Von der Norm abweichen

Wetter / 08.08.2017 • 19:11 Uhr
Im Alten Hallenbad stellt Alex Mohr vier Werke aus, die bei den Poolbar- Besuchern unterschiedliche Assoziationen auslösen. Foto: Vn/Steurer
Im Alten Hallenbad stellt Alex Mohr vier Werke aus, die bei den Poolbar- Besuchern unterschiedliche Assoziationen auslösen. Foto: Vn/Steurer

Diesen Sommer inspiriert Alex Mohr mit seinen Kunstwerken die Poolbar-Besucher.

Feldkirch. (VN-mir) Kunststudent Alex Mohr näht seine Kleidung gelegentlich selbst, beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen und möchte später als Lehrer seine Schüler für die Kunst begeistern. Heuer vertritt er die Kunstschule Liechtenstein beim Poolbar-Festival.

Kunstliebhaber

Mohr absolvierte die Matura am Bundesgymnasium Schillerstraße und leistete seinen Zivildienst bei der Caritas Feldkirch. „Damals betreute ich unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und konnte sehr viel Verantwortung übernehmen“, erklärt Mohr und fügt hinzu: „Die Schicksale dieser jungen Menschen haben mich sehr berührt.“ Nach dem Zivildienst wollte sich Mohr voll und ganz seiner Leidenschaft zuwenden. Er besuchte ein Jahr lang den gestalterischen Vorkurs der Kunstschule Liechtenstein und setzte sich intensiv mit dem Thema Kunst und Gestaltung auseinander. Plastisches Gestalten, Comic, Video, Illustration und 22 weitere Fachbereiche gehören bei der Ausbildung Vorkurs dazu. „Umfassend ausgestattete Ateliers und eine kleine Klasse mit rund 20 Mitschülern boten mir ideale Entfaltungsmöglichkeiten. Ich konnte mir viele Grundkompetenzen aneignen und auch nach dem Unterricht an meinen Projekten weiterarbeiten.“ Mit viel neuem Wissen im Gepäck verschlug es Mohr nach Wien, dort studiert er heute an der Akademie der bildenden Künste. „Als Lehrer kann man Kunst und Bildung miteinander verbinden und beiden Bereichen denselben Stellenwert einräumen.“

Vielfalt statt Einfalt

Die Poolbar in Feldkirch ist Alex Mohr schon seit Kindertagen ein Begriff: „Schon mit zwölf Jahren besuchte ich gemeinsam mit meinen Eltern kulturelle Veranstaltungen.“ Das Alte Hallenbad ist heuer Schauplatz seiner Werke, der junge Kunstliebhaber stellt zwei Gipswände, eine Videoinstallation und einen Ausschnitt aus einem Video aus. Seine Werke haben einen queer-feministischen Aspekt. Er möchte vorhandene Rollenbilder thematisieren und befasst sich mit der neuen Männlichkeit. „Ich beschäftige mich mit der Art und Weise, wie man sich als Mann oder Frau verhält. Mir ist es ein Anliegen, Geschlechterklischees zu hinterfragen“, sagt Mohr.

Aus Gips formte Mohr Fliesen, die er mit einem Föhn verformte. „Die Fliesen lösen unterschiedliche Assoziationen aus. Manche Beobachter identifizieren Körperteile, andere lehnen sich spätabends mit dem Rücken an“, sagt Mohr. Das Alte Hallenbad, das früher vollständig mit Fliesen ausgekleidet war, bietet heute einen idealen Ort für seine Werke. In seinem Video thematisiert er den Blick auf sich selbst und die eigene Eitelkeit. „Meine Werke haben viele verschiedene Aspekte, wenn man darüber spricht, schränkt man sich ein. Ich finde es spannender, wenn mir die Beobachter sagen, wie sie die Kunst empfinden.“ 

Mir ist es ein Anliegen, Geschlechterklischees zu hinterfragen.

Alex Mohr

Zur Person

Alex Mohr

Geboren: 26. September 1995

Ausbildung: Student an der Akademie der bildenden Künste in Wien

Motto: Share your privileges

Hobbys: Klettern, Nähen und Schlagzeug

Wohnort: Wien, Götzis

Das Poolbar-Festival läuft noch bis 15. August im Reichenfeld-Areal: www.poolbar.at