Vor großem Publikum

20.07.2016 • 16:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Manuela Harte wirkt bereits in der zweiten Saison als Statistin bei den Bregenzer Festspielen mit. Foto: VN/Paulitsch
Manuela Harte wirkt bereits in der zweiten Saison als Statistin bei den Bregenzer Festspielen mit. Foto: VN/Paulitsch

Manuela Harte steht ab heute als Statistin bei „Turandot“ auf der Seebühne.

Bregenz. (VN-jun) Wenn heute Abend die Oper Turandot in die zweite Saison startet, dann ist Manuela Harte mittendrin. Denn sie ist eine der 30 Statisten bei den Bregenzer Festspielen. Gleich zwei Rollen übernimmt die 26-Jährige, die während der zwei Stunden Spielzeit mehrmals auf der Bühne zu sehen ist.

Als „Ribbon Dancer“ tritt sie mit einem Bändertanz auf. Zudem ist Harte auch eine Zofe von Turandot. Für diese Rolle muss sie vor allem Ausdauer haben. „Ich muss sehr viele Stufen laufen. Das ist mein allabendliches Fitnessprogramm“, erzählt sie und lacht. Ihre Szenen spielen sich auf den Treppen der Mauer ab. Dort begleitet sie unter anderem kurz vor der Arie „Nessun Dorma“ Turandot in den Turm hinauf. Im Finale steht Harte nochmals ganz oben auf der Mauer. „Da sehe ich den See, die Bühne und das Publikum. Erst dann realisiere ich das Ganze und kann es genießen“, sagt sie.

Begeisterung fürs Theater

Vergangenes Jahr bewarb sich Harte als Statistin bei den Bregenzer Festspielen und bekam ein Engagement für zwei Jahre. „Ich war schon früher immer beim Schultheater dabei. Jetzt schreibe ich gerade meine Diplomarbeit im Bereich Theaterpädagogik. Ich möchte mich nämlich später als Lehrerin dafür einsetzen, dass an der Schule mehr Theater gespielt wird“, erzählt die Feldkircherin.

Damit die Premiere heute Abend reibungslos über die Bühne geht, laufen seit 18. Juni die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Es gab auch freie Tage zwischendrin, aber die meiste Zeit haben wir geprobt. Da ich studiere, hat es sich zeitlich gut vereinbaren lassen“, erzählt Harte. Zuerst wurde im Festspielhaus mit einer Choreografin Schritt für Schritt der Ablauf trainiert. „Dann haben wir auch bald begonnen, auf der Seebühne zu proben. Dort sind das Timing und die Wege einfach ganz anders“, sagt sie.

Trotz der vielen Proben kann auch bei einer Aufführung etwas schiefgehen. Etwas Schlimmes sei aber noch nicht passiert. „Vergangenes Jahr haben wir eine Vorstellung bei Regen gespielt. Da ist mir Wasser in die Augen gelaufen und mein Make-up verronnen. Ich habe dann nichts mehr gesehen und bin blind die Stufen der Mauer hochgelaufen. Zum Glück sind wir mit einem Sicherheitsgurt festgemacht“, erinnert sich Harte an ihre erste Saison auf der Seebühne.

Am Tag der Aufführung

Zwei Stunden vor Aufführungsbeginn sitzt Harte in der Maske, bekommt die Haare hochgesteckt und wird geschminkt. Anschließend hat sie noch Zeit, um mit den anderen Statisten Karten zu spielen. „Wir sind wie eine große Familie. Es ist ein toller Zusammenhalt unter den Mitwirkenden“, schwärmt sie. Ehe die Oper anfängt, schlüpft Harte in das Zofenkostüm und bekommt eine schwere schwarze Perücke aufgesetzt. Kurz vor den Vorstellungen ist sie relativ ruhig: „Wenn überhaupt, bin ich positiv angespannt.“

Es ist ein besonderes Gefühl, auf der Seebühne zu stehen.

Manuela Harte

Zur Person

Manuela Harte

Geboren: 9. Juli 1990 in Feldkirch

Wohnort: Innsbruck / Feldkirch

Ausbildung: VS Feldkirch-Gisingen, HAK Feldkirch, Studium Englisch und Geographie auf Lehramt in Innsbruck

Hobbys: Lesen, Reiten, Reisen, Schauspielerei