Deutsche Touristin klagt Hotel

Welt / 09.09.2022 • 22:53 Uhr
Kurz nach dem Beginn der Pandemie wurde das Virus durch Winterurlauber von Ischgl aus in viele Länder übertragen. Erkrankte fordern Entschädigungen.  APA/EXPA/JOHANN GRODER
Kurz nach dem Beginn der Pandemie wurde das Virus durch Winterurlauber von Ischgl aus in viele Länder übertragen. Erkrankte fordern Entschädigungen.  APA/EXPA/JOHANN GRODER

Corona: Neuerliche Gerichtsverhandlungen um die Causa Ischgl haben begonnen.

Ischgl, Wien In der Causa Ischgl sind am Freitag am Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien neuerlich Verhandlungen um Schadensersatzklagen gestartet. Eine deutsche Touristin klagte nicht nur die Republik Österreich, sondern auch ein Hotel. Sie wirft den Behörden vor, keine Sicherheitsmaßnahmen getroffen, und dem Hotel, sie bewusst über die Coronalage getäuscht zu haben. Die Managerin des Hotels wurde als erste Zeugin befragt.

Sie zeigte sich dabei relativ ahnungslos über die Vorgänge in ­Ischgl im März 2020. So sagte sie etwa, dass sie mit ihrem Bruder, der Obmann des Tourismusverbands Paznaun-Ischgl ist, im besagten Zeitraum nie über Corona gesprochen habe. Der Richter zeigte sich darüber überrascht. Die Frau bekräftigte aber ihre Aussage. Der Bruder der ersten Zeugin, der als zweiter befragt wurde, bestätigte diese Darstellung.

Die Klägerin ist eine Deutsche, die vom 10. bis 12. März 2020 Urlaub in Ischgl gemacht und sich dort mit Corona infiziert hat. Sie hat sich vor der Anreise explizit im Hotel erkundigt, ob alles o. k. sei und das Hotel habe „wider besseres Wissen erklärt, dass es in Ischgl keine Probleme mit Covid-19 gäbe“. Die Anfrage sei am 8. März gewesen, fünf Tage nachdem schon bekannt gewesen sei, dass Isländer in Ischgl an Corona erkrankt seien, sagt der Verbraucherschutzverein.

In den Abendstunden ging die Verhandlung für heute zu Ende, fortgesetzt wird der Prozess am 7. November. Befragt werden soll dann die Klägerin.

Parallel zu dieser Klage laufen vom Verbraucherschutzverein organisierte Amtshaftungsverfahren gegen die Republik. Der Hauptvorwurf lautet, dass die ersten Corona-Fälle in Ischgl vertuscht und die Öffentlichkeit bewusst getäuscht worden seien.