Verleihung der Golden Globes

Welt / 12.01.2026 • 11:28 Uhr
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Timothée Chalamet mit dem Preis für den besten Schauspieler in einem Kinofilm – Musical oder Komödie für „Marty Supreme“. Etienne Laurent / AFP

“One Battle After Another”, Timothée Chalamet und Jessie Buckley sind die große Gewinner.

Los Angeles Der fast dreistündige Film “One Battle After Another” holte den Top-Globe als beste Komödie, für Regie, für das beste Drehbuch und für Nebendarstellerin Teyana Taylor. Mit neun Nominierungen war “One Battle After Another” als Favorit ins Rennen gezogen. Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio gewann aber nicht.

Über seine erste Globe-Trophäe freute sich hingegen Timothée Chalamet (30). Er erhielt den Preis in der Sparte bester Hauptdarsteller in einer Komödie/Musical für seine Rolle als ambitionierter Tischtennisspieler in der Tragikomödie “Marty Supreme”. Auf der Bühne zeigte sich der Schauspieler sichtlich dankbar dafür, mit seiner fünften Globe-Nominierung auch endlich eine Trophäe zu gewinnen.

In der Drama-Sparte setzte sich “Hamnet” von Regisseurin Chloé Zhao als bestes Filmdrama unter anderem gegen “Frankenstein”, “Ein einfacher Unfall” und “Sentimental Value” durch. Die irische Schauspielerin Jessie Buckley, die in “Hamnet” die Frau von William Shakespeare spielt, die gemeinsam den Tod ihres Sohnes Hamnet verarbeiten müssen, gewann mit ihrer bewegenden Darstellung ihren ersten Golden Globe.

Globe-Moderatorin Nikki Glaser eröffnete die 83. Trophäenshow mit der sarkastischen Bemerkung, die Gala sei “die wichtigste Sache, die gerade in der Welt passiert” – und sie holte auch noch mit Blick auf geschwärzte Seiten in den Ermittlungsakten zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein gegen die Trump-Regierung aus: “Und der Golden Globe für den besten Schnitt geht an das Justizministerium”, spottete Glaser.

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Der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgard gewann den Preis für die beste männliche Nebenrolle in einem Kinofilm für „Sentimental Value“. Etienne LAURENT / AFP

Kaum jemand nutze die Bühne ansonsten für politische Reden und scharfen Protest. Einige Stars, darunter Mark Ruffalo und Jean Smart, trugen Anstecker mit der Aufschrift “Ice Out” oder “Be Good”, als Protest gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE – ein Beamter hatte die US-Amerikanerin Renee Nicole Good bei einem Einsatz im US-Bundesstaat Minnesota erschossen.

Doch der Hauptgewinner des Abends spricht mit politischer Brisanz für sich. Mit einem Star-Aufgebot rund um Leonardo DiCaprio, Sean Penn und Teyana Taylor erzählt Anderson die Geschichte militanter linker Aktivisten, angeführt vor allem von selbstbewussten schwarzen Frauen. In einer autoritären, von Rassisten geprägten Gesellschaft machen sie gegen Abtreibungsverbote mobil und fordern freie Grenzen. Die Satire wirkt manchmal wie ein Echtzeit-Kommentar zum Amerika des Donald Trump.

Der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgård holte den Preis als bester Nebendarsteller. Der 74-Jährige überzeugte in dem Familiendrama “Sentimental Value” des Norwegers Joachim Trier in der Rolle eines Vaters, der von seinen Töchtern entfremdet ist. Er habe sich für zu alt gehalten, um zu gewinnen, witzelte der sichtlich überraschte Skarsgård in seiner Dankesrede. Er sei froh darüber, dass ein kleiner norwegischer Film ohne ein großes Budget diese Aufmerksamkeit bekomme.

Der Brasilianer Wagner Moura holte den Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama mit seiner Rolle in dem Thriller “The Secret Agent”. Der brasilianische Film von Regisseur Kleber Mendonça Filho über einen Akademiker, der in den 1970er Jahren während der Militärdiktatur verfolgt wird, gewann auch den Golden Globe als bester nicht-englischsprachiger Film.

Haushoher Gewinner unter den Fernsehproduktionen war die Netflix-Serie “Adolescence”. Die in einer einzigen Einstellung erzählte Geschichte einer Mordermittlung unter Jugendlichen gewann als “beste Miniserie”. Zudem sahnten die Schauspieler Stephen Graham, Owen Cooper und Erin Doherty jeweils eine Trophäe ab.