Kein typischer Ferialjob

Wetter / 26.08.2016 • 17:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die junge Schlinserin schätzt das herrliche, sommerliche Landschaftsbild an ihrem Arbeitsplatz in Blons. Foto: VN
Die junge Schlinserin schätzt das herrliche, sommerliche Landschaftsbild an ihrem Arbeitsplatz in Blons. Foto: VN

Reservierungen vormerken, Blumen gießen und der Technik helfen – Julia Kohler wird nicht langweilig.

BLONS. (VN-ale) Nach der ersten Woche als Mitarbeiterin beim diesjährigen „Walserherbst“ ist Julia Kohler schon begeistert: „Mein Aufgabenbereich ist extrem weit gefasst. Jeder Tag sieht für mich anders aus. Die vorigen Wochen hatte ich einen Fließbandjob. Die Arbeit beim ‚Walserherbst‘ gefällt mir um einiges besser.“ Vormittags sitzt die junge Lehramtsstudentin meist im Büro. Dort ist sie für die Organisation zuständig, das heißt, sie nimmt Telefonate an, schreibt Mails und kümmert sich um die Post: „Jeden Tag rufen unzählige Leute an, die Karten vorreservieren oder sich über das Programm informieren wollen. Gerade das Interesse für unsere Workshops ist enorm hoch. Der Holzkopf-Sägekurs mit Manfred Martin ist beispielsweise schon lange ausgebucht. Wir überlegen jetzt, weitere Termine anzubieten.“

Aber der Aufgabenbereich der Ferialarbeiterin reicht weit über die Tätigkeiten im Festivalbüro hinaus. Im Prinzip erledigt sie alle Arbeiten, die gerade anfallen: vom Blumengießen über die Vorbereitung des Festsaals bis hin zum Anmalen von Stühlen. „Letztes Wochenende hat das Festivalteam gemeinsam Stühle für den Dorfplatz bunt bemalt. Das hat mir nicht nur Spaß gemacht, ich konnte dadurch auch die anderen Festivalhelfer näher kennenlernen. Dadurch dass wir so wenige sind, sind wir jetzt schon ein eingeschweißtes Team“, erzählt Julia. Generell ist sie sich sicher: „Nach den vier Wochen werde ich wohl alle Bewohner von Blons und aus der Umgebung kennen. Das ist ein weiterer Pluspunkt des Jobs.“ Auch im technischen Bereich packt Julia immer wieder an: „Durch meinen Freund Dominik Bickel, der für die technische Betreuung zuständig ist, bin ich zum Team des ‚Walserherbst‘ gekommen. Natürlich helfe ich auch ihm immer, wenn es etwas zu tun gibt.“

Flüchtlinge helfen mit

Zum diesjährigen Motto „Weitsicht“, das Festivalleiter Dietmar Nigsch der in Gesellschaft und Politik um sich greifenden Kurzsichtigkeit entgegenstellen möchte, passt auch die Einbindung der Flüchtlinge ins Programm. „Am Eröffnungstag halfen sie am Buffet. Auch bei der Ausstellung von Zaker Soltani, der selbst durch Flucht von Afghanistan nach Vorarlberg kam, kümmern sie sich darum, dass Flyer verteilt und die Kunstwerke nicht beschädigt werden. Ich finde es schön zu sehen, wie sich verschiedene Kulturen treffen“, so die 21-Jährige.

Lange Arbeitstage

Eine Win-win-Situation nennt die angehende Lehrerin ihre Arbeitsstelle. Während sie arbeitet, sind nicht nur alle Veranstaltungen und Ausstellungen für sie frei zugänglich, sondern sie bekommt auch Einblick hinter die Kulissen und darf die Künstler persönlich kennenlernen. „Auch in meiner Freizeit interessiere ich mich für Kunst, Literatur, Musik und Film, deswegen ist das vielseitige Programm beim ‚Walserherbst‘ für mich ideal“, erzählt Julia. Abends arbeitet die fleißige Studentin an der Kasse der Veranstaltungen. So arbeitet sie oft bis in die Nacht hinein.

Die Ferialarbeiterin resümiert: „Die Arbeit ist anstrengend, macht gleichzeitig aber auch Spaß. Trotzdem bin ich froh, dass ich diesen Sommer bereits im Urlaub war, und freue mich darauf, mich zurück in Innsbruck wieder meinem Studium zuwenden zu können.“ Auf die Frage, ob sie in zwei Jahren wieder beim Kulturfestival dabei sein wird, meint sie: „Wenn Dietmar eine helfende Hand braucht, stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.“

Das kulturelle Angebot des Festivals interessiert mich auch privat.

Julia Kohler

Zur Person

Julia Kohler

arbeitet im Festivalbüro des „Walserherbst“.

Wohnort: Schlins, Innsbruck

Geboren: 1994 in Feldkirch

Ausbildung: Studium der Germanistik und Biologie

Hobbys: Lesen, Joggen