Ambitioniert

07.07.2019 • 16:28 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elena Pirchner konnte bereits Praxisluft schnuppern. Sie weiß jetzt mit Sicherheit, dass sie die richtige Berufsentscheidung getroffen hat.jungblut
Elena Pirchner konnte bereits Praxisluft schnuppern. Sie weiß jetzt mit Sicherheit, dass sie die richtige Berufsentscheidung getroffen hat.jungblut

Elena Pirchner erfüllte sich ihren Traum vom Medizinstudium.

schlins Sie weiß, was sie will, nämlich Ärztin werden. Die Allgemein- und Familienmedizin steht bei Elena Pirchner dabei zwar nicht ganz oben, weil sie sich zumindest jetzt noch eher als Spezialistin eines Faches sieht. Ihre Erfahrungen, die sie im Rahmen eines Mentoringprogramms in der Ordination von Thomas Jungblut in Bregenz sammeln konnte, möchte die 19-jährige Medizinstudentin aus Schlins trotzdem nicht missen. „Zum einen hat mir die Tätigkeit in der Praxis die Bestätigung geliefert, den richtigen beruflichen Weg eingeschlagen zu haben, zum anderen kam ich mit Grundfertigkeiten in Kontakt, die meine Kommilitonen erst später lernen“, erzählt die junge Frau mit hörbarer Begeisterung.

Was sie unter Anleitung des versierten Hausarztes vermittelt bekam, darüber wird Elena Pirchner auch beim Informationsabend „afm.nextgeneration“, am Mittwoch 10. Juli 2019, ab 19.30 Uhr im Gesundheitsforum der VGKK in Dornbirn berichten.

Jugend soll mitreden

Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer Informationsoffensive, die den Beruf des Allgemeinmediziners in den Mittelpunkt rückt. Zielpublikum sind Maturanten, Medizinstudenten und Jungärzte. Sie sollen ihre Bedürfnisse und Wünsche äußern und so frühzeitig in den Veränderungsprozess, dem die Allgemeinmedizin unterliegt, integriert werden. Die Bemühungen der Organisatoren sowie des Masterplans Allgemeinmedizin laufen darauf hinaus, für die Allgemein- und Familienmedizin einen Facharzt zu implementieren, um ihr den Stellenwert einzuräumen, den sie im Gesundheitssystem eigentlich hat. Obwohl Elena Pirchner mit der Allgemeinmedizin als künftigem Arbeitsfeld momentan nichts am Hut hat, stellte sie während ihrer praktischen Tätigkeit in der Ordination von Thomas Jungblut doch auch fest: „Es war deutlich spürbar, wie viel Allgemeinmedizinern an ihrem Beruf liegt.“

Was ihre eigene berufliche Zukunft betrifft, war Elena Pirchner lange ratlos. Das Interesse an der Medizin erwachte spontan. „In Biologie sezierten wir einmal das Herz eines Schweins. Da war ich so in meinem Element, dass der Funke übersprang und ich mir ernsthaft Gedanken über ein Medizinstudium machte“, sprudelt es aus der lebenslustigen Jugendlichen heraus. Es blieb nicht beim Gedanken. Elena schaute sich Ärzteserien im Fernsehen an und maturierte vorsichtshalber mündlich auch in Biologie und Chemie. Zudem absolvierte sie in Schloss Hofen einen Intensivvorbereitungskurs für den Aufnahmetest. Einen Plan B hatte die ehrgeizige Schlinserin nie. Sie benötigte ihn auch nicht. Als im August 2018 der positive Bescheid der Universität Innsbruck einlangte, war sie überglücklich. Die Eltern unterstützten ihre Tochter in jeder Hinsicht. „Ich konnte immer in Ruhe lernen“, sagt Elena Pirchner.

Pauken stand auch in den vergangenen Tagen auf dem Programm, denn heute, Montag, steht die große Semesterprüfung an. Elena sieht die Mühe pragmatisch: „Wenn man weiß, wofür man etwas tut, fällt es leicht, sich immer wieder zu motivieren.“ Stresssituationen bewältigt sie mit Optimismus und positivem Zureden. Doch auch ihr kommen die Ferien gelegen. Ganz ohne Lernen wird es für die Medizinstudentin aber nicht gehen. Das dritte Semester beginnt mit einem dreimonatigen Sezierkurs, dem sieben Prüfungen folgen. „Bis dahin muss ich die gesamte Anatomie des Menschen kennen“, erklärt Elena Pirchner und merkt lachend an: „Wird schon klappen.“ VN-MM

Zur Person

Elena Pirchner

ist Medizinstudentin und tritt am Mittwoch bei der Veranstaltung „afm.nextgneration“ in Dornbirn auf

Alter 19

Ausbildung Matura am Gymnasium Bludenz, derzeit Medizinstudium in Innsbruck

Wohnort Schlins

Familie Eltern, 17-jähriger Bruder