Zwischen Banklehre und Blaulicht rettet Kilian Mutschlechner Leben in Vorarlberg

Menschen / 31.03.2026 • 12:11 Uhr
Zwischen Banklehre und Blaulicht rettet Kilian Mutschlechner Leben in Vorarlberg
Immer einsatzbereit zeigt Kilian Mutschlechner das neueste Feuerwehrauto. VN/DJSHOM

Mit 15 eingestiegen, mit 20 schon Ausbildner: Kilian Mutschlechner bringt jungen Feuerwehrleuten bei, was im Ernstfall zählt – und berichtet von seiner ersten “Feuertaufe”.

Darum geht’s:

  • Kilian Mutschlechner engagiert sich intensiv bei der Feuerwehr.
  • Er leitet ein Projekt für junge Feuerwehrmänner.
  • Feuerwehr ist für ihn eine zweite Familie.

Dornbirn Kilian Mutschlechner ist der junge Mann von nebenan. Doch wenn man sich mit ihm unterhält, merkt man schnell, dass er zielstrebig und sehr motiviert ist. Der Dornbirner ist stellvertretender Bereichsleiter in der Grundausbildung der Feuerwehr und damit genau an jener Schnittstelle, an der aus Neugier Ernst wird. Aktuell leitet er ein Projekt für junge Feuerwehrmänner. Doch eines nach dem anderen.

Als Teenager einfach Neues ausprobiert

Zur Feuerwehr gekommen ist er früh. “Ich war 15, ein Kollege hat mich mitgenommen”, erzählt Mutschlechner. Ein paar Monate Jugendfeuerwehr, dann ging es direkt weiter in die Grundausbildung – in jenes System, das er heute selbst mitgestaltet. “Ich kann mich noch gut erinnern, wie das war. Deshalb verstehe ich die Jungen auch.”

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Jeder Spind ist mit einem Namensschild versehen. Im Ernstfall muss es schnell gehen. VN/DJSHOM

Und genau das ist seine Stärke. Mutschlechner arbeitet mit Menschen zwischen 15 und über 40 Jahren. Unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Lebenserfahrungen – und doch ein gemeinsames Ziel: im Einsatz funktionieren. “Man muss offen sein, teamfähig und den Mut haben, Neues auszuprobieren”, sagt er.

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Im neuen Feuerwehrauto sind die Atemschutzmasken am Sitz montiert. So können diese leichter angelegt werden. VN/DJSHOM

In der Grundausbildung geht es um das Fundament: Wie verhält man sich im Einsatz? Wie wird ein Löschangriff aufgebaut? Welche Geräte kommen zum Einsatz? Vom Brandmelder bis zur Pumpe – alles muss sitzen. “Das ist das Wissen, auf das später alles aufbaut.”

Persönliche Glücksmomente und viel Einsatz

Besonders beeindruckt ihn jener Moment, wenn junge Mitglieder in die aktive Mannschaft wechseln. “Da ist so viel Freude. Endlich den Pager in der Hand, endlich mitfahren dürfen – das ist etwas Besonderes.” Für ihn ist es der Moment, in dem Ausbildung greifbar wird.

Zeit ist dabei ein knappes Gut. Neben seiner Lehre mit Matura in einer Bank investiert Mutschlechner einen großen Teil seiner Freizeit in die Feuerwehr. Fixe Übungen, zusätzliche Termine, Organisation. “Es ist schwer zu sagen, wie viel genau – aber es ist auf jeden Fall einiges”, sagt er und lacht.

Riesenprojekt auf dem Messegelände

Aktuell bereitet er mit seinem Team eine große Abschlussübung vor. Szenario: Brand einer Halle auf dem Messegelände, Personenrettung, dazu ein Verkehrsunfall mit Verletzten. Alles basiert auf dem, was die Teilnehmer zuvor gelernt haben. “Am Ende muss jeder Handgriff sitzen.”

Dass es im Ernstfall darauf ankommt, hat Mutschlechner selbst erlebt. Sein erster Atemschutzeinsatz – ein Brand im Klubheim der Admira Dornbirn – ist ihm bis heute präsent. “Das war eine Feuertaufe. Das Gelernte plötzlich im echten Einsatz, mit Adrenalin – das vergisst man nicht.”

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Direkt vom Büro in die Feuerwehr. VN/DJSHOM

Heute ist er selbst Atemschutzgeräteträger. Mit Maske und Luftflasche geht es in verrauchte Räume – dorthin, wo andere nicht mehr hinein können. Angst? “Das lernt man. Man muss körperlich und mental bereit sein. Panik darfst du keine bekommen – sonst gefährdest du dich und andere.”

Was ihn antreibt, ist weniger das Spektakuläre als das Miteinander. “Die Feuerwehr ist wie eine zweite Familie”, sagt der 20-Jährige. Freundschaften, Zusammenhalt, das Gefühl, gebraucht zu werden. “Man hilft – und man bekommt auch viel zurück.”

Kilian Mutschlechner

Alter: 20 Jahre

Hobbys: Feuerwehr, Skifahren, Fußball
Lebensmotto: Sei immer motiviert und versuche jeden Tag dein Bestes zu geben.

Beruf: Banklehre mit Matura