Senioren Sicherheit geben

Wetter / 09.09.2015 • 18:32 Uhr
Ursula Starck sorgt dafür, das Bregenzer Seniorenheimbewohner, die zum Arzt müssen, einen Begleiter bekommen. Foto: VN/Schuster
Ursula Starck sorgt dafür, das Bregenzer Seniorenheimbewohner, die zum Arzt müssen, einen Begleiter bekommen. Foto: VN/Schuster

Seit 13 Jahren gibt Ursula Starck aus Kennelbach Seniorenheimbewohnern Sicherheit beim Arztbesuch.

Kennelbach, Bregenz. (VN-pes) Vor gut 40 Jahren kam die gebürtige Tirolerin Ursula Starck nach Vorarlberg, als ihr Mann hier eine Stelle antrat. Schon seit vielen Jahren engagiert sich die dreifache Mutter ehrenamtlich im Land. 2002 hatte sie eine Idee, die bis heute Früchte trägt. Zusammen mit rund 15 Kolleginnen bietet die gelernte Kinder- und Säuglingskrankenschwester in Bregenz einen sogenannten Begleitdienst für Heimbewohner an. Muss der Bewohner eines Seniorenheims zum Arzt, kommt eine Begleiterin mit, hilft bei der Anmeldung und gibt Sicherheit. „Wir fragen den Patienten, ob wir auch zur Untersuchung mitkommen sollen. Die meisten sagen Ja“, weiß Ursula Starck. Der Dienst kommt bei Bewohnern und Ärzten gut an.

Manche sind überfordert

Viele Senioren, die im Heim wohnen, sind mit den Abläufen eines Arztbesuchs überfordert. „Es kam schon vor, dass sich Menschen einfach ins Wartezimmer gesetzt haben, ohne sich anzumelden. Das ist dann erst nach Stunden aufgefallen“, weiß Starck. „Viele können dem Arzt gar nicht richtig Auskunft darüber geben, was ihnen fehlt“, ergänzt sie. Gerade Patienten mit Demenz brauchen da Hilfe. 

Steht ein Arzttermin an, wird Ursula Starck vom Heim verständigt. Das dortige Personal kann selbst in der Regel keinen Begleitdienst stellen. Für den Transport sind Starck und Co. aber nicht zuständig, das übernimmt das Rote Kreuz oder ein Taxi.

Zuerst die Angehörigen

Die Begleitdienstkoordinatorin stellt jedoch klar, dass sie nicht die erste Anlaufstelle ist: „Erste Wahl sind immer die Angehören. Wir helfen nur, wenn sie nicht zur Verfügung stehen.“ Manchmal können auch Zivildiener als Begleiter einspringen.

Auf die Idee, den Dienst auf die Beine zu stellen, kam Ursula Starck 2002, als sie Sachwalterin einer Seniorin war, und diese auch zum Arzt begleitete. Bei einem Kaffeenachmittag von Besuchsdiensten stellte sie die Idee vor und stieß dort auf Anklang, aber danach auch auf Hürden. „Es haben nicht alle gleich verstanden, warum wir das machen.“ Mit ihrer Mitstreiterin Martha Berchtold baute sie die Gruppe dennoch auf. Von Anfang an begeistert waren die Ärzte, die den Gewinn auch für die Patienten sahen.

Hoher Zeitaufwand

Nach und nach baute sich Starck einen Mitarbeiterstamm auf, der meist um die 15 Personen umfasst. Als Koordinatorin teilt sie die ehrenamtlichen Kräfte ein, je nachdem, wie sie Zeit haben und Bedarf besteht. Die allermeisten sind Frauen, der überwiegende Teil davon Pensionistinnen. „Wir hatten auch einmal einen jungen Mann, einen Türken, der war sehr beliebt bei uns.“ Doch er musste die ehrenamtliche Arbeit aus beruflichen Gründen bald wieder aufgeben. Der Begleitdienst verschlingt nämlich tagsüber eine Menge Zeit. „Für einen Arztbesuch muss man drei Stunden rechnen, im Landeskrankenhaus Feldkirch eher fünf Stunden“, sagt Starck. Die Seniorenbegleiter absolvieren auch Fortbildungen. „Das Wichtigste ist aber, dass man mit Menschen umgehen kann“, sagt Starck.

Mit ihrem Team deckt Ursula Starck nur die Seniorenheime in Bregenz ab, Dienste in den übrigen Städten Vorarlbergs sind ihr in derselben Form nicht bekannt. „Ich wünsche mir, dass es ins Bewusstsein aller geht, dass man die Menschen nicht allein losschicken kann“, sagt die Begleitdienstkoordinatorin. „Sie sind dankbar dafür“, weiß Ursula Starck.

Das Wichtigste ist, dass man mit Menschen umgehen kann.

Ursula Starck

Zur Person

Ursula Starck

koordiniert den Begleitdienst für Heimbewohner in Bregenz.

Geboren: 1946 in Innsbruck

Ausbildung: Kinder- und Säuglingskrankenschwester

Familie: verheiratet, drei Kinder