„Österreich ist aufgewacht“

Wetter / 14.02.2020 • 19:27 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Dominik Lampacher ist während des Spiels voll konzentriert. gepa
Dominik Lampacher ist während des Spiels voll konzentriert. gepa

Dominik Lampacher will als eSportler durchstarten.

Bludenz Es war einmal . . . ein Qualifikationsturnier in Altach. Drei eBundesliga-Turniere später zählt Dominik Lampacher österreichweit zu den besten FIFA-Spielern. Diesen Status hat sich der Bludenzer in den letzten Jahren mit super Ergebnissen in Weekend-League-Spielen erarbeitet. Heißt konkret, an einem Wochenende 30 Spiele („Diese sind selbstständig einzuteilen“) zu absolvieren. Schon viermal ist es ihm dabei gelungen, 29 Games zu gewinnen. Das brachte ihn sowohl bei FIFA 19 als auch bei FIFA 20 schon in die Top 100 der Weltrangliste. Dies wiederum nährte in ihm den Ehrgeiz, sein großes Hobby zukünftig als Beruf ausüben zu können. Zur Weltspitze, das weiß er, fehlt noch was, doch Lampacher ist bereit, den Weg dafür zu gehen. Deshalb trainiert er nicht nur seine Fingerfertigkeit, sondern vor allem den Kopf, denn: „Verlierst du die Konzentration, verlierst du das Spiel.“ Zu all dem gehört auch körperliches Training, weshalb er bei sich zuhause ein kleines Fitnessstudio errichtet hat. „Fast wie im richtigen Fußball“, sagt der Fan des SCR Altach und lacht. Klar, dass er heute beim Frühjahrsstart im Stadion („Wie bei fast jedem Heimspiel“) anzutreffen ist. Zumal er mit Spielern wie Manfred Fischer, Emir Karic oder Daniel Nussbaumer schon FIFA-Partien absolvierte.

Aus im Halbfinale

Mit dem Qualifikationsturnier vor drei Jahren in Altach begann somit diese besondere Beziehung. Geht es nach Lampacher, so würde der Fußballfan hinkünftig gerne den SCR Altach international im eGaming-Bereich vertreten. „In Deutschland haben sie bei den Vereinen schon Spieler bei den Klubs angestellt“, weiß Lampacher. Wohlwissend, dass Altach zuletzt finanziell vor allem in Sachen Infrastruktur gefordert war. Was die eBundesliga betrifft, so musste er sich aufgrund seiner Erfahrung in diesem Jahr nicht mehr qualifizieren. Zusammen mit Katarina Vukoja, Manuel Windegger, Durkut Batuhan und Nino Petrovic belegte er in der Teamwertung den elften Endrang. Im Einzelbewerb war für ihn in diesem Jahr in der Runde der letzten 16, mit viel Pech im Elferschießen, Endstation.

Kein Ende sieht er vorerst in seinen Bestrebungen, noch professioneller zu werden. Einst von seinen Brüdern Manuel und Daniel in die FIFA-Welt („Ich glaube, ich war zehn Jahre alt) eingeweiht worden, hat er den Status eines Hobbyspielers längst hinter sich gelassen. Auch dank der Unterstützung seines Elternhauses, in dem die Zeit vor dem PC nie als reine Zockerei angesehen wurde. Seit Jahren betreibt er „richtiges Training“, heißt vor allem Videoanalysen. Lampacher speichert nicht nur seine Spiele und analysiert sie, er studiert auch viele seiner Gegner. „Um noch besser und konstanter zu werden ist der Kopf extrem wichtig“, erzählt er – und verrät: „Während Hobbyspieler Spieler per Knopfdruck wechseln, machen es Profis analog, um gezielt den richtigen Mann einzutauschen. Es macht auch einen großen Unterschied, ob du auf großer Bühne oder zuhause spielst.“ Als Profi streamt er inzwischen seine Spiele, um auch werbetechnisch aufmerksam zu machen.

Keine Zweifel lässt er daran, dass er der Mannschaft um Cheftrainer Alex Pastoor heute einen Sieg zutraut. „Die Austria zählt zu unseren Lieblingsgegnern“, ist der 25-Jährige für den Frühjahrsstart optimistisch. Optimismus zeichnet ihn auch hinsichtlich seiner Karriereplanung aus. Zumal sich der Vorarlberger auch europaweit schon beweisen konnte. So bei einem 1000er-Qualifikationsturnier. In diesem spielte er sich bis unter die Top 18 und verpasste nur knapp das Finale der acht Besten. Dass der Sieger ein Preisgeld von 50.000 Dollar einstreifen durfte, ist weiterer Beweis des steigenden Interesses am eSport. VN-cha

Zur Person

Dominik Lampacher

Kam durch seine älteren Brüder erstmals mit dem FIFA-Fußball-Videospiel in Berührung

Geboren 5. Dezember 1994

BeruF Arbeit in der Arbeiterkammer im Büro für Steuerrecht

Hobbys Fußball, einst bei der Rätia und in Bürs gespielt, Fitnesstraining

Familie zwei Brüder, Manuel und Daniel