Vom Bagger in die Raupe

Heinz Oberhauser ist ein Perfektionist, wenn es um die Pisten am Diedamskopf geht.
Schoppernau. (VN-ger) Sein Arbeitstag beginnt dann, wenn andere bereits den Einkehrschwung proben. Erst wenn der letzte Skifahrer im Tal ist, startet Heinz Oberhauser sein Dienstfahrzeug. Mit der letzten Bahn geht es um 16 Uhr in Richtung Berg. Bis ein Uhr nachts planieren der 40-jährige Schoppernauer und sein Team die 40 Pistenkilometer oberhalb von Schoppernau. „Wenn es über Nacht schneit, dann präparieren wir von zwei Uhr nachts bis neun Uhr morgens“, erläutert Oberhauser.
Vor zehn Jahren hat der zweifache Familienvater seinen Installateurskoffer gegen größere Gerätschaften getauscht. Seither ist er im Sommer als Bagger- und im Winter als Pistenraupen-Fahrer unterwegs. „Maschinen haben mich schon immer interessiert. Irgendwann habe ich mir gedacht, jetzt probiere ich es einfach mal aus“, erinnert er sich. Vor drei Jahren wurde der 40-Jährige schließlich zum Pistenraupen-Chef am Diedamskopf befördert.
Die Dieselmotoren angeworfen hat der Pistendienst erstmals vor zwei Wochen. Da sich der Winter derzeit noch nicht von seiner allerbesten Seite zeigt, ist der Einsatz am Berg mit noch mehr Arbeit verbunden. Der Schnee wird aus allen Ecken und Enden zusammengesammelt und auf den Pisten verteilt. Nebenbei muss der Schoppernauer in dieser Saison fünf neue Fahrer einlernen. „Darunter ist auch ein Orgelbauer“, verrät er.
Der 40-Jährige ist begeisterter Pistenraupenfahrer. Ein Zuckerschlecken ist die Arbeit aber nicht. Die Arbeitszeiten sind alles andere als familienfreundlich. Damit die Skifahrer am nächsten Morgen perfekte Verhältnisse vorfinden, müssen Oberhausers Frau und seine zwei Kinder an sechs Winterabenden die Woche auf ihn verzichten. „Es ist eine schöne Arbeit, aber die Familie muss mitmachen“, bringt er es auf den Punkt. Außerdem fahren viel Verantwortung und Geld in der Pistenraupe mit. Und damit auch die steilsten Hänge bewältigt werden können, hängen die Fahrer oft an einem bis zu 1000 Meter langen Seil. Doch wenn der Sonnenaufgang die Berge rot einfärbt, „dann entschädigt das für vieles“.
Am Samstag erfolgt am Diedamskopf der offizielle Startschuss in die Saison. Mit dem Ergebnis der Pistenpräparation zeigt sich der Perfektionist Oberhauser trotz Schneemangels sehr zufrieden. „Wenn man das länger macht, dann will man es immer noch besser machen“, sagt er. Selbst sein Hobby gehört mittlerweile schon fast zum Beruf: Auf Ski verschafft sich der Pistenraupen-Chef eine Gesamtsicht über die Piste.
Es ist eine schöne Arbeit, aber die Familie muss mitmachen.
Heinz Oberhauser
Zur Person
Heinz Oberhauser
liebt schwere Maschinen. Im Winter ist der Schoppernauer damit auf der Piste unterwegs.
Geboren: 3. Juni 1973
Wohnort: Schoppernau
Ausbildung: Installateur-Lehre
Beruf: im Winter Pistenraupenfahrer, im Sommer Baggerfahrer
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Hobbys: Skifahren, Wandern