der eigenen Verwaltung ein und beziffert den Fehlbetrag mit 60.000 Euro. Geld, das man auch in Lochau gut hätte brauchen können.

Die Anlage Hoferfeld, sportliche Heimat des Fußballvereins SV Lochau, ist in die Jahre gekommen. 2022 hat die Vereinsführung bei der Gemeinde um den Ausbau der Anlage geworben. Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit, das Frauenteam und der Spielbetrieb der Kampfmannschaften würden die Infrastruktur ans Limit bringen. In einem Schreiben, das den VN vorliegt, wurde schon damals auf Fördermittel aus dem Landesbudget hingewiesen. Das Anliegen fand bei den Verantwortlichen der Gemeinde Gehör. Ein Projekt für einen neuen Kabinentrakt wurde schließlich im Vorjahr von den Gremien durchgewunken.
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Dass jetzt, vier Monate nach der feierlichen Eröffnung, Informationen über einen größeren Fehlbetrag bei der budgetierten Sportförderung bekannt werden, dürfte für Ernüchterung sorgen und eine Lücke ins Budget reißen. Die Gemeinde Lochau spare in schwierigen Zeiten an allen Ecken und Enden, stehe finanziell auf gesunden Beinen und habe Schulden abgebaut. “Dennoch wäre das Ergebnis noch etwas besser, wenn wir – wie hier durch Unwissen bzw. einer Verkettung unglücklicher Umstände leider nicht geschehen – diese Förderung auch lukrieren hätten können”, räumt Bürgermeister Frank Matt ein. Unwissenheit alleine dürfte es allerdings nicht gewesen sein. Recherchen lassen jedenfalls den Schluss zu, dass auch ein gewisses Maß an Schlamperei im Amt dafür verantwortlich ist.

Die Gemeinde Lochau hat für den neuen Kabinentrakt tief in die Tasche gegriffen. Demnach beliefen sich die Gesamtkosten für den Ausbau auf 587.000 Euro. “Durch einen Fehler in der Verwaltung wurde der Antrag auf Förderung erst nach Baubeginn gestellt”, erklärt Bürgermeister Matt und weist auf Änderungen in den Förderrichtlinien hin. Er verteidigt sein Amt mit Unwissenheit, weil das früher anders gehandhabt worden sei. Die Darstellung des Landes ist eine andere. In einer Stellungnahme wird auch dort auf die geltende Sportförderrichtlinie und eine Einreichung vor Baubeginn hingewiesen. “Auf diese Voraussetzung wurde die Gemeinde Lochau im Vorfeld auch mehrfach ausdrücklich hingewiesen”, heißt es dazu gegenüber den VN.
30.000 Euro aus Kulanzgründen
Das Versäumnis kommt die Gemeinde jetzt teuer. “Bei einer zeitgerechten Antragstellung wäre eine Förderung von maximal 15 Prozent der anerkennbaren Projektkosten möglich gewesen”, heißt es offiziell seitens des Landes. Lochau hätte also mit rund 90.000 Euro rechnen können. Zumindest ein Drittel – etwa 30.000 Euro – wurde jetzt trotz der formalen Fehler “aus Kulanzgründen” in Aussicht gestellt, was den Schaden zumindest ein wenig schmälert.
Die Gemeinde Lochau hat mittlerweile reagiert. “Wir haben intern die Konsequenzen gezogen und eine externe Beratungsfirma beauftragt, die alle Strukturen in der Verwaltung nochmals durchleuchtet”, so Bürgermeister Matt. Das Thema Förderungen sei dabei ein zentrales Thema.