Mitten im Kinderrummel

Wetter / 08.08.2016 • 18:36 Uhr
Die Heimleiterin Marisa Schifferer genießt die letzten Tage mit den Kindern im Ferienheim Oberbildstein. Foto: SAMS
Die Heimleiterin Marisa Schifferer genießt die letzten Tage mit den Kindern im Ferienheim Oberbildstein. Foto: SAMS

Mutter, Lehrerin, Heimleiterin: Marisa Schifferer verbringt ihre Zeit am liebsten mit Kindern.

Schwarzach. (VN-son) Idylle in einer ruhigen, abgeschiedenen Landschaft oberhalb von Schwarzach. Kinder spielen Fußball, Mädchen färben sich die Haare mit Krepppapier, aus Boxen dröhnt Popmusik, Jugendliche chillen  auf Bänken und mittendrin sitzt sie, die Heimleiterin Marisa Schifferer. Wenn Schifferer gerade nicht die Kinder im Ferienheim Oberbildstein animiert, dann macht sie das im Klassenzimmer. Die 39–Jährige ist nämlich Lehrerin von Beruf. “Wenn man mit jungen Menschen arbeitet, bleibt man jung”, ist sich Schifferer sicher, aber das hinterlässt auch Spuren. „Man nimmt den Slang der Jugendlichen an, da rümpfen dann die eigenen Kinder ab und zu die Nase“, sagt die Mutter zweier Kinder und lacht.

Alle Jahre wieder

Schon als Kind verbrachte sie die Ferien in Oberbildstein. Schifferer kann sich noch gut an die Gartenwettbewerbe im Wald und die Disco erinnern. Aufgrund dieser positiven Erfahrungen arbeitete die sozial engagierte Frau mit 18 zum ersten Mal selbst als Betreuerin. Dabei sollte es nicht bleiben, mittlerweile ist sie Heimleiterin, „zum dritten Mal“, sagt Schifferer stolz. „Die Kinder haben hier so viel Platz, um sich entfalten zu können“, erzählt sie begeistert und blickt auf den großen Spielplatz. „Ihnen abseits des Trubels etwas zu bieten, ist meine Hauptmotivation.“ Ganz lässt sich jedoch Schifferers Berufsleben nicht von der Ferientätigkeit trennen. Das zweite Jahr in Folge konnte sie einige Schüler aus ihrer eigenen Klasse motivieren, die Betreuung im Heim zu übernehmen. „In dieser Position lernen die jungen Erwachsenen Verantwortung zu übernehmen und stärken ihr Durchsetzungsvermögen“, ist sich die Lehrerin sicher. 

Von Herzen Lehrerin

Im Ferienheim herrscht eine ausgelassene Stimmung zwischen ihr und den Schülern, aber zurück im neuen Schuljahr nimmt sie in der Lehrerinnenrolle wieder die nötige Distanz ein. „Humor ist mir wichtig, aber um zu überleben, muss man auch streng sein.“ Diese zwei Seiten machen die selbstbewusste Frau auch aus.

Kurz nach der Matura überlegte sie, Architektur zu studieren, aber tief im Herzen wollte sie immer Lehrerin werden. „Bei meinem Freundschaftsbuch aus der Volksschule habe ich bei Berufswunsch Lehrerin hingeschrieben.“ Schifferer wurde nämlich von ihrem Volksschullehrer inspiriert.

Emotionaler Abschied

Die zweiwöchige Sommerfrische endet in zwei Tagen. „Das wird wieder ein sehr berührender Moment, Kinder und Betreuer umarmen sich, es wird geweint und gelacht.“ Aber nicht für alle Kinder ist es ein Abschied für die Ewigkeit. Manche kommen im nächsten Jahr wieder oder werden selbst Betreuer, so wie Marisa.

Humor ist wichtig, aber man muss auch streng sein.

Marisa Schifferer

Zur Person

Marisa Schifferer

ist für zwei Wochen Heimleiterin im Ferienheim Oberbildstein.

Geboren: 2. Jänner 1977

Beruf: Lehrerin (Englisch und Italienisch)

Hobbys: Wandern, Skifahren

Familie: zwei Kinder (8, 10)