Die Ideen gehen nie aus

Richard Blaas entdeckt immer neue Materialien und zeigt seine Werke im November.
Dornbirn Richard Blaas ist längst in Pension, doch von Ruhestand kann bei ihm keine Rede sein. Im Keller seines ehemaligen Installationsgeschäfts entstehen laufend neue Kunstwerke. Bei einer Ausstellung im November zeigt er gemeinsam mit Lothar Sonnweber, woran die beiden Künstler derzeit arbeiten.
Ein Keller voller Ideen
Eine riesige Walfischflosse aus Metall ist kaum zu übersehen. Sie steht vor dem Eingang des Installationsgeschäfts Blaas im Beckenhag 18 in Dornbirn und gibt einen Vorgeschmack auf das, was Besucher im Inneren erwartet. Dort reiht sich ein Objekt ans nächste und zeigt die Bandbreite seines kreativen Schaffens. “Der Raum wird langsam, aber sicher eng”, sagt Richard Blaas lachend. Seit 2011 hat er hier seinen eigenen Ausstellungsraum, in dem er seine Arbeiten präsentiert.

Vor acht Jahren hat der Installateurmeister den Betrieb an seinen Sohn Alexander übergeben. Richard Blaas selbst ist jedoch weiterhin mindestens dreimal pro Woche im Geschäft – genauer gesagt im Keller. Dort hat er seine Kreativstätte eingerichtet und kann sich ganz seinen Ideen widmen. Seit fast 40 Jahren beschäftigt er sich mit Kunst, zunächst als Ausgleich neben dem Beruf, inzwischen als “begeisterter Vollzeitkünstler”.
Von Bronze bis Keramik
Lange arbeitete der Dornbirner vor allem mit Metall, Holz und Stein. Mittlerweile hat er zwei weitere Materialien für sich entdeckt: Bronze und Keramik. Besonders das Bronzegießen hat es ihm angetan. Die Objekte entstehen dabei von Anfang an in Eigenregie. “Das ist eine sehr aufwendige Technik”, erzählt Blaas. “Ich habe viele Stunden investiert, bis ich die einzelnen Arbeitsschritte so beherrscht habe, dass die Ergebnisse meinen Vorstellungen entsprechen”, so der 69-Jährige.

Seine Inspiration findet er im Alltag, auf Spaziergängen oder im Internet – eigentlich überall, fast wie ein kreativer Staubsauger. Manchmal begleitet ihn eine Idee über ein halbes Jahr, bis daraus ein fertiges Objekt wird. Und da wären wir wieder bei den Walen. Die großen Säuger haben ihn immer schon fasziniert. “Das sind einfach unglaublich spannende Tiere”, erzählt er.
Der Weg zur Keramik führte über das Bronzegießen. Für die Gussobjekte musste Blaas zunächst Formen herstellen. Dabei entdeckte er, wie vielseitig sich Ton bearbeiten lässt. “Das ist einfach ein unglaublich lässiges Material, mit dem man so viel machen kann”, schwärmt er.

Aktuell haben es ihm vor allem Vasen angetan. “Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass ich einmal Vasen mache, hätte ich ihn für verrückt erklärt”, lacht er. Inzwischen dürfte er bereits fast 100 Stück gefertigt haben. Sehr zur Freude seiner Frau Ingrid und deren Freundinnen, die zu den begeisterten Abnehmerinnen gehören.
Wenn er gerade nicht in seiner Werkstatt tüftelt, sitzt Blaas gerne auf dem Fahrrad oder verbringt Zeit mit seinen beiden Enkeln. Seine Neugier und die Freude am Gestalten sind ihm geblieben. Stillstand scheint für den Dornbirner ohnehin keine Option zu sein.

Kunst auf zwei Etagen
Am Freitag, 13. November, ab 18 Uhr und am Samstag, 14. November, ab 14 Uhr öffnen Richard Blaas und sein Künstlerkollege Lothar Sonnweber ihre Ausstellung im Beckenhag 18 in Dornbirn. Die Präsentation erstreckt sich über zwei Etagen: Während oben die Objekte von Blaas zu sehen sind, werden im Keller die Keramikarbeiten von Sonnweber gezeigt. Nach seiner letzten eigenen Ausstellung im Jahr 2024 freut sich Blaas darauf, seine neuen Arbeiten wieder einem breiten Publikum vorzustellen. CTH

“Ich finde meine Inspiration im täglichen Leben und möchte meine Arbeiten von Anfang bis Ende selbst herstellen können”,
sagt Richard Blaas.
Zur Person
Richard Blaas
Geb. 18.6.1957
Wohnort: Dornbirn
Beruf: Installateur in Pension
Familie: verheiratet mit Ingrid, zwei Kinder, zwei Enkel
Hobbys: Radfahren, Zeit im Atelier verbringen