Ein Leben für den Fußball

Gerhard Effinger hat viel Routine und ist bereit, den neuen Weg im Fußballverband zu beschreiten.
Meiningen. (VN-cha) Mit der konstituierenden Sitzung segnet der Vorarlberger Fußballverband VFV heute auch die neue Struktur und insbesondere die Neueinteilung in Regionsobmänner als Verantwortliche für Kampfmannschaften ab. Mittendrin statt nur dabei ist einer, dessen Leben vom Sport und insbesondere vom Fußball geprägt ist. Gerhard Effinger ist einer jener Männer, die die Neuorientierung im heimischen Amateurfußball mitbeeinflussen sollen. „Als Bindeglied zwischen Vereinen und Vorstand“, weiß der 49-Jährige, der seine Familie als großen Rückhalt nennt. Frau Angelika, ein Sproß der Kunstradfamilie Franz, hat ebenso Gefallen am runden Leder gefunden wie die beiden Kinder. „Es kann schon passieren, dass wir das Wochenende am Sportplatz oder vor dem Fernseher verbringen“, schmunzelt Effinger, der selbst viele Jahre Fußball gespielt hat.
Fußball von Kindheit an
Neun Jahre alt war er, als er durch einen Kollegen mit dem Fußball in Verbindung kam. Beim SK Brederis durchschritt er alle Nachwuchsmannschaften. Schon damals drückte sich seine Verbundenheit mit dem Fußball in ehrenamtlicher Arbeit aus. So fand er sich in Brederis bald im Vorstand wieder und half ehrenamtlich als Schriftführer.
Sein privater Umzug nach Meiningen ging einher mit einem sportlichen. Erst spielte er in der Kampfmannschaft des SK Meiningen, dann war er über zehn Jahre lang als Spielertrainer der zweiten Mannschaft tätig. Der 18. Dezember 2003 war dann der Tag, an dem Effinger seine ehrenamtliche Arbeit endgültig in den Dienst des Funktionärswesens stellte. Als Obmann des SK Meiningen musste er aber bald die schmerzhafte Erfahrung machen, dass immer weniger Leute für eine solche Tätigkeit zu gewinnen sind. „Mit der Zeit brachen immer mehr weg, sodass es am Ende eine One-Man-Show war“, erinnert er sich. „Ich war für alles zuständig, ob für den Einkauf der Bratwürste oder für eine Spielerverpflichtung.“
Nach sechs Jahren war dann für den Großhandelskaufmann, der auch eine Ausbildung als Eventmanager abschloss, Schluss. „Ich fühlte mich ausgebrannt, hatte nur noch das Bedürfnis, ein wenig Ruhe zu genießen.“ Drei Jahre dauerte seine Auszeit, ehe ihn Joe Lampert, seines Zeichens Vizepräsident im Fußballverband, für die Arbeit im VFV gewinnen konnte. „Ich habe wirklich lange überlegt, aber letztendlich reizte mich die Aufgabe, auch weil ich gerne mit Menschen zusammenarbeite.“ Effinger war fortan als Klassenobmann für die Vorarlbergliga zuständig.
Im Zuge der Umgestaltung im Verband ist der Meininger nun für die Region oberes Rheintal zuständig. Sein Aufgabenbereich beschränkt sich damit nicht mehr nur auf eine Liga, sondern ist übergreifend und so für ihn spannender geworden. „Ich erwarte mir bei den Sitzungen ein breites Stimmungsfeld, was den Fußball betrifft“, skizziert Effinger seine neue Aufgabe.
Dass er auch künftig versuchen wird, bei Spielen vor Ort zu sein oder Hauptversammlungen zu besuchen, ist für ihn selbstverständlich, denn: „Fußball ist mein Leben.“ Worte, die er gerne durch Stadionerlebnisse wie bei jenem 4:1 von Österreich in Stockholm gegen Schweden oder beim legendären Lewandowski-Fünferpack für den FC Bayern gegen Wolfsburg untermauert. Dass er dabei stets von seiner Frau begleitet wurde, erleichtert ihm die kommende – ehrenamtliche – Aufgabe im Verband.
Ob Bratwürste oder Spielerverpflichtung, ich war dafür zuständig.
Gerhard Effinger
Zur Person
Gerhard Effinger
war mehr als 15 Jahre lang ehrenamtlich für den SK Meiningen im Einsatz.
Geboren: 28. März 1967 in Feldkirch
Ausbildung: Großhandelskaufmann, Abschluss als Eventmanager
Familie: verheiratet mit Angelika, zwei Kinder: Sabrina (21) und Dominic (19)
Hobbys: Fußball, Biken, Wandern