Lachen ist größter Lohn

Birgit Lutzmann ist eine der jüngsten Ehrenamtlichen beim „Netz für Kinder“.
FELDKIRCH. (VN-C.Mennel) Etwa 60 sind es landesweit. Aber eigentlich können es nie genug sein: Ehrenamtliche, die sich bedürftiger Kinder annehmen, sucht das „Netz für Kinder“ immer. Und der Bedarf wird traurigerweise immer größer. Birgit Lutzmann ist eine von ihnen. Seit ihrem Start im Oktober 2012 hat sie drei Kinder betreut, aktuell ein elfjähriges Mädchen. Mit ihm gestaltet die Frauenreferentin, Berufs- und Bildungsberaterin des Arbeitsmarktservice Feldkirch jeden zweiten Freitagnachmittag. Dazu bewogen hat die damals 27-Jährige ihr immer stärker werdendes Bedürfnis nach sozialem Engagement. In der Altenarbeit hätte Sie Berührungsängste, „aber zu Kindern habe ich einen Draht“, sagt sie und lacht. Auf den Verein „Netz für Kinder“ wurde sie aufgrund der sympathischen Präsenz samt gelber Enten aufmerksam, die ihr scheinbar überall „begegneten“. Nach einigen Treffen mit den Sozialarbeitern und drei Monaten Bedenkzeit unterschrieb sie die Vereinbarung.
Völlige Flexibilität
„Man ist völlig flexibel in seinen Wünschen“, erzählt Birgit Lutzmann. „Ich konnte wählen wie oft, wie lange und welche Kinder ich betreuen wollte. Die Sozialarbeiter bemühen sich, dass die Chemie zwischen dem Ehrenamtlichen, dem Kind und den Eltern passt.“ „Ihr“ erstes Kind war ein sechs Wochen alter Säugling, das zweite ein zehnjähriger Hip-Hopper.
Ist ihre Arbeit so, wie sie es sich vorgestellt hat? „Die Realität ist anders“, gibt Birgit Lutzmann zu. Es müsse einem bewusst sein, dass man mit schwierigen Verhältnissen zu tun hat. Und: „Es kann vorkommen, dass das Kind nicht zum Treffpunkt kommt, oder kurzfristig absagt. Das darf man nicht persönlich nehmen, denn das ist es nicht“. Als Ehrenamtlicher sollte man eine gefestigte, geduldige Person sein, sagt sie, und man sollte nicht meinen, ein Weltverbesserer zu sein, der es schafft, dass das Kind später studieren gehe. „Es sind nur ein paar Stunden, in dem sich das Kind wohlfühlen soll und mit mir eine Auszeit nimmt“. Birgit Lutzmann hat von den Treffen genauso viel wie die Kinder: „Wir haben Spaß miteinander, ich darf derzeit am Gefühlsleben einer Elfjährigen teilhaben und es freut mich, wenn sich das Kind öffnet, Vertrauen fasst und von sich erzählt.“
Soziales Engagement
Immer wieder hört sie, wie andere sagen: „Ich finde es super, dass du das machst. Leider habe ich keine Zeit!“ „Es sind zwei Stunden alle zwei Wochen, das schafft jeder“, entgegnet dann die 29-Jährige. Sie bereut ihren Entschluss jedenfalls nicht und würde soziales Engagement jedem weiterempfehlen. Dankbarkeit von den Eltern müsse man zwar nicht erwarten“, sagt sie mit einem Schmunzeln, „aber mein größter Lohn ist das Kinderlachen“.
Zeit zu spenden ist kostenlos, aber unbezahlbar.
Birgit Lutzmann

Zur Person
Birgit Lutzmann
Beruf: Berufs- und Bildungsberaterin, Frauenreferentin im AMS Feldkirch
Geboren: 8. August 1984
Familienstand: ledig
Hobbys: tauchen, Radfahren
Infos: www.netz-fuer-kinder.at