Sie zündet 800 Kerzen an

Wetter / 01.01.2018 • 18:27 Uhr
Sie zündet 800 Kerzen an

Monika Wagner ist Projektleiterin des Feldkircher Jubiläumsjahres.

feldkirch Dass „ausgerechnet“ eine Bregenzerin  die 800-Jahr-Feier der Stadt Feldkirch organisiert, verdankt die Montfortstadt einem Zufall. Ein Terminmissverständnis sorgte nämlich dafür, dass Monika Wagner alleine in einem Kaffeehaus saß und die Vorarlberger Nachrichten aufschlug. Bei den Stellenanzeigen inserierte da gerade die Stadt die Stelle der Projektkoordinatorin für das Programm des Jubiläumsjahres. Ein glücklicher Zufall. So sehen das Monika Wagner, aber dem Vernehmen nach auch die Entscheidungsträger in Feldkirch. Seit Mai 2016 ist Wagner an Bord und hat seither in Zusammenspiel mit Kultur, Politik, Vereinen und Bürgern ein buntes Programm erarbeitet, das Feldkirch und das Land in den kommenden Monaten prägen wird.

Drei thematische Schwerpunkte „Humanismus“, „Grenzen“ und „gelingendes Leben“ werden in über hundert Veranstaltungen beleuchtet. Natürlich werden nicht alle Veranstaltungen von der Stadt organisiert, sondern Vereine und Kulturinstitutionen haben sich im Themenfeld wiedergefunden und sind in das Programm aufgenommen worden. „Die Themen sind angekommen“, freut sich Wagner, die sich als „Vernetzerin“ versteht. „Ich habe sehr viele Gespräche geführt und dabei auch Querverbindungen und neue Vernetzungen geschaffen“, freut sie sich. Wagner ist keine Intendantin: Sie ist nicht mit einem fertigen Programm angetreten. Feldkirch 800 ist auch mehr als nur eine Serie an Kulturveranstaltungen, sondern breiter angelegt. So wird die Tagung des Städtebunds ebenso Teil des Programmes der Stadt wie die 70. Auflage der Österreich-Radrundfahrt.  Kultur wird aber eine wichtige Rolle spielen, dafür steht die Projektleiterin. Sie hat beruflich bisher zwischen Verwaltung (Juristin im Land und Landesrechnungshof) und Kultur (Bregenzer Festspiele) genauso gependelt wie seit Mai 2016 zwischen Bregenz und Feldkirch. „Ich habe in meinem Leben nie so viel gelesen“, lacht Wagner, die kein Auto besitzt und privat vor allem mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Jubiläumsausstellung

Am 6. Jänner beginnt das Jubiläumsjahr mit dem Neujahrsempfang der Stadt. Im März startet  dann eine „Herzensangelegenheit“ der Bregenzerin. Die Jubiläumsausstellung „Von Hugo bis dato“ im Palais Liechtenstein, das derzeit aufwendig saniert wird. Hier wird die Geschichte Feldkirchs in vielen Facetten beleuchtet. Neben Bekanntem wird auch weniger Offensichtliches angesprochen, so etwa die Bedeutung der Montfortstadt für die Punk-Szene oder Gegenstände aus dem Alltag der Bürger. Dabei sollen auch Kinder und Jugendliche stark eingebunden werden, eine eigene Museumspädagogin sorgt dafür, dass die Themen bei dieser Zielgruppe ankommen werden.

„Wir wollen nicht nur feiern, sondern mehr erreichen“, betont Wagner, und das merkt man dem ambitionierten Programm deutlich an. Im September heißt es dann aber „Feldkirch feiert“, und drei Wochenenden lang gibt es festliche Veranstaltungen. Darunter auch ein innovatives Lichtfestival. Im November läuft das Programm dann langsam aus, soll aber, vor allem im Palais Liechtenstein, noch lange weiterstrahlen. „Ab April 2019 wäre ich dann wieder frei“, ist Wagner bereit für neue Herausforderungen. VN-GMS

„Wir wollen in Feldkirch nicht nur feiern, sondern mehr erreichen.“

Zur Person

Monika Wagner
Die Bregenzerin ist für die Organisation der 800-Jahr-Feier der Stadt Feldkirch verantwortlich.

Geboren 22. September 1972

Ausbildung Juristin, Tourismus-Kolleg

Laufbahn Verwaltungsjuristin, Tätigkeit bei Festspielen und Juristin im Landesrechnungshof

Familie ein Sohn (18) stadt/Alfare

Das komplette Programm finden Sie online unter:

https://www.feldkirch800.at/