Kein Ende der Feuersbrünste

In Griechenland toben die Flammen unvermindert weiter.
athen Die Waldbrände in Griechenland haben der Feuerwehr auch am Sonntag schwer zugesetzt. Hunderte Einsatzkräfte konzentrierten sich mit Hilfe von Flugzeugen, Hubschraubern und Kollegen aus dem Ausland vor allem auf vier große Feuer, drei auf dem Peloponnes und eines auf der Insel Euböa. Ein fünftes nördlich von Athen schwächte sich offenbar ab, nachdem es Dutzende Häuser und Geschäfte in Vororten zerstört und Tausende Menschen in die Flucht getrieben hatte.
Auf Euböa war die Lage dagegen noch gefährlicher. Der seit fünf Tagen wütende Brand hat die Insel praktisch geteilt, dichter Rauch verdunkelte die Sonne. Fähren und Küstenwache brachten in der Nacht weitere 83 Menschen in Sicherheit. In der Nacht zuvor waren mehr als 1000 Menschen über das Meer gerettet worden, einige direkt vom Strand, weil keine andere Fluchtmöglichkeit mehr blieb. Beamte und Einwohner flehten in den Abendnachrichten um mehr Feuerwehrleute und Löschflugzeuge.
Die Feuerwehr erklärte, sie habe auf Euböa 575 Leute, unter ihnen 112 Rumänen und 100 Ukrainer, und 89 Fahrzeuge im Einsatz. Diese würden von vier Hubschraubern und drei Löschflugzeugen unterstützt, darunter eine riesige aus Russland organisierte Berijew 200. Schiffe standen bereit, um im Notfall weitere Menschen in Sicherheit zu bringen. „Es ist bereits zu spät, das Gebiet ist zerstört“, beklagte Giannis Kontzias, Bürgermeister der Gemeinde Istiaia, im griechischen Fernsehsender Open TV.
Die griechische Feuerwehr erhält mittlerweile Hilfe aus zehn Staaten. Acht weitere haben Verstärkung zugesagt. Auch Österreich wird Griechenland ab dem heutigen Montag unterstützen. Sie kämpfen gemeinsam gegen Dutzende Brände im ganzen Land. Eine Sorge bestehe darin, dass der Brand nördlich von Athen wieder neu aufflamme, erklärte der Leiter des Katastrophenschutzes, Nikos Hardalias, Feuerwehrleute und Soldaten hätten die ganze Nacht in dem Gebiet patrouilliert.