Konsequent bei Klimazielen

Wetter / 02.11.2020 • 18:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Nutzung von Synergien ist eine wichtige Komponente ihres Berufsalltags.
Die Nutzung von Synergien ist eine wichtige Komponente ihres Berufsalltags.

Monika Forster wurde zur Energie-Managerin des Jahres gewählt.

DORNBIRN Der Titel Energie-Managerin des Jahres bedeutet eigentlich „KEM Managerin des Jahres“, wobei KEM Klima- und Energiemodellregionen bedeutet. Diese Regionen bilden ein Programm der Bundesregierung, das seit elf Jahren eben diese Regionen unterstützt, die Pilotprojekte zu Energie und Klimaschutz umsetzen. Derzeit engagieren sich 96 Regionen mit 841 Gemeinden in ganz Österreich hierfür. „In jeder Klima- und Energieregion gibt es einen Kümmerer, den sogenannte KEM Manager. Das schreibt das Programm so vor. Die Manager kommen mehrmals im Jahr österreichweit für Schulungen und zum Erfahrungsaustausch zusammen. Einmal im Jahr wird in diesem Kreis aus allen involvierten Region der KEM Manager gewählt“, erläutert Monika Forster, die seit zehn Jahren als Kümmererin für den Vorderwald tätig ist. Im Vergleich zu den zahlreichen Nominierungen aus ganz Österreich bedeutet der Titel, der ihr vor Kurzem verliehen wurde, einen beachtlichen Erfolg.

Beachtlicher Erfolg

„Ich war in den letzten Jahren mehrmals nominiert. Dass es dieses Mal geklappt hat, freut mich wirklich sehr. Es hängt vielleicht auch mit der österreichweiten Medienpräsenz zusammen, die unser Klimaexperiment ‚Paris – Vorderwald‘ erreichen konnte“, führt die Klimaschutzexpertin weiter aus. „Die Haushalte hatten ein kleines Sachbudget zur Verfügung, mit dem sie Maßnahmen zur Zielerreichung finanzieren konnten. Das ging vom Leuchtmitteltausch oder Haustechnik- beziehungsweise Stromsparcheck, über das Testen von Elektroautos und -fahrrädern, bis hin zum Kochworkshop und zur Gemüsekiste sowie dem regionalen Fleischpaket. Das Projekt zeitigte einen enormen Erfolg, rund 20 Prozent der Treibhausgasemissionen konnte in einem Praxismonat reduziert werden.“ Im Rahmen ihrer Tätigkeit beim Energieinstitut Vorarlberg ist die engagierte Fachfrau vor allem für die Belange der Energieregion Vorderwald zuständig: „Zum einen ist das die beständige Begleitung der in drei Jahresphasen umzusetzenden Maßnahmen, aber auch die Entwicklung von besonderen Pilotprojekten. Außerdem bilde ich ein Bindeglied zwischen dem Programmträger in Wien, dem Klima- und Energiefonds, den Gemeinden sowie auch anderen Organisationen und dem Vorderwald.“ Dieser Einsatzbereich liegt ihr. Die enge Vernetzung mit dem e5-Programm für energieeffiziente Gemeinden und dem Energieinstitut Vorarlberg fördere die Nutzung von Synergien: „Die beiden Klimaschutzprogramme – e5 auf Gemeindeebene und KEM auf regionaler Ebene – ergänzen sich wunderbar. Alles, was auf Gemeindeebene besser und leichter gemacht werden kann, soll auf dieser Ebene bleiben. Wenn es einen Vorteil bringt, regional zu agieren, dann soll es ein Regionsprojekt werden.“

Es sind vor allem auch persönliche Gründe, weshalb sie sich in diesen Themenbereichen so stark einbringt: „Wir haben eine riesige Aufgabe vor uns, wenn wir es schaffen wollen, die Klimakatastrophe abzuwenden. Es ist mir völlig bewusst, dass unser Leben in Zukunft komplett anders ausschauen wird und für viele Bewohner dieser Erde überhaupt zur Überlebensfrage wird, sollten wir es nicht schaffen, den Klimawandel zu bremsen. Ich mag die Natur und unser Leben. Wir dürfen auf einer wunderbaren Erde leben. Der Fokus auf kurzfristige Ergebnisse, der sich in unserer Gesellschaft etabliert hat, macht es umso schwieriger, etwas anzugehen, was sich erst in zehn bis dreißig Jahren so richtig in seinem zerstörerischen Umfang zeigen wird.“ BI

Zur Person

MONIKA FORSTER

Geburtsjahr 1971

Familie verheiratet, zwei Kinder

Beruflicher Werdegang seit 2010 KEM Managerin der KEM Vorderwald/Vorarlberg, angestellt beim Energieinstitut Vorarlberg; bis dahin Tätigkeit in den Bereichen Tourismusmarketing, Regionalentwicklung, Naturschutzplanung; Ausbildung: Studium Landschaftsökologie, TU München; Aufbaustudiengang zum Wirtschaftsingenieur, Fernuni Hagen

Hobbys Berge, Natur, Fahrradfahren

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.