Riesengeschenk vom Leben

Wetter / 03.12.2019 • 18:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Peter Mennel ist für jene da, die das Leben nicht so reich beschenkt hat wie ihn. Mennel
Peter Mennel ist für jene da, die das Leben nicht so reich beschenkt hat wie ihn. Mennel

Peter Mennel setzt sich für den Schutz geflüchteter Menschen ein.

SCHWARZACH Es gibt sie schon noch: Vorarlberger, die sich freiwillig und öffentlich in der Flüchtlingshilfe engagieren und für die Einhaltung der Menschenrechte stehen. Einer von ihnen ist Peter Mennel. Der 58-jährige AHS-Lehrer aus Schwarzach hat unter anderem als Obmann des Vereins Vindex – Schutz und Asyl die Sonntagsdemos mit­initiiert und ist Sprecher der Vorarlberger Plattform für Menschenrechte.

„Es gab keinen einzelnen Auslöser, sondern eine Entwicklung in meinem Leben“, antwortet Peter Mennel auf die Frage, wie sein Engagement begonnen hat. Er habe sich schon während des Studiums der Religionspädagogik ‚stark mit der Befreiungstheologie und der Befreiungspädagogik beschäftigt‘. Als Studentenvertreter an der Sportuniversität setzte er sich für die Rechte der Studierenden ein.

Er ist in Dornbirn aufgewachsen und erzählt von einer tollen Kindheit als Leichtathlet – er war Speerwerfer – und als Ministrant. Studiert hat er in Innsbruck. Dann folgten Ausbildungen zum Familien- und Gruppenarbeiter, zum Mediator und zum Ehe-, Familien- und Lebensberater.

Dankbarkeit

Von 1989 bis 2006 unterrichtete Peter Mennel Religion und Leibeserziehung am BG Dornbirn. Seit Herbst 2000 lehrt er auch am Liechtensteinischen Gymnasium. In seiner bislang 30-jährigen Lehrtätigkeit führte Peter Mennel neben dem Unterricht Sozialprojekte mit den Schülern durch und förderte somit soziale Bewusstseinsbildung. Er selber kam im Rahmen solcher Projekte zunehmend mit geflüchteten Menschen in Liechtenstein und Österreich in Kontakt und setzt sich seitdem für sie ein. „Ein wesentlicher Motor für mein Engagement ist meine Dankbarkeit, in diesem Land geboren worden zu sein und dadurch vom Leben ein Riesengeschenk erhalten zu haben“, sagt er. „Dieses Geschenk möchte ich auch dazu verwenden, um anderen, die dieses Glück nicht hatten, in ihrer Suche nach einem besseren Leben zu unterstützen.“ Sein gar nicht leises Engagement passt nicht jedem in den Kram, schon gar nicht in Zeiten wie diesen, in denen der Rechtsextremismus wieder salonfähig gemacht wurde. „Ich hatte vereinzelt Anrufe nach von mir verfassten Leserbriefen“, erinnert er sich. Einmal habe man ihm mit Klage gedroht, wenn er nicht aufhöre, die FPÖ zu kritisieren. Er bleibe weiterhin aktiv, denn: „Wenn wir es nicht tun, wer tut es dann?“

Lehrerberuf und Einsatz für Menschenrechte nehmen viel Zeit in Anspruch. Peter Mennel ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Die beiden älteren sind 23 und 21 Jahre alt und studieren in Wien, die 15-Jährige geht ins BG Dornbirn. Mennel versichert, er schaue schon darauf, dass zu Hause „die Rechte“ auf einen Vater und einen Ehemann nicht zu kurz kommen. „Natürlich gibt es dichtere Phasen, aber grundsätzlich haben wir in der Familie eine gute Antenne dafür, wie viel Zeit und Kontakt wir untereinander brauchen.“

Bewegung

Zeit nimmt sich Peter Mennel auch für sportliche Aktivitäten, wie Langlaufen und Schwimmen. Denn „Bewegung in jeder Hinsicht“ ist wichtig für ihn. So bewegt er sich „geistig-seelisch“ mittels ständiger Persönlichkeitsentwicklung und in Fortbildungen weiter. Zudem ist er gesellschaftspolitisch und sozial vielfältig engagiert.

Vor allem für jene, die das Leben nicht so reich beschenkt hat wie ihn, will Peter Mennel weiterhin da sein. So ist sein Grundanliegen für die kommenden Jahre: „Wir wollen immer wieder aufs Neue den flüchtenden Menschen, die hinter Zahlen und Obergrenzen verschwinden, konkrete Gesichter und Geschichten geben, ihre Schicksale dem sozialen Gewissen unserer Gesellschaft zumuten und uns für ihre Rechte und Würde als Menschen einsetzen.“ HRJ

Zur Person

PETER MENNEL

Geboren 9. April 1961

Wohnort Schwarzach

Beruf AHS-Lehrer

Familie verheiratet, drei Töchter