Närrische Blumengrüße

Wetter / 10.11.2014 • 18:56 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Seit 14 Jahren ist Conny Mähr bereits eine Spältabürgerin. Vor sieben Jahren wurde sie zur Vizepräsidentin gewählt. Foto: Privat
Seit 14 Jahren ist Conny Mähr bereits eine Spältabürgerin. Vor sieben Jahren wurde sie zur Vizepräsidentin gewählt. Foto: Privat

Heute beginnt die Faschingszeit. Conny Mähr und die Spältabürger sind bereit.

feldkirch. (VN-sis) Fasching ist nicht jedermanns Sache. Für Conny Mähr hat die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ jedoch einen besonderen Stellenwert. Immerhin ist sie schon seit 14 Jahren Mitglied der Feldkircher Spältabürger. Vor sieben Jahren wurde sie zudem zur Vizepräsidentin der Gilde gewählt.

Eine spontane Entscheidung

An Faschingsumzügen, ebenso wie am Verkleiden, hatte die Feldkircherin schon immer Freude. Trotzdem hätte sie sich früher nie vorstellen können, eines Tages Mitglied einer Faschingsgilde zu sein – von einer Vizepräsidentin ganz zu schweigen. Dass sie heute eine glückliche Spältabürgerin ist, verdankt sie einem Bekannten, der sie vor mehr als 14 Jahren ermutigte, dem Verein beizutreten. „Es war im Grunde eine spontane Entscheidung. Mein Bekannter meinte, ich würde gut zu den Spältabürgern passen, da er wusste, dass ich generell ein Vereinsmensch bin“, erinnert sich die 40-Jährige. Ihre spontane Entscheidung habe sie bislang noch keine Sekunde bereut – auch wenn die Faschingszeit, vor allem gegen Ende, durchaus anstrengend sein kann. 20 Mal müssen die Spältabürger zwischen dem Auftakt am 11. November und dem Faschingsdienstag ausrücken. Da sich die meisten Termine auf die Wochenenden konzentrieren, kommen sich Conny Mährs Tätigkeit bei den Spältabürgern und ihr Beruf glücklicherweise nicht in die Quere. Seit 20 Jahren arbeitet sie beim Roten Kreuz in der Transportverrechnung. Ihre Chefs sind mittlerweile daran gewöhnt, dass eine bestimmte faschingsbegeisterte Mitarbeiterin zwischen dem „schmutzigen Donnerstag“ und Faschingsdienstag Urlaub benötigt. „Ich habe großes Glück, dass meine Chefs mir diese Narrenfreiheit gewähren – obwohl sie selbst überhaupt keine Faschings-Fans sind“, erzählt Conny Mähr und lacht.

Schöne Bekanntschaften

Was die Feldkircherin vor allem an der „närrischen“ Zeit schätzt, ist die Geselligkeit. „Die Leute sind gut gelaunt und reden gleich mit jedem. Daher kann man auch schnell Freundschaften schließen“, erklärt sie. In den 14 Jahren bei der Gilde habe sie nicht nur unter den Spältabürgern viele schöne Bekanntschaften gemacht, sondern auch viele andere Vereine und deren Mitglieder kennengelernt, mit denen sie sich auch abseits des Faschings regelmäßig trifft.

Freudentränen

Für Conny Mähr ist jeder Tag mit ihre Spältabürgern ein besonderes Erlebnis. Auf einen Programmpunkt freut sie sich dennoch jedes Jahr von Neuem. Am „schmutzigen Donnerstag“ steht der traditionelle Besuch im Krankenhaus an. Jeder Patient erhält dabei einen kleinen Blumengruß, der auf viele jedoch eine große Wirkung hat. „Es ist unheimlich schön zu sehen, wie sich die Leute über uns freuen“, erzählt Conny Mähr mit einem Lächeln. Nicht selten komme es vor, dass auch ein paar Freudentränen vergossen werden. „Wenn ich dann aus dem Zimmer gehe, weiß ich, deshalb bin ich ein Spältabürger“, sagt sie.

Eine kleinere Abordnung geht außerdem zu Faschingskränzchen in Seniorenheime. Auch dort bekommen die Bewohner Blumen überreicht, und wer Lust hat, kann mit einem der Spältabürgern ein Tänzchen wagen. „Diese Dinge sind eigentlich der Hauptgrund, aus dem ich bei dem Verein bin“, erklärt Mähr.

Ab heute steht für die 40-Jährige wieder einiges auf dem Programm. Schon jetzt freut sich sich jedoch ganz be­sonders auf den Feldkircher Faschingsumzug, der am 8. Februar 2015 stattfindet.

Jeder Tag mit den Spältabürgern ist ein besonderes Erlebnis.

Conny Mähr

Zur Person

Conny Mähr

seit sieben Jahren Vizepräsidentin der Feldkircher Spältabürger.

Geboren: 1974 in Feldkirch

Beruf: seit zwanzig Jahren in der Transportverrechung des Roten Kreuzes tätig.

Familienstand: ledig