“Wir sind startklar”: Welche Pläne es jetzt für die Seestadt gibt

Vorarlberg / 28.10.2026 • 15:20 Uhr
"Wir sind startklar": Welche Pläne es jetzt für die Seestadt gibt
Das Seestadtprojekt in Bregenzer Bestlage würde nach der Verlegung der L202 wieder Schwung aufnehmen. VOL.AT/Mayer, Handout

Die Einigung für eine Verlegung der L202 beim Bregenzer Bahnhof ist auf der Zielgeraden. Damit kommen neue Pläne für die Seestadt auf den Tisch, wie Prisma-Chef Bernhard Ölz im Gespräch mit den VN verrät.

Bregenz Gut Ding braucht Weile. Bei Großprojekten wie der Seestadt im Bregenzer Stadtzentrum können es Jahrzehnte sein. Erste Pläne kamen 2007 auf den Tisch, zehn Jahre später zogen die Betreiber die Reißleine. Nicht finanzierbar. Das Vorhaben scheiterte an einer zweigeschossigen Tiefgarage, die den Kostenrahmen sprengte. Weitere knapp zehn Jahre später nimmt die Seestadt wieder Fahrt auf. Auch deshalb, weil Parkplätze jetzt in Form einer Hochgarage umgesetzt werden könnten. Entsprechende Pläne bestätigt Prisma-Vorstand Bernhard Ölz im Gespräch mit den VN und gibt gleichzeitig Einblicke in die Neuausrichtung des Bauvorhabens in zentraler Bestlage.

"Wir sind startklar": Welche Pläne es jetzt für die Seestadt gibt
Prisma-Vorstand Bernhard Ölz spricht zur derzeitigen Situation von einem gut ausgelasteten Parkplatz. Mit der Verlegung der L202 kommen neue Pläne für eine Bebauung auf den Tisch. VOL.AT/Mayer

Es kommt Bewegung in die Stadtentwicklung “Bregenz-Mitte”. Ein Termin jagt den anderen. Schlüssel für einen neuen Anlauf des Bahnhofneubaus und der angeschlossenen privaten Großprojekte Seequartier und Seestadt ist die Verlegung der L202, die künftig parallel zu den Bahngleisen verlaufen soll. “Für uns kommt jetzt der entscheidende Moment”, sagt Bernhard Ölz, der mit seiner Prisma-Gruppe und den Projektpartnern JDL und SES aus dem SPAR-Umfeld die Seestadt realisieren will. “Kommt die Straßenverlegung zustande, ist der Weg für eine Weiterentwicklung des Projekts geebnet”, kündigt Ölz an, in diesem Fall Planungen voranzutreiben. Konkrete Überlegungen gibt es bereits.

"Wir sind startklar": Welche Pläne es jetzt für die Seestadt gibt
Immobilien-Unternehmer Bernhard Ölz ist mit seiner Prisma-Unternehmensgruppe an einer Vielzahl an Projekten in Bregenz beteiligt, darunter auch die Quartiersentwicklung Weiherviertel. VN/Paulitsch

Die Einigung für eine Straßenverlegung ist auf der Zielgeraden. Diesen Schluss lassen jedenfalls Rückfragen bei der Stadt Bregenz, dem Land Vorarlberg und den ÖBB zu. Im besten Fall könnte es schon in den nächsten Wochen grünes Licht geben. “Es schaut gut aus”, bestätigt auch Ölz, der von einem spürbaren Willen der Beteiligten spricht und erste Details zu den eigenen Plänen nennt. So sei der Fokus zu Beginn auf den Bereich zum Bahnhof hin gerichtet. Hier seien für die Realisierung des Projekts noch Grundstückstäusche notwendig. Für das Baufeld ist laut Ölz ein Spar- bzw. Eurospar-Markt geplant. Geprüft werde konkret, ob darüber eine mehrgeschossige Hochgarage realisiert werden könnte. “Stadt und Wirtschaftsgemeinschaft sind mit diesem Wunsch auf uns zugekommen”, so der Immobilien-Unternehmer.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Dass eine Hochgarage in Zentrumslage Kritiker auf den Plan rufen wird, dessen ist sich Ölz bewusst. Es werde deshalb auch keine Garage sein, die man als solche erkenne. “Das geht auch mit architektonischer Qualität”, so der Prisma-Vorstand. Geprüft würden demnach auch Lösungen, die zu einem späteren Zeitpunkt eine andere Nutzung ermöglichen könnten. Jedenfalls wären über der Hochgarage Wohnungen mit exklusiver Seesicht angedacht. Die weiteren Grundstücksflächen in Richtung Montfortstraße sehen eine klassische Durchmischung von Handel, Büro und Wohnen vor. “Das funktioniert in dieser Lage sicherlich gut”, ist Ölz überzeugt und nennt 2033 als frühesten Zeitpunkt für eine finale Umsetzung des ersten Bauabschnitts.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

In den nächsten Monaten stehen enge Abstimmungen mit Verantwortlichen von Stadt, Bahn und Land sowie den verschiedenen Projektpartnern an. Auch die ÖBB teilten in der Vorwoche mit, dass ein Baubeginn für den neuen Bahnhof nach wie vor für Anfang der 2030er-Jahre angepeilt werde. Voraussetzung dafür ist eine Einigung zur Verlegung der L202. Weitere Verhandlungen stehen noch im November an, Beschlüsse zum Kostenschlüssel könnten in der Stadtvertretung im Dezember fallen. “Wir sind dann startklar”, sagt Bernhard Ölz. Damit würde das Seestadt-Projekt nach zwei Jahrzehnten wieder Schwung aufnehmen.