Volksmusik mit Herz

11.10.2015 • 16:32 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lucas Oberer erreichte mit der steirischen Harmonika beim 13. Alpenländischen Harmonikabewerb das Prädikat „Ausgezeichneter Erfolg“. PRIVAT
Lucas Oberer erreichte mit der steirischen Harmonika beim 13. Alpenländischen Harmonikabewerb das Prädikat „Ausgezeichneter Erfolg“. PRIVAT

Lucas Oberer war beim Alpenländischen Harmonikabewerb äußerst erfolgreich.

DORNBIRN. (VN-jan) Mit dem Stück „Üsor drü ufam Kanapee“ erhielt der gebürtige Bregenzer beim Wettbewerb in Flachau das Prädikat „Ausgezeichneter Erfolg“ in der Kategorie „Solospiel“ mit der steirischen Harmonika. Zudem durfte er auf dem anschließenden Volksmusik­abend auftreten. „Ich war dort eigentlich mit meinen Schülern, habe dann aber die Gelegenheit genutzt, selbst mitzuspielen“, erzählt der 25-jährige. Bei dem alle drei Jahre stattfindenden Wettbewerb geht es nicht ums Gewinnen, sondern um das gemeinsame Musizieren. Bewertet werden die Leistungen dennoch, eine Fachjury vergibt verschiedene Prädikate, von denen „Ausgezeichneter Erfolg“ das beste ist. Für Lucas Oberer war es bereits die zweite Teilnahme, nachdem er schon 2003 als Schüler mitgemacht hatte. „Damals habe ich das Prädikat ‚sehr gut‘ erreicht“, erinnert er sich. Nur die Liedauswahl verhinderte noch mehr Erfolg: „Ich habe Eigenkreationen vorgespielt, die von der Jury nicht als Voralberger Volksgut anerkannt wurden“, erzählt er.

Zwölf Jahre Musikschule

Das Harmonika-Spielen ist für Lucas Oberer eine Herzensangelegenheit. „Mein erstes Instrument haben mir meine Großeltern zum siebten Geburtstag geschenkt. Danach war ich zwölf Jahre lang in der Musikschule Dornbirn“, erzählt er. Anschließend hat ihn der damalige Direktor der Musikschule, Guntram Simma, in den Lehrkörper übernommen. Zunächst war Oberer als Lehrer für das Akkordeon tätig, später übernahm er die Lehrstellen für die steirische Harmonika und die Trompete. „Da bin ich mittlerweile ganz froh drüber. Mit dem Akkordeon hatte ich noch nie so viel zu tun, mit der ‚Steirischen‘ bin ich aufgewachsen“, erklärt er. Nebenbei studiert er auch noch Trompete. Seinen Bachelor hat er letztes Jahr bei Professor Herbert Walser-Breuß in Feldkirch abgeschlossen, das Diplom soll im kommenden Mai folgen.

Ans Aufhören hat er nur ein einziges Mal gedacht: „In der Pubertät war ich kurz davor, das Instrument an den Nagel zu hängen. In dem Alter gilt die ‚Steirische‘ im Umfeld eher als uncool.“ Das gleiche Problem beobachtet er heute oft bei seinen Schülern: „Teils schämen sie sich dann dafür, wenn der Freundeskreis die Musik nicht mag.“ Die Kunst sei es, die Schüler über das pubertäre Alter zu bringen. „Die meisten kommen später irgendwann wieder zu dem Instrument zurück. Deshalb möchte ich jedem Schüler über dieses Alter hinaus helfen.“  Um das zu erreichen, solle man den Spaß am Instrument fördern, sagt Oberer. „Was sich super bewährt hat, ist es, die Bücher zur Seite zu legen und den Schüler zu fragen: Was willst du spielen?“

Erfolg mit Bradlberg Musig

Auch mit seiner Volksmusikgruppe ist Lucas Oberer erfolgreich unterwegs. In der sechsköpfigen Formation „Bradlberg Musig“ spielt er die steirische Harmonika. „Das Projekt ist vor drei Jahren entstanden. Ganz stark geholfen hat uns Otto Vonblon vom ORF, der uns viele Auftritte ermöglicht hat. Das hat die Grundlage für unsere Existenz gegeben“, sagt Oberer. Der Einstand der Gruppe war äußerst erfolgreich, die erste CD „Rundum g’sund“ ist vollständig vergriffen. Es folgten sogar Fernsehauftritte beim ORF, BR und Servus.tv. Die zweite CD mit dem Titel „Gad Ret“ wird im November präsentiert.

Seinen Ausgleich zur Musik findet Oberer im Sport. „Ich bin Fußballer, als Außenverteidiger beim SC Hatlerdorf in Dornbirn“, erzählt er. Viel Zeit bleibt für das Hobby allerdings nicht: „In der Hinrunde habe ich von elf Spielen gerade mal vier geschafft.“

Mit der steirischen Harmonika bin ich aufgewachsen.

Lucas Oberer

Zur Person

Lucas Oberer

Geboren: 29. 8. 1990 in Bregenz

Wohnort: Dornbirn

Beruf: Musiklehrer/Student

Hobby: Fußball

Familienstatus: in einer Beziehung