Klassik in neuem Gewand

Wohin / 04.04.2013 • 13:00 Uhr
Die Gruppe „Spark“ will als klassische Band ein junges Publikum begeistern. Foto: Spark
Die Gruppe „Spark“ will als klassische Band ein junges Publikum begeistern. Foto: Spark

Die Gruppe „Spark“ zählt zu den Senkrechtstartern der internationalen Klassikszene.

„Spark“ macht klassische Musik für die junge Generation – wie kam diese Idee zustande?

Koschitzki: Als ich begonnen habe, an der Musikhochschule zu studieren, habe ich bemerkt, dass ich meinen breiten, unvoreingenommenen Musikgeschmack mit den wenigsten meiner Kommilitonen teile. Das fand ich schade und ich konnte mit der Beschränkung auf die Kernklassik und vor allem mit der Ablehnung sämtlicher anderer Musikrichtungen nur wenig anfangen. Ich wollte aus dem Vollen schöpfen und mehr Vitalität spüren. Bei vielen Vortragsabenden hatte ich den Eindruck, einer Museumsführung beizuwohnen. Klassische Musik muss mehr sein als pure Nachlassverwaltung. Folglich habe ich mich auf die Suche nach anderen jungen Musikern gemacht, die genau wie ich Lust auf neue Klangabenteuer und Experimente hatten. Zusammen mit Andrea Ritter habe ich „Spark“ ins Leben gerufen und es war unser Ziel, einen Act zu kreieren, der aus der Perspektive des klassischen Musikers eine Fusion aus vielen verschiedenen Stilen präsentiert. Die Basis ist immer klassisch – das nimmt der Zuhörer auch sofort wahr. Aber dann tauchen auch Elemente aus der Weltmusik, Filmmusikanleihen, rockige Momente oder jazzige Strukturen auf. In dem Geiger Stefan Glaus, dem Cellisten Victor Plumettaz und dem Pianisten Mischa Cheung haben wir drei fantastische, virtuose Mitstreiter gefunden – es ist die pure Freude, mit ihnen zu arbeiten.

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Koschitzki: Die Musik von „Spark“ ist bunt und abwechslungsreich – wie das Leben. Der Mensch tendiert ja gerne dazu, in Schubladen zu denken. Das Spannende sind aber die Bruchmomente, die Überraschungen. Und deswegen versuchen wir mit „Spark“, genau diese Qualität zu kultivieren.

Sie spielen Blockflöte, was ist für Sie das Spezielle an diesem Instrument?

Koschitzki: Da die Blockflöte beim Anblasen kaum einen Widerstand hat, stellt dieses Instrument quasi eine Verlängerung des Atems dar. Es ist fast so als würde man singen. Ich liebe diese ganz organische und natürliche Verbindung meines Atems mit dem Instrument. Bei „Spark“ genießen meine Kollegin und ich es außerdem, dass wir aus einer Vielzahl von etwa dreißig verschiedenen Flöten schöpfen können. Dadurch lässt sich jedes Stück in ein neues Klanggewand tauchen und es macht natürlich auch großen Spaß, vom zwanzig Zentimeter langen Sopranino bis zum zwei Meter hohen Subbass die ganze Palette an Blockflöten zu bespielen.

2011 hat „Spark“ für sein Debut-Album einen ECHO Klassik eingeheimst. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Koschitzki: Als wir erfahren haben, dass wir den ECHO Klassik erhalten, konnten wir es zuerst gar nicht glauben. Wir haben auf der Platte einfach das präsentiert, was uns gefällt und wie es uns gefällt. Offensichtlich hat unsere Vision einer Klassik, die sich nicht abgrenzt, sondern einen offenen Austausch mit anderen musikalischen Welten sucht, den Nerv der Zeit getroffen.

Hat sich danach für Sie bzw. Ihre Band etwas geändert?

Koschitzki: Das Interesse an „Spark“ ist nach dem ECHO Klassik deutlich gestiegen. Ein solcher Preis ist eine unglaublich wichtige Referenz und dient sicherlich dazu, Menschen auf die Gruppe neugierig zu machen. Es sind Vorschusslorbeeren, denen man dann auf der Bühne auch gerecht werden muss. Letztendlich geht es darum, die Leute im Konzert zu berühren, sie zu begeistern und ihnen im Augenblick des Konzerts ein Stück von sich selbst zu geben. Dieser hautnahe, direkte Austausch mit unseren Fans liegt uns sehr am Herzen. Darum geht es doch bei der Musik. Das ist wichtiger als jeder Preis.

Am 23. April ist „Spark“ in Götzis zu Gast. Was erwartet die Zuhörer?

Koschitzki: Wir werden in Götzis unser zweites Bühnenprogramm, „Folk Tunes“, spielen. Darin stellen wir unsere eigenen Versionen von Volksweisen aus ganz Europa vor. Wir haben für das Programm mit einigen Jungkomponisten u. a. aus Deutschland, Finnland, Russland, dem Balkan und der Türkei zusammengearbeitet. Sie sollten für uns Volksmusik aus ihrer jeweiligen Heimat neu aufbereiten und gleichzeitig uns auf den Leib schreiben. Dabei sind ganz unterschiedliche Kompositionen entstanden. In einigen blitzt das Ausgangsmaterial nur noch an wenigen Stellen durch, andere Stücke bleiben ganz dicht an den originalen Weisen und Tänzen. Zusätzlich zu diesen neuzeitlichen Kompositionen haben wir selbst Stücke arrangiert, darunter etwa das spritzige Concerto alla rustica von Antonio Vivaldi. Um es kurz zu machen: Die Zuhörer sollten das Unerwartete erwarten! Wir freuen uns schon riesig auf viele schöne Begegnungen und einen spannenden Abend in Götzis.

Zur Person

Daniel Koschitzki

Geboren am: 1. März

1978

Wohnort: Karlsruhe

Familienstand: ledig

Lebensmotto: Lebe den Augenblick!

Am 23. April gastieren „Spark“ in der Kulturbühne AmBach in Götzis. Karten: Raiffeisenbanken, Sparkassen, Musikladen (Tel. 05522/41000)