Ein wolliges Engagement

18.11.2015 • 17:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jede einzelne Mütze wird von Helene Fritsche mit einer persönlichen Willkommensnotitz in mehreren Sprachen versehen. Foto: VN/tag
Jede einzelne Mütze wird von Helene Fritsche mit einer persönlichen Willkommensnotitz in mehreren Sprachen versehen. Foto: VN/tag

Mit „Stricken für Flüchtlinge“ hat Helene Fritsche aus Ludesch ein besonderes Projekt ins Leben gerufen.

Ludesch. (VN-tag) Viele Menschen in ganz Vorarlberg zeigen ihre Solidarität mit Flüchtlingen, indem sie durch private Initiativen versuchen, den Ankommenden den Start in ihr neues Leben so angenehm wie möglich zu machen. Eine davon ist Helene Fritsche, dreifache Mutter aus Ludesch, die mit ihrem Projekt „Stricken für Flüchtlinge“ ein Zeichen setzt.

Durch Zufall ist Fritsche auf die Idee gekommen, die Stricknadeln für jene Flüchtlinge zu schwingen, die in Vorarlberg ein neues Zuhause gefunden haben. „Das Interesse fürs Stricken begann erst während meiner Schwangerschaft, da brauchte ich schließlich einen Zeitvertreib“, erinnert sich die 31-Jährige mit einem Schmunzeln. Über Facebook hat Fritsche im September dieses Jahres erfahren, dass in Wien ein Strickprojekt für Flüchtlinge initiiert wurde. „Ich dachte mir, das könnte man auch in Vorarlberg machen.“ So kam eines nach dem anderen, Flyer wurden gedruckt und erste wärmende Accessoires konnten bereits nach kurzer Zeit an Flüchtlinge verteilt werden. Mittlerweile sind es wohl Kilometer von Wolle, die sie gemeinsam mit zahlreichen anderen engagierten Vorarlbergern mit viel Liebe zu Mützen, Schals und Socken verarbeitet hat. Inzwischen setzt sich Fritsche fast jede freie Minute für ihr Projekt ein. „Abends, wenn die Kinder schlafen, habe ich genügend Zeit, mich an die Arbeit zu machen“, erzählt die Ludescherin, die jede einzelne Mütze mit einer persönlichen Notitz in verschiedenen Sprachen versieht. „Damit möchten wir den Flüchtlingen eine Freude machen.“

Menschen animieren

Noch sind die Tage mild. Mit dem Wintereinbruch verstärke sich natürlich auch die Nachfrage nach wärmenden Mützen, Schals und Socken, erklärt Fritsche. Ihr Anliegen ist es, möglichst viele Hobbystricker zu animieren, sich an ihrem Projekt zu beteiligen. „Es gibt viele, die gerne stricken, aber nicht wissen, für wen. Wer sich am Projekt beteiligt, kann sein Hobby in den Dienst der guten Sache stellen“, betont sie und ergänzt: „Ohne private Initiativen wäre die Flüchtlingshilfe wohl nicht das, was sie heute ist.“

Es gibt viele, die gerne stricken, aber nicht wissen, für wen.

Helene Fritsche

Zur Person

Helene Fritsche

Geboren: 30. Dezember 1983 in Bludenz

Wohnort: Ludesch

Ausbildung: HAK Bludenz

Laufbahn: mehrere Jahre im Ausland verbracht, anschließend bis zur Karenz bei Amcoss in Feldkirch tätig

Familie: liiert, drei Kinder

Interessierte Hobbystricker können sich bei Helene Fritsche unter strickenvorarlberg@gmx.at melden.