Rühriger Wiederverwerter

Wetter / 06.02.2014 • 18:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Fritz Fuchsberger gibt so schnell kein defektes Elektrogerät auf.  Foto: VN/Steurer
Fritz Fuchsberger gibt so schnell kein defektes Elektrogerät auf. Foto: VN/Steurer

Als Leiter eines Reparaturcafés kämpft Fritz Fuchsberger gegen zu viel Elektromüll.

altach. (VN-mm) Reparieren hat wieder Konjunktur. Einer, der das zweifelsfrei bestätigen kann, ist Fritz Fuchsberger. Seit gut einem Jahr leitet er das Carla-Reparaturcafé im Möslepark in Altach. Hier kann einmal monatlich unter fachkundiger Anleitung defekten Elektrogeräten neues Leben eingehaucht werden. Der Andrang ist groß, und alle Beteiligten sind mit Begeisterung bei der Sache. Obwohl Fritz Fuchsberger nächste Woche eigentlich Urlaub hätte, wird er am Freitagnachmittag selbstredend vor Ort sein. „Die Freude der Kunden ist Dank genug“, sagt er.

Langjährige Erfahrung

Reparaturcafés gibt es für Möbel, Textilien und Elektrogeräte. Jeden Freitagnachmittag öffnet ein anderer dieser besonderen Treffpunkte. Morgen beispielsweise kann in Lustenau genäht und geflickt werden. Fritz Fuchsberger hält es lieber mit der Elektronik. Als gelernter Servicetechniker, der schon 30 Jahre Erfahrung mitbringt, bleibt er auch im Reparaturcafé bei seinen Leisten. Lange dümpelte diese Caritas-Initiative nur so vor sich hin. Im vergangenen Jahr wurden dann jedoch Nägel mit Köpfen gemacht. Der gebürtige Bludenzer bewarb sich für die ausgeschriebene Stelle und erhielt den Zuschlag. Seitdem ist er ebenso wie seine Kunden ein rühriger Wiederverwerter.

Ziel der Reparaturcafés ist es, die Leute dazu zu bringen, nicht gleich alles, was den Geist aufgibt, in den Müll zu befördern. Und das gelingt. „Heute wird, im Gegensatz zu früher, niemand mehr ausgelacht, wenn er etwas reparieren lässt“, freut sich Fritz Fuchsberger, selbst auch begeisterter Handwerker. Was er im Rahmen seiner Tätigkeit festgestellt hat: „Das Erfolgserlebnis ist ein wichtiger Faktor.“ Dass sich jeder bemüht, zeigt sich an der hohen Quote der reparierten Geräte. „80 Prozent bekommen wir wieder hin“, so Fuchsberger.

Frauen am Werk

Viele seiner Kunden sind Frauen. „Sie haben mehr Ehrgeiz und teilweise mehr Geschick“, bestätigt der Projektleiter mit einem Anflug von Stolz. Gearbeitet wird mitten im Geschäft, was das Reparaturcafé zu einem Anziehungspunkt macht. Auch das ist gewollt. „Jeder bringt sein Wissen ein. So entsteht eine schöne Gemeinschaft“, erklärt Fritz Fuchsberger. Ehrenamtliche Helfer unterstützen ihn dabei. Repariert wird, was sich lohnt. Denn: „Wunder wirken kann auch ich keine.“ Obwohl sein Sohn überzeugt ist: „Der Papa richtet alles.“

Die Frauen haben mehr Ehrgeiz und teils mehr Geschick.

 Fritz Fuchsberger

Zur Person

Fritz Fuchsberger

Geboren: 20. März 1966 in Bludenz

Wohnort: Lorüns

Familienstand: Verheiratet, 2 Kinder

Beruf: Projektleiter Carla-Elektro

Hobbys: Handwerken und Fischen